Fussball

WAC-Interimscoach Sahli: "Strubers Abgang war unerwartet - aber die Spieler sind nicht allzu betroffen"

Von APA
Mohamed Sahli - im Trainerstab des WAC

Der Wolfsberger AC muss sich seit Beginn dieser Woche nach einem neuen Cheftrainer umschauen. Gerhard Struber dockte bei Barnsley in der zweiten englischen Liga an, vorläufig übernahm der frühere Co-Trainer Mohamed Sahli die Agenden. Dessen erste Aufgabe wartet gegen den nach fünf Niederlagen in Folge schwer bedienten SV Mattersburg. "Wir müssen unsere Topleistung abliefern", meinte Sahli.

"Sicher war der Abgang unerwartet, aber die Spieler sind nicht allzu betroffen", erklärte der gebürtige Tunesier nach den ersten Trainings ohne Struber. Die Qualität der Mannschaft werde nicht leiden, wollte er gleich einmal jegliche Hoffnungen bei der Konkurrenz zerstreuen, dass der Tabellendritte jetzt einen Einbruch erleiden könnte.

"Es ist eine Mannschaft, die über die Zeit zusammengewachsen ist. Sie sind ein funktionierendes Team, jeder weiß was, er zu tun hat. Ja, es war überraschend, aber man merkt, die Stimmung ist trotzdem top bei der Mannschaft", sagte Sahli der APA. Bescheid gewusst hätten die Spieler seit dem Freitag der Vorwoche. "In der Zeit haben wir drei Tage freigehabt." Dann habe die Club-Führung im Hintergrund die geordnete Übergabe organisiert.

"Nur" Videoanalyst Senft begleitet Struber

"Es hat Gerüchte gegeben, dass ich den Verein verlasse, aber am Ende habe ich mich aufgrund der Gespräche mit dem Präsidenten entschieden weiterzumachen", führte der frühere Trainer im ÖFB- und Salzburg-Nachwuchs aus. Vom ursprünglichen Team - mit Trainer, zwei Co-Trainern, Tormanntrainer und Video-Fachmann - sind drei geblieben. Nur Videoanalyst Maximilian Senft begleitete Struber nach England, insofern sei Kontinuität gegeben.

Das soll sich auch auf dem Platz widerspiegeln, denn am System und an der Grundausrichtung will Sahli fürs Erste nicht schrauben. "Wir wollen weiterhin erfolgreichen, aktiven und attraktiven Fußball spielen. Das ist unser Ziel. Ich habe keinen Grund, groß was zu verändern", betonte er. Der Bundesliga-Elfte aus dem Burgenland soll das am Samstag zu spüren bekommen: "Wir wollen voll punkten, mit allem Respekt für Mattersburg."

Sahli: "Es kommt auch auf die Tagesform an"

Im Hinspiel hatte sich der WAC im Lavantal 5:0 durchgesetzt, Stürmer Shon Weissman erzielte dabei vier Tore. "Es kommt auch auf die Tagesform an", wollte Sahli von einer klaren Favoritenrolle nichts wissen. "Wir müssen unsere Topleistung abliefern. Es ist mein Appell an die Mannschaft, dass wir nicht nachlassen dürfen. Wir müssen fleißig und aktiv sein." Verzichten müssen die Wolfsberger wohl auf Stürmer Alexander Schmidt, der sich beim ÖFB-U21-Team die kleine Zehe gebrochen hat.

Wie lange Sahli in der Interimsfunktion tätig sein wird, ist offen. "Ich habe mit dem Präsidenten Gespräche geführt und geklärt, dass ich dem Club länger erhalten bleibe", verriet er. Fragt sich, in welcher Rolle. Die Trainerstelle fix zu übernehmen, könnte er sich prinzipiell vorstellen. "Das ist momentan aber unwichtig. Ich denke an die nächsten sechs Spiele, die wollen wir erfolgreich gestalten."

Mattersburg-Coach Franz Ponweiser will die Veränderungen beim Gegner nicht zum Thema machen. "In der Konstellation, in der wir uns befinden, müssen wir nur auf uns schauen und dürfen uns nicht mit etwaigen Geschichten beim WAC beschäftigen", sagte der Burgenländer. Es gelte, kompakt zu stehen und schwere individuelle Fehler in der Defensive diesmal zu vermeiden, "dann haben wir natürlich die Möglichkeit, zuhause zu punkten".

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung