Fussball

Roman Bürki nach BVB-Sieg gefeiert: Zur Belohnung ein Bircher-Müsli

Roman Bürki avancierte mit mehreren Glanzparaden zum Helden des BVB gegen Prag.

Neben dem FC Barcelona hat vor allem Roman Bürki entscheidend zum Achtelfinal-Einzug von Borussia Dortmund beigetragen. Der Matchwinner wurde nach dem 2:1 gegen Slavia Prag wie ein Held gefeiert. In Partystimmung war er aber nicht wirklich.

Hans-Joachim Watzke wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nachdem der Geschäftsführer von Borussia Dortmund mit jedem einzelnen Spieler auf dem Rasen abgeklatscht hatte, ging er strahlend auf Roman Bürki zu und nahm ihn väterlich in den Arm.

In diesem Moment ertönten Bürki-Sprechchöre auf der Südtribüne des Signal Iduna Parks. Alle in Schwarz-Gelb waren sich einig: An dem Sieg und dem damit verbundenen Einzug ins Champions-League-Achtelfinale hatte der Schweizer Torhüter einen bedeutenden Anteil.

"Ich musste mich schon zusammenreißen, dass die Emotionen nicht Überhand nehmen", sagte der 29-Jährige nach der Sause vor der Kurve. "So gefeiert zu werden, bedeutet mir sehr viel." Wohl auch, weil das bisher nicht allzu oft vorkam. Gerade in den ersten drei Jahren nach seinem Wechsel vom SC Freiburg zu den Schwarz-Gelben war der seit 2015 beim BVB unter Vertrag stehende Bürki durchaus umstritten. Mit so manchem Patzer entstand der Eindruck, der Nachfolger des Publikumslieblings Roman Weidenfeller genüge nicht den höchsten Ansprüchen.

Derartige Diskussionen gehören mittlerweile endgültig der Vergangenheit an. Sein magischer Abend gegen den tschechischen Meister Slavia war der vorläufige Höhepunkt seiner bislang starken Saison, in der er im Schnitt 60 Prozent der Schüsse hält, die er auf seinen Kasten bekommt.

Die Leistungsdaten von Roman Bürki: Saison 2019/20

KategorieWert
Spiele17
Spiele zu Null4
Gegentore26
Saves39
Save-Percentage60 %
Save-Percentage außerhalb des Strafraums86,7 %
Parierte Elfmeter1

Marco Reus dankt Roman Bürki: "Hat uns oft im Spiel gehalten"

"Unglaublich" und "fantastisch" nannte Trainer Lucien Favre den Auftritt von Bürki gegen Prag. Die Nummer eins der Borussia zeigte mit sieben Paraden so viele wie noch nie in einem Königsklassen-Spiel. Besonders stark: seine Tat in der 34. Minute, als er einen abgefälschten Schuss von Lukas Masopust über den Querbalken lenkte, und seine Flugparade nach dem wuchtigen Schuss von Vladimir Coufal in der 73. Minute.

"Großes Kompliment an Roman", lobte Kapitän Marco Reus. "Er hat uns heute oft im Spiel gehalten." Das wäre womöglich gar nicht nötig gewesen, hätte Reus seine Großchance in der 23. Minute beim Stande von 1:0 genutzt und den BVB in ruhigere Fahrwasser gelenkt. Die Elf von Favre machte es sich wie so oft in den vergangenen Wochen aber unnötig selbst schwer, indem sie nicht nur in Person des glücklosen Reus viele Konter zu unsauber zu Ende spielte und den frechen Gästen, die mit hohem Pressing und zielstrebigen Spielzügen überraschten, obendrein zu viel Platz im letzten Drittel bot.

"Ein wilder Ritt": BVB mit Problemen gegen Slavia Prag

Das von Favre neu eingeführte 3-4-3-System wirkte im Gegensatz zu der 5:0-Gala am vergangenenen Wochenende gegen Fortuna Düsseldorf weniger ausbalanciert, was laut Mats Hummels aber auch am Gegner lag, der mit seiner mutigen Spielweise sowohl dem FC Barcelona als auch Inter Mailand auswärts ein Remis abtrotzte.

"Slavia hat übers gesamte Feld Mann gegen Mann gespielt. Eigentlich haben sie viel zu wenige Punkte für das geholt, was sie in dieser Gruppenphase geleistet haben. Es war ein wilder Ritt", fasste der Abwehrchef den Abschluss in Gruppe F treffend zusammen.

"Heute hat vieles funktioniert", befand jedoch der spielfreudige Julian Brandt, der den 2:1-Siegtreffer in der 61. Minute nach schöner Vorlage von dem ersten Torschützen des Abends, Jadon Sancho, erzielte. "Wir mussten unsere Hausaufgaben machen und dann haben wir noch das nötige Glück gehabt, weil auf dem anderen Platz die Dinge so gelaufen sind, wie wir sie uns vorgestellt haben."

Roman Bürki verzichtet auf Alkohol

Gemeint war die Partie in Mailand, die Barca auch mit einer halben B-Mannschaft ohne Marc-Andre ter Stegen und Lionel Messi für sich entschied. Bedanken wollten sie sich in Dortmund aber in erster Linie bei ihrem Rückhalt Bürki. Der war aber trotz der ausgelassenen Stimmung nicht einmal für ein kleines Feierabendbierchen zu haben.

"In solchen Wochen mit so vielen Spielen trinke ich keinen Alkohol", verriet er. Dass Hummels ihn am DAZN-Mikrofon als "Asket" bezeichnete und ihm ein Bircher-Müsli versprach, entlockte ihm zumindest ein Grinsen. Dann aber sagte Bürki, wie man ihn eben kennt, voller Demut: "Meine Kollegen müssen mir natürlich nichts ausgeben. Ich bin ja dafür da, dass ich Bälle halte."

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