Basketball

Basketball - Lehren vom Supercup: So weit ist die DBB-Auswahl vor der WM in China

Dennis Schröder ist in Abwesenheit von Robin Benzing der Kapitän der DBB-Auswahl.
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Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr wichtigstes Test-Turnier vor der WM in Hamburg mit weißer Weste gewonnen, nun reist das Team nach Japan weiter. Doch welche Erkenntnisse brachte der Supercup? SPOX liefert den Überblick.

Supercup-Fazit: Ein hausgemachter Härtetest

Drei Spiele, drei Siege - das liest sich auf dem Papier herausragend, und tatsächlich präsentierte sich das deutsche Team in Hamburg überwiegend in einer ziemlich guten Frühform. Anzumerken ist dabei aber: Echte Härtetests gab es nicht, und blickt man auf den restlichen Testspiel-Kalender vor der WM, wird sich das wohl auch nicht mehr ändern.

Polen, Ungarn und vor allem Tschechien sind keine schlechten Teams, den Tschechen hätte Bundestrainer Henrik Rödl mit einem fitten Jan Vesely sogar gewisse Erfolgsaussichten bei der WM eingeräumt. Ohne den Big Man von Fenerbahce fehlte dem Team aber Talent in der Spitze: Tomas Satoransky (Chicago Bulls) war fast allein für die Kreation von Punkten verantwortlich, und wenn man ihn stoppte, konnte man die gesamte Offense des Teams stoppen.

Es spricht für das deutsche Team, dass dies gelang, mit Bravour sogar. Nur wird es bei der WM eben andere Herausforderungen geben, Teams wie den ersten Gruppengegner Frankreich, bei denen man nicht eine, sondern drei oder vier gefährliche Optionen in der Offense kaltstellen muss.

DBB: Polen-Spiel ein guter Test

Es geht zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung zwar mehr um das eigene Zusammenfinden als um den Gegner, trotzdem wäre es interessant zu sehen gewesen, wie das DBB-Team gegen Gegner auf einem höheren Level abgeschnitten hätte. Um das Ziel Viertelfinale zu erreichen, müssen schließlich auch solche Teams geschlagen werden.

Das Spiel gegen Polen brachte den Deutschen immerhin so etwas wie eine Notsituation - auch wenn diese angesichts der schwachen ersten Halbzeit wohl eher hausgemacht als der Klasse des Gegners geschuldet war. Dass sein Team so etwas gebraucht hatte, gab Schröder danach dennoch zu, und auch Rödl pflichtete ihm bei.

"Der Plan war ursprünglich, jedem eine Chance zu geben, in der zweiten Halbzeit war dann die Chance da, etwas anderes zu üben. Das gehört auch zur Vorbereitung dazu: Wie gewinnt man noch ein Spiel?", sagte Rödl auf der Pressekonferenz nach dem Polen-Spiel. "Man muss auch mal üben: Was macht man, wer kriegt das noch hin an diesem Tag? Dass wir das Spiel dann noch gedreht haben, spricht für die Mannschaft."

DBB: Die Ergebnisse vom Supercup

GegnerErgebnisTopscorer
Ungarn83:62Dennis Schröder (19)
Tschechien87:68Dennis Schröder (21)
Polen92:84Dennis Schröder (33)

Dennis Schröder: Ein Anwärter auf die Scorer-Krone?

Wer befürchtet hatte, dass Schröder unter seiner etwas verkürzten Vorbereitungszeit leiden würde, sah sich in Hamburg schnell eines Besseren belehrt. Schröder gab in jeder Partie den Ton an, riss die Kontrolle an sich und brillierte entweder mit eigenem Scoring oder mit Playmaking, insbesondere im immer wieder sehenswerten Zusammenspiel mit Daniel Theis.

Auch wenn es offensiv mal nicht laufen sollte wie über Teile der Partie gegen Polen, ließ Schröder zudem den Kopf nicht hängen und engagierte sich, auch defensiv, was Rödl besonders hervorhob: "Ich bin begeistert von Dennis' Einstellung. Er spielt für alle mit und verteidigt konstant." Hier lobte der Bundestrainer auch eine positive Entwicklung in der vergangenen Saison in Oklahoma City.

Auffällig war dabei, wie oft sich Schröder einen oder mehrere Mitspieler zur Seite nahm und konkret auf Situationen oder Fehler hinwies, ohne sich dabei über jene Mitspieler zu erheben. Mit nun 25 Jahren ist er zwar nicht der älteste, aber eine klare Führungsfigur und in Abwesenheit des angeschlagenen Robin Benzing auch der Kapitän der Mannschaft.

Und der prägende Spieler. Gerade auf FIBA-Niveau ist Schröder von keinem Verteidiger zu halten und kann bei der WM, wie schon vor zwei Jahren bei der EuroBasket, einer der Topscorer des Turniers werden. Die Herausforderung dürfte eher lauten, die Balance nicht zu verlieren und nicht zu oft selbst abzuschließen - aber auch hier sah Rödl Fortschritte.

"Es ist für einen Spieler dieser Qualität immer schwierig, sich auch mal zurückzuziehen in gewissen Augenblicken, weil er in jeder Situation einen Wurf loswerden kann, der irgendwie vernünftig aussieht", so Rödl nach dem Spiel gegen Tschechien. "Und er hat jetzt hier in der Anfangsphase wieder ganz schwierige Würfe getroffen. Trotzdem geht er dann auch immer wieder in den Hintergrund und involviert die Mannschaft. Da macht er einen Riesen-Job."

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