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Formel 1

Schumi schlägt Alarm

Von Jan-Hendrik Böhmer
Michael Schumacher, Ferrari, Kritik
© Getty

München - Noch vor zwei Rennen ließ sich Ferrari nicht einmal von einem Defkt stoppen. Trotz eines gebrochenen Auspuffs fuhr die Scuderia in Magny-Cours einen souveränen Doppelsieg nach Hause. Fuhr. Vergangenheit. Denn diese Zeiten sind vorbei.

In Hockenheim (die Video-Highlights bei SPOX.TV) gab es nach der Blamage von Silverstone bereits das zweite enttäuschende Rennen in Folge.

Ferrari-Berater Michael Schumacher schlägt Alarm: "Wir waren einfach nicht stark genug und mussten Federn lassen", sagte der 39-Jährige noch am Kommandostand. "Wir müssen ganz genau klären, woran es gelegen hat und uns dann verbessern."

Kampf mit stumpfen Waffen

Erste Analyse: Probleme mit Reifen und Bremsen. Konnte Felipe Massa in seiner Qualifying-Runde noch einigermaßen mithalten, so hatte er über die komplette Renndistanz keine Chance. "Ich konnte mit diesem Auto einfach nicht kämpfen", so der Brasilianer.

So lief das Rennen: Der SPOX-Spielfilm zum Nachlesen

Und genau das könnte Ferrari jetzt zum Verhängnis werden. Denn auch beim kommenden Rennen in Ungarn werden Bremsen und Reifen wieder enorm beansprucht. Zu Beginn der zweiten Saisonhälfte könnte die Konkurrenz davonziehen.

Ferrari im Rückwärtsgang

Ist McLaren-Mercedes im Vorteil? "Es sieht ganz danach aus", sagt Kimi Räikkönen, der erneut ein uninspiriertes Rennen ablieferte. Und auch Massa sieht die Silbernen vorne. "Sie haben sich definitiv verbessert", so der Brasilianer. "Und ich glaube, dass wir eher einen Schritt rückwärts gemacht haben."

Teamchef Stefano Domenicali stimmt zu. "Es war kein guter Tag für uns. Und es gibt keinen Grund, das zu leugnen", so der Italiener. "Zum ersten Mal in dieser Saison hatten wir nicht die Geschwindigkeit, die wir uns zuvor ausgerechnet hatten."

Testfahrten als Rettung?

Bei der Frage nach den Gründen, herrscht indes noch Ratlosigkeit. "Wir müssen herausfinden, warum wir langsamer waren und dürfen uns dabei nicht in oberflächliche Analysen verstricken oder voreilig eine Lösung erzwingen", so Domenicali.

 

Glück für Ferrari: Schon am Mittwoch kann das Team bei den Testfahrten in Jerez mit einer ausgiebigen Analyse auf der Strecke beginnen.

Von einer Notlage möchte bei den Roten deshalb niemand sprechen. "Das ist definitiv keine Krise", so Räikkönen. "Wir werden hart arbeiten und hoffentlich schnell eine Lösung finden, damit wir bald wieder zurück sind, wo wir hingehören."

Überraschende Überlegenheit

Bei McLaren-Mercedes ist man ob der eigenen Überlegenheit unterdessen überrascht. "Unser Speed im Vergleich zu Ferrari war besser als ich es mir jemals erträumt hätte", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Es war schon sehr deutlich."

Eine Tendenz für die kommenden Rennen? "Ich hoffe mal", so Haug. "Wir hatten bisher mehr Potenzial, als wir Punkte haben. Jetzt kommt Ungarn. Dort hat Lewis im Vorjahr gewonnen, dort sollten wir ganz gut aufgestellt sein."

Dennis kündigt Neuerungen an

Das glaubt auch Teamchef Ron Dennis. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in Ungarn schlechter sein werden", sagte er. "Besonders da unser Auto bis dahin noch ein wenig anders aussehen wird."

Wie genau, das wollte der Brite nicht preisgeben. Doch es wird erwartet, dass McLaren-Mercedes zum Rennen am Hungaroring mit einigen aerodynamischen und mechanischen Neuerungen im Gepäck anreist, die bei den Testfahrten in Jerez in dieser Woche ihren letzten Testlauf absolvieren sollen. Darunter vermutlich auch die sogenannte Haifischflosse auf der Motorabdeckung. Keine gute Nachricht für Ferrari.

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