Fussball

Fußballerlebnisse in Japan und Südkorea: Lieblingsspieler statt Lieblingsverein

Der Spieler ist in Südkorea wichtiger als der Verein.
© getty

Kreischen für Heung-Min Son

Der nationale Lieblingsspieler Son gilt in Südkorea nicht nur als gut, sondern auch als überaus attraktiv - was in den vergangenen Jahren einen Boom des Fußballs unter Frauen auslöste. "Vor Son waren bei den Länderspielen nicht so viele Frauen im Stadion", erinnert sich Journalist Lee. "Seitdem er zum Star aufgestiegen ist, hat sich das gänzlich gewandelt. Viele junge Südkoreanerinnen interessieren sich nur deshalb für Fußball, weil sie Son so attraktiv finden." Lee erzählt von Freundinnen von ihm, die wegen Son auf einmal regelmäßig Länderspiele im Stadion verfolgen.

Son ist mehr Star und Trendsetter als Fußballer, er spricht eine andere Zielgruppe an als der vormalige Liebling Ji-Sung Park. Obwohl Park mit Manchester United reihenweise Titel gewann, galt er zuhause in Südkorea als langweilig. Er war eben ein erfolgreicher Fußballer - aber auch: nur ein erfolgreicher Fußballer. "Park hat trainiert, gespielt und geschlafen", erklärt Lee. "Son nutzt dagegen die sozialen Medien, um sich als coolen Typ zu inszenieren."

Der Frauenanteil in den Stadien hängt in Südkorea also eng mit dem Personenkult zusammen. Und aktuell ist Hochkonjunktur, wie beim Freundschaftsspiel gegen Kolumbien bestens zu beobachten ist. "Bei den Länderspielen herrscht zur Zeit eine Stimmung wie bei Konzerten", sagt Lee. Als bei der Startelfverkündung kurz vor Anpfiff Sons Name verlesen wird, wird gekreischt als ob gleich Justin Bieber auftreten würde.

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