Basketball

Basketball Supercup: 33 Punkte! Schröder führt Deutschland gegen Polen zum Supercup-Sieg

Dennis Schröder zieht im Testspiel gegen Polen zum Korb.
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Die deutsche Nationalmannschaft hat auch im dritten Spiel des Supercups einen Sieg eingefahren. Beim 92:84 gegen Polen tat sich das DBB-Team über drei Viertel allerdings sehr schwer. Vor allem zwei NBA-Stars brachten die Wende.

Auch im dritten Test beim Supercup stand der angeschlagene Robin Benzing (day-to-day) Henrik Rödl nicht zur Verfügung, zudem war Moritz Wagner nicht im Kader, der als vorletzter Spieler von Rödl aussortiert wurde. Andreas Obst kehrte dafür zurück, es begannen Dennis Schröder, Maodo Lo, Paul Zipser, Maxi Kleber und Johannes Voigtmann. Polen-Coach Mike Taylor, der auch die Hamburg Towers betreut, ließ Lukasz Koszarek, Mateusz Ponitka, Adam Waczynski, Aaron Cel und Damian Kulig starten.

Im Vergleich zu den vorigen Spielen begann das deutsche Team diesmal ziemlich holprig und phasenweise unkonzentriert, gerade defensiv ergaben sich einige Lücken, die Polen zu einer frühen 16:12-Führung nutzte. Recht viele Fouls führten dazu, dass das Spiel sehr zerfahren war, nur selten konnten Punkte wirklich herausgespielt werden. Gegen Ende des Viertels wurde es zwar etwas besser, nach einem Ponitka-Dreier mit der Sirene führte Polen dennoch mit 26:20.

Im zweiten Viertel blieb es zunächst beim Alten: Das DBB-Team traf kaum Würfe, Fouls prägten das Spiel und Polen führte kurzzeitig sogar mit 11 Punkten. Speziell bei Schröder wollte noch fast nichts funktionieren (2/8 FG). In die Pause ging es mit 44:36 für Polen.

Daniel Theis und Dennis Schröder führen Deutschland zum Sieg gegen Polen

Im dritten Viertel versuchte Rödls Team das Spiel mit neuer Energie und zeitweise eingesetzter Ganzfeldpresse zu drehen. Die Defense verbesserte sich auch, die Offense jedoch nicht wirklich. Erst in den Schlussminuten des Viertels kam ein echter Run, als Daniel Theis zweimal nacheinander scorte und dann an der Linie einen persönlichen 6:0-Lauf beendete. Theis blockte dann Aleksander Balcerowski und auf der Gegenseite traf Schröder endlich mit der Sirene für 3 - nur noch 62:61 Polen!

Nach gut einer Minute brachte Ismet Akpinar die deutsche Mannschaft erstmals seit den Anfangsminuten per Dreier wieder in Führung, dann legte Schröder nach und brachte die Halle zum Toben. Die Polen berappelten sich aber, sodass die Schlussphase richtig spannend wurde. Bis zur Schlussminute ging es hin und her, bevor Schröder erst für 2 zum Korb ging und dann noch einen Dreier nachlegte. Freiwürfe machten 22 Sekunden vor Schluss alles klar, sodass am Ende der dritte Sieg im dritten Spiel feststand.

Topscorer der deutschen Mannschaft war erneut Schröder mit 33 Punkten (12/26 FG), dazu kamen 9 Assists. Theis lieferte 17 Punkte und 3 Blocks von der Bank, Zipser kam auf 10 Zähler. Bei den Polen waren Ponitka (17), Waczynski (16) und Kulig (14) die besten Scorer.

Die deutsche Mannschaft reist nun weiter nach Japan, wo in Saitama noch Testspiele gegen Tunesien und Japan anstehen. Den letzten Test absolviert das DBB-Team dann am 28. August in China gegen Australien.

Die wichtigsten Statistiken

Deutschland vs. Polen 92:84 (BOXSCORE)

  • Auf beiden Seiten wurde vor allem in der ersten Hälfte extrem viel gehackt, wobei die Referees auch eine recht harte Linie fuhren. Dennoch: 27 persönliche Fouls wurden in Halbzeit eins verzeichnet, weshalb es kaum mal Phasen gab, in denen etwas Tempo aufkam. Das langsame Tempo kam den Polen dann etwas eher entgegen: Polen kam auf keinen einzigen Fastbreak-Punkt, Deutschland in Halbzeit eins nur auf 5. Ebenso viele folgten in der Schlussminute des dritten Viertels.
  • Im Halbfeld taten sich die Deutschen dann wiederum umso schwerer. Das DBB-Team traf über die ersten zwei Viertel nur 36 Prozent aus dem Feld, wobei gerade von draußen (3/13 Dreier) fast nichts fallen wollte, selbst wenn es häufig offene bis semi-offene Würfe waren. Auch nach der Pause wurde es zunächst nicht viel besser, im Gegensatz zur ersten Hälfte forcierten die Deutschen nun aber etwas mehr den Weg zum Korb. Am Ende fielen immerhin noch 11/32 Dreiern.
  • Weder Polen noch Deutschland traf in der ersten Hälfte gut von draußen, auch bei den Freiwürfen sah es relativ ähnlich aus. Den entscheidenden Vorteil hatten die Polen im Zweipunkteland, beziehungsweise in der Zone: 12 ihrer ersten 14 Würfe in direkter Korbnähe waren drin, gerade gegen den physischen Kulig sahen die deutschen Bigs teilweise nicht gut aus. Auch das wurde nach der Pause aber deutlich besser, als vor allem Theis immer häufiger als Ringbeschützer in Erscheinung trat.

Deutschland vs. Polen: Die Stimmen zum Spiel

Dennis Schröder: "In der ersten Halbzeit haben wir keinen guten Job gemacht als Team, und ich habe die Energie nicht gebracht. Die Coaches haben uns in der Halbzeit angemacht, und dann lief es besser, wir sind mit Energie rausgekommen."

Der Star des Spiels: Daniel Theis und Dennis Schröder

Theis' Intensität in der Defense und im dritten Viertel auch seine Punkte veränderten das Spiel. Kam diesmal im Gegensatz zu den beiden vorigen Spielen von der Bank, war aber eindeutig der auffälligste Big beim deutschen Team. In der Schlussphase war dann auch der zuvor glücklose Schröder wieder bärenstark und nicht zu bremsen. Obwohl es zunächst nicht gut lief, war es also auch für ihn ein würdiger Abschluss eines starken Turniers.

Der Flop des Spiels: Damian Kulig

Ein komischer Auftritt des polnischen Big Mans: In Halbzeit eins war er der wohl gefährlichste Pole und wühlte sich zu 12 Punkten, in der zweiten Hälfte tauchte er dann aber fast vollkommen ab und produzierte nur noch 2 weitere Punkte, dafür aber auch 5 Turnover. Defensiv einige Male mit Defiziten gegen Penetration, wenn er auf Guards geswitcht wurde.

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