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Fussball

FC Bayern München und die funktionierende Defensive: Darum werden Alaba und Boateng nicht vermisst

Die Bayern-Defensive um Dayot Upamecano und Niklas Süle funktioniert.

Bei aller Offensivpower weiß der FC Bayern in dieser Saison auch besser zu verteidigen als zuletzt noch unter Ex-Trainer Hansi Flick. David Alaba und Jerome Boateng werden nicht vermisst.

Nicht nur Robert Lewandowski trifft, wie er will. Auch die restliche Offensive des FC Bayern um Serge Gnabry, Leroy Sane und Thomas Müller ist vor dem gegnerischen Gehäuse zuverlässig. So stehen die Münchner nach dem 5:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen bei 29 Toren in den ersten acht Bundesliga-Partien - eine rekordverdächtige Quote. Nur in der Saison 1967/77 war der Rekordmeister derart treffsicher gestartet.

Bei aller Offensivpower trägt im Vergleich zur eher holprigen vergangenen Saison aber auch die bayerische Defensive zum nahezu makellosen Start unter Julian Nagelsmann bei.

Wettbewerbsübergreifend kommt der Rekordmeister auf nur neun Gegentreffer in zwölf Spielen - sechs weniger als bei derselben Anzahl von Partien in der abgelaufenen Spielzeit. In der Bundesliga stellt nur der SC Freiburg mit sechs Gegentreffern eine bessere Defensive als der FCB.

Mitentscheidend dafür ist die hervorragend aufeinander abgestimmte Innenverteidigung: Lucas Hernandez ist und bleibt eine Bank, Nagelsmann attestierte dem Franzosen nach dem Spiel in Leverkusen gar "seine beste Saisonleistung". Einmal mehr souverän präsentierte sich aber auch Hernandez' Landsmann Dayot Upamecano.

FC Bayern: Neuzugang Upamecano schlägt voll ein

Neben nur zwei eher wackligen Auftritten - beim Saisonstart in Mönchengladbach sowie kürzlich gegen Frankfurt - weiß der 42,5 Millionen Euro schwere Neuzugang aus Leipzig durchweg mit guter Zweikampfführung und Spieleröffnung zu überzeugen.

In Leverkusen brachte er alle 67 Pässe an seine Mitspieler und wies eine Zweikampfquote von 71,4 Prozent auf. Hinzu kam seine mustergültige Vorlage zum frühen Führungstreffer durch Lewandowski in der 4. Minute.

"Es geht darum, diese Gier, die die Mannschaft nach vorne hat, auch nach hinten zu haben", verdeutlichte Nagelsmann zuletzt. In fünf der bisherigen zwölf Spiele blieb Torhüter Manuel Neuer ohne Gegentreffer, nur in einem Spiel ließ die Defensive mehr als fünf Schüsse auf das Tor des Welttorhüters zu - beim 3:1 in Fürth, als man fast eine Halbzeit lang in Unterzahl agierte.

GegnerWettbewerbZugelassene Schüsse aufs Tor
Borussia MönchengladbachBundesliga5
Borussia DortmundSupercup5
1. FC KölnBundesliga3
Bremer SVDFB-Pokal0
Hertha BSCBundesliga3
RB LeipzigBundesliga4
FC BarcelonaChampions League0
VfL BochumBundesliga1
Greuther FürthBundesliga6
Dynamo KiewChampions League2
Eintracht FrankfurtBundesliga3
Bayer LeverkusenBundesliga4

Bayern-Abwehr überzeugt - Süle glänzt auch offensiv

David Alaba und Jerome Boateng? Werden - zumindest rein sportlich - nicht vermisst. Auch, weil sich Spieler wie Niklas Süle wieder in Form gebracht haben. Süle, das zeigte spätestens das Duell mit den Leverkusenern, wird gerade im Spiel mit Ball immer wertvoller für die Bayern. Das Tor durch Müller in der 34. Minute gehörte zu 80 Prozent dem gebürtigen Frankfurter.

"Wichtiger ist neben diesen Aktionen, die er wirklich gut macht, dass er in den körperlichen Duellen stabil ist und die Geschwindigkeit aufnehmen kann", lobte Müller den Abwehrrecken mit dem "Zehner-Gen" (Zitat Nagelsmann) im Mixed-Zone-Interview. "Darin ist Niki aktuell wieder sehr, sehr gut - und für uns ein wichtiger Spieler."

Fragt sich nur, wie lange Süle den Bayern noch erhalten bleibt. Zur nach wie vor ausstehenden Vertragsverlängerung des 26-Jährigen sagte Müller: "Dahin ist noch ein langer Weg - und das ist nicht mein Thema. Wichtig ist, dass er weiter so engagiert und energisch bleibt, wie er das aktuell zeigt."

Alternative zu Hernandez? Pavard will in die Innenverteidigung

Im Falle eines Abgangs könnte der FCB noch nachrüsten, Antonio Rüdiger steht etwa auf der Liste der Verantwortlichen. Allerdings bieten sich mit den bisher eher weniger zum Zug gekommenen Benjamin Pavard und Tanguy Nianzou noch zwei weitere Optionen.

Pavard selbst machte jünst im Gespräch mit Canal+ deutlich, dass er künftig lieber innen statt außen in der Abwehrkette spielen würde: "Meine Position ist in der Innenverteidigung. Das war schon immer so, hier fühle ich mich am wohlsten. Da habe ich am meisten Spaß. Ich denke auf dieser Position sieht man meine Qualitäten besser."

Dort dürfte er in naher Zukunft aber wohl nur gebraucht werden, sollte der sich mit einem Justizverfahren in Spanien herumplagende Hernandez in zehn Tagen tatsächlich eine sechsmonatige Haftstrafe antreten müssen.

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