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Fussball

FC Bayern München - Didi Hamann kritisiert "Führungsschwäche" beim FCB: "Keiner übernimmt Verantwortung"

Von Tim Ursinus
Didi Hamann hat mit seiner Kritik am FC Bayern München nachgelegt.

TV-Experte Didi Hamann hat mit seiner Kritik am FC Bayern München nachgelegt. Laut dem ehemaligen Spieler des FCB ist die Führungsriege des deutschen Rekordmeisters aktuell die größte Baustelle.

"Das größte Problem ist die Führungsschwäche. Das begann mit der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr, zuletzt ging es mit dem Wechselfehler weiter, als sie die Hauptverantwortung dem DFB in die Schuhe geschoben haben", schrieb der TV-Experte in seiner Sky-Kolumne und schob nach: "Keiner übernimmt Verantwortung, und genauso spielen sie auch Fußball."

Insbesondere kritisierte er Bayerns Vorstandsvorsitzenden. "Die Selbstfindungsphase muss endlich abgeschlossen sein. Oliver Kahn muss sich zu gewissen Themen zu Wort melden und verbal Akzente setzen", erklärte Hamann. Die FCB-Bosse müssten "wieder klare Kante zeigen und diese auch nach außen kommunizieren. Aber das passiert nicht und alles schwimmt nur so vor sich hin."

Das spiegele sich auch auf die Entwicklungen auf dem Transfermarkt wider. Die "Führungsschwäche und die damit verbundene Ungewissheit" sei "auch ein Problem für die Akquise neuer Spieler". Wenn die Bayern "früher gerufen haben, ist man meistens dem Ruf gefolgt. Aber im Moment weißt du als Spieler gar nicht, wie es weitergeht, ob du nach München gehen willst oder sollst", ergänzte Hamann.

Bei ablösefreien Transfers soll zudem "öffentlich ein Machtwort" gesprochen werden, schrieb der 48-Jährige: "Wenn jemandem das nicht reicht und er nicht mehr für den FC Bayern spielen will, dann soll er woanders hingehen."

Hamann: "Die Quittung hat Bayern gegen Villarreal bekommen"

Die unklare Zukunft von Robert Lewandowski, Serge Gnabry oder Thomas Müller, deren Verträge alle 2023 auslaufen, sei ein weiterer Faktor. "Julian Nagelsmann muss all diese Dinge moderieren, auf die er aber gar keinen Einfluss hat. Darum würde ich den Trainer ein Stück weit in Schutz nehmen. Er musste sich zu Dingen äußern, die ihn nichts angehen, sondern Sache der Chefs sind", meinte Hamann. Dieses Verhalten der Führungsetage sei "nicht professionell, und das spiegelt sich dann auch in der Mannschaft wider. Die Quittung dafür haben die Bayern gegen Villarreal bekommen".

Der FC Bayern war nach der 0:1-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel in der Allianz Arena nicht über ein 1:1 hinausgekommen und somit aus der Champions League ausgeschieden. "Die Formschwäche von Leistungsträgern wie Kimmich, Müller, Sane und Gnabry" sei laut Hamann aber nur einer der Gründe gewesen.

Noch vor ein paar Jahren hätte ein Gegner "nicht nur gegen elf Mann gespielt, sondern gegen einen ganzen Verein. Die Bayern haben sich immer durch ihre Geschlossenheit ausgezeichnet. Dieser Zusammenhalt, dieser Respekt untereinander, und diese Power, die sie immer erzeugen konnten, fehlen im Moment."

Hamann: Bayern-Kader "bestenfalls Durchschnitt"

Bei Lewandowski glaubt Hamann indes, dass "es nicht einmal das Schlechteste für die Bayern wäre, wenn er ginge". Es sei schließlich nicht sicher, ob der Pole "sein Niveau noch über zwei oder drei Jahre halten kann. Vielleicht wäre es besser, die Mannschaft neu aufzustellen." Stattdessen könnte Bayern "dann nicht nur einen, sondern zwei oder drei Neue" holen. Der Verein sei "weit davon entfernt zu sagen, dass alles zusammenbricht, wenn Lewandowski geht. Dafür sind die Bayern einfach zu groß."

Der derzeitige Kader sei außerdem "momentan bestenfalls Durchschnitt". Deshalb müssten die nächsten Transfers zwingend einschlagen. In den vergangenen Jahren hätten die Münchner "viel Geld in die Isar geschmissen". Dabei nannte er Marc Roca, Bouna Sarr, Michael Cuisance und Marcel Sabitzer, "die kaum zum Einsatz kommen. Auf der Bank sitzen Leute, die der Trainer nur in Notsituationen einwechselt." Damit seien auch die Abwehrprobleme zu erklären, "weil man Spieler wie Alaba und Süle gehen ließ beziehungsweise gehen lässt".

Hamann hatte den FC Bayern in den vergangenen Tagen und Wochen gleich mehrfach kritisiert. Unter anderem fand er im Gespräch mit SPOX und GOAL klare Worte.

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