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"Ein Albtraum": Polens EM-Debakel wirft Fragen zu Robert Lewandowski auf - der reagiert gereizt

SID
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Mit Robert Lewandowski als Teilzeitkraft scheitert Polen in der Gruppenphase der EM. Die Zukunft des Superstars im Nationalteam ist ungewiss.

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Am Morgen nach seinem Albtraum-Abend hatte Robert Lewandowski wenigstens einen Grund zum Feiern. Der elfte Jahrestag mit seiner Ehefrau Anna linderte den Schmerz über die bittere EM-Pleite gegen Österreich (1:3) am Freitag etwas.

Während seine Gattin das Wochenende mit den Töchtern auf dem Spielplatz verbrachte, arbeitete Lewandowski mit seinen Mannschaftskollegen auf dem Platz - die Katerstimmung nach dem krachenden EM-Aus war spürbar.

Das 0:0 Frankreichs gegen die Niederlande hatte den K.o. Polens (als erste Mannschaft!) besiegelt und die polnische Krisenstimmung verschlimmert. Die Pleite und das Ausscheiden warfen auch Fragen zur Zukunft von Superstar Lewandowski auf.

"Aufhören? Daran denke ich noch überhaupt nicht," sagte dieser der Deutschen Welle gereizt: "Wir haben noch ein Spiel." Dennoch erscheint sein Verbleib in der Nationalmannschaft ungewiss. War die Niederlage vielleicht sein vorletztes Spiel für die Weiß-Roten? Oder gar das letzte?

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Polen und Lewandowski: Ein weiteres Turnier zum Vergessen

Am Dienstag endet für Polen und sein Fußball-Idol mit dem sportlich bedeutungslosen Spiel in Dortmund gegen Frankreich ein weiteres Turnier zum Vergessen.

"Die EURO 2024 ist ein Albtraum", klagte die Sportzeitschrift Przeglad Sportowy. Polen scheiterte bei der fünften EM-Teilnahme zum vierten Mal in der Gruppenphase, Superstar Lewandowski war in seiner ehemaligen Wahlheimat Deutschland wegen eines Muskelfaserrisses nur eine Randerscheinung.

Beim 1:2 gegen die Niederlande zum Auftakt hatte er gefehlt, gegen Österreich kam er als Edeljoker von der Bank, blieb aber wirkungslos. Und das, obwohl er, wie er beteuerte, "100 Prozent bereit" gewesen sei. Er habe "nichts gespürt oder im Hinterkopf gehabt, dass ich vorsichtig sein muss", sagte der Profi vom FC Barcelona.

Trainer Michal Probierz habe wegen des zu erwartenden intensiven Spiels "mit dem medizinischen Team und Robert Lewandowski selbst entschieden, dass er nicht von der ersten Minute an spielen würde", erklärte er.

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Lewandowskis Bilanz im Nationaltrikot ernüchternd

Der ehemalige Bayern-Star bleibt im Nationaltrikot unvollendet, seine Bilanz bei sechs großen Turnieren ist ernüchternd: Nur zweimal erreichte der Angreifer mit Polen die K.o.-Phase. Das Viertelfinale bei der EM 2016 und das Achtelfinale bei der WM 2022 waren die größten Erfolge.

Bei der WM 2026 in Nordamerika wäre Lewandowski mit 37 Jahren im fortgeschrittenen Fußballer-Alter, seine Kollegen Lionel Messi (36) und Cristiano Ronaldo (39) beweisen allerdings, dass auch mit Ende 30 noch Spitzenleistungen möglich sind. Im erfahrenen Nationalteam, das mit einem Durchschnitt von 27,8 Jahren das drittälteste im Turnier ist, muss aber zeitnah ein Umbruch beginnen.

Ob mit oder ohne den besten polnischen Stürmer jemals, bleibt vorerst offen.

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