NFL - Vorschau: Los Angeles Rams vs. Miami Dolphins

Die Premiere des Auserwählten

Freitag, 18.11.2016 | 12:07 Uhr
Jared Goff wird gegen die Miami Dolphins sein Startdebüt geben
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Das lange Warten hat ein Ende. Nachdem schon einige Rookie-Quarterbacks in dieser Saison für Furore sorgten, greift nun auch der erste Pick des letzten Drafts ins Geschehen ein. Jared Goff gibt sein Startdebüt für die Los Angeles Rams (4-5) im Heimspiel gegen die Miami Dolphins (5-4) in Week 11. Das Spiel seht ihr im Rahmen der NFL-RedZone-Konferenz am Sonntag ab 19 Uhr live auf DAZN.

"Mit dem ersten Pick im NFL Draft 2016 wählen die Los Angeles Rams Jared Goff, Quarterback, Cal." Mit diesen Worten von NFL-Commissioner Roger Goodell begann vor etwa einem halben Jahr in Chicago die NFL-Karriere des bis heute unbeschriebenen QB-Blattes. Seither saß der Passgeber geduldig auf der Bank und schaute sich an, was der Starting Quarterback der Rams, Case Keenum, so veranstaltete.

Überraschend kam dies jedoch für niemanden, denn schon früh legte sich Head Coach Jeff Fisher auf Keenum fest, der bislang in seinen insgesamt fünf Jahren in der NFL auch noch nicht überzeugte. Die letzten zweieinhalb verbrachte er aber in St. Louis bzw. Los Angeles - und kannte daher immerhin das System.

Geholfen hat dieses Wissen aber recht wenig. Zu inkonstant agiert Keenum. Doch das war im Grunde egal, denn der Plan war es, den künftigen Franchise-Quarterback langsam aufzubauen und ihn nicht ins kalte Wasser zu werfen. Ein Grund dafür dürfte auch sein, dass die Rams seit Jahren eher mittelprächtig unterwegs sind und in den vergangenen vier Jahren einmal sechs Siege (2014) und gleich dreimal sieben Siege vorzuweisen hatten. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Man sah das Team so kurz nach der Rückkehr aus Missouri keineswegs in der Verfassung, wieder oben anzugreifen.

Dies war den Rams indes schon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr vergönnt. 2006 gelang die letzte ausgeglichene Bilanz, 2004 die letzte Playoff-Teilnahme. Seither sucht man vergeblich nach der Siegerstraße.

Konstant unter .500

Daran änderte auch Jeff Fisher nichts, der 2012 das Ruder übernahm, aber konstant knapp an der .500-Marke scheiterte. Obwohl die Rams eines der Teams sind, denen seit Jahren attestiert wird, über herausragende Talente zu verfügen. Nicht zu Unrecht überdies, denn in den letzten beiden Jahren stellte man mit Aaron Donald 2014 und Todd Gurley im Vorjahr je einen Rookie des Jahres.

Mit gezielten Draft-Day-Trades gelang es darüber hinaus weitere Talente an Land zu ziehen, einzig die Vollendung blieb meist aus. Sei es, weil mit Sam Bradford der damalige Franchise-QB gleich zweimal aufgrund schwerer Knieverletzungen ausfiel, oder weil einfach ein qualifizierter Signal Caller gefehlt hat. Zeitweilig ging man mit Nick Foles und jetzt eben Keenum in die Saison.

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Mit Goff soll sich dies nun alles ändern. Für ihn ging man vor dem Draft mal in die Offensive und schickte gleich fünf hohe Draft Picks (zwei First-Rounder!) nach Tennessee. Ein enorm hoher Preis für das Recht, vor allen anderen zu picken und sich seinen Franchise-Quarterback für Los Angeles auszusuchen. Die Frage war dann nur noch, ob Goff sein sollte oder Carson Wentz - der bei den Philadelphia Eagles landete und nach gutem Saisonstart auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist.

Was genau den Ausschlag für Goff gab, ist nicht überliefert, doch seine rekordverdächtigen drei Jahre bei Cal dürften ein gutes Argument gegenüber Wentz gewesen sein, der bekanntlich nicht mal auf einer FBS-Schule gespielt hat.

Goff doch kein Winner?

Die Frage bleibt aber, ob man mit Goff den erwünschten "Winner" gefunden hat. In den drei Jahren am College gelang den Golden Bears nur eine Winning Season (7-5) im Jahr 2015. Gravierender noch war die Bilanz gegen die direkten Rivalen aus der Pacific-12 Conference: 0-9 gegen Stanford, USC und UCLA. Zudem blieb Goff mit seinem Team auch sieglos gegen Oregon, den direkten Division-Konkurrenten.

Vorzeigbar ist diese Bilanz wahrlich nicht, auch wenn sie dadurch zu relativieren ist, dass Cal ohnehin nicht zu den Powerhouses des Landes zählt. Insofern ist die Winning Season 2015 durchaus lobend zu erwähnen, war es doch die erste der Golden Bears seit 2011.

Die Geduld, die man mit Goff hat, auch angesichts der Tatsache, dass andere Teams in dieser Hinsicht mutiger waren - Dak Prescott, Carson Wentz oder auch mit Abstrichen Cody Kessler sind die positiven Beispiele - ist allerdings keine Seltenheit. Im Gegenteil. Zahlreiche Top-Quarterbacks der heutigen Zeit oder aus früheren Generationen begannen ihre Karrieren auf der Bank. Herauszustellen sind hier Tom Brady, Aaron Rodgers oder Tony Romo.

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Brady warf 2000 in seiner Rookie-Saison ganze vier Pässe hinter Drew Bledsoe und gab erst 2001 sein Start-Debüt - aus der Not heraus geboren wohlgemerkt. Aaron Rodgers saß mehrere Jahre hinter Brett Favre auf der Bank und auch Tony Romo brauchte zwei Jahre, um endlich seine Chance - ebenfalls als Nachfolger von Bledsoe - zu bekommen. Zweifelsohne dürften alle drei von ihren damaligen Vorderleuten gelernt und somit profitiert haben.

Freilich darf aber bezweifelt werden, ob diese Vergleiche nicht doch ein wenig unpassend sind. Nicht etwa, weil es unfair wäre, den jungen Goff mit einer lebenden Legende und zwei herausragenden Quarterbacks zu vergleichen. Vielmehr muss bezweifelt werden, wie groß der Mehrwert sein kann, hinter einem QB wie Keenum im Wartestand zu bleiben, der keineswegs zur Gruppe der Top-Quarterbacks der Liga zählt. Bei Favre oder Bledsoe war dies ganz anders.

Keenum durch die Bank schwach

Keenum wusste bislang überhaupt nicht zu überzeugen. Weder individuell noch mit dem Team findet sich viel Positives über den 28-Jährigen zu berichten. Ein Blick auf diverse Ratings lässt erahnen, was das bloße Auge suggeriert: Keenum gehört zu den schlechtesten Quarterbacks der Liga. Sein Passer Rating ist das viertschlechteste der NFL und wird nur von drei Spielern unterboten. Nämlich: Brock Osweiler, Blaine Gabbert und Ryan Fitzpatrick. Nur Ersterer ist heute noch Starter seines Teams.

Damit nicht genug: Glaubt man dem (nicht überall unumstrittenen) "Total QBR" von ESPN, dann ist Keenum gar der schlechteste aller Quarterbacks in dieser Saison mit einem Wert von 43.1 (von 100 möglichen Punkten). Der Topwert in dieser Statistik liegt derweil bei 86.9 (Brady). In Sachen Total Offense rangiert L.A. mit im Schnitt 308 Yards im Spiel folgerichtig auf dem vorletzten Rang in der NFL.

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Spötter fragen sich: Was genau soll Goff von ihm also lernen? Eine andere Theorie besagt, dass Goff deshalb bisher nicht gespielt hat, weil man kein Verletzungsrisiko eingehen wollte. Auch kein abwegiger Gedanke, denn die Rams belegen Platz zehn der NFL mit 23 zugelassenen Sacks.

Doch nun bekommt doch Goff die Chance. Week 11 daheim gegen die Miami Dolphins, die ihrerseits vier Spiele in Serie gewonnen und scheinbar die Kehrtwende in einer zu Beginn blassen Saison geschafft haben. Warum also gerade jetzt? "Ich hatte das Gefühl, dass jetzt der beste Zeitpunkt ist, um voranzuschreiten und die Schlüssel an Jared weiter zu reichen", so Fisher: "Wir sind gespannt. Er war gut im Training. Ihm gefällt der Plan, er ist richtig aufgeregt."

"Wie viel weniger muss Keenum machen?"

Fisher räumte aber auch ein: "Die Position ist nicht leicht zu spielen, wie wir überall in der Liga gesehen haben. Einige gute Quarterbacks mussten letzte Woche einiges einstecken, aber wir haben Vertrauen in ihn, auch die Offense hat Vertrauen ihn in. Wir bereiten ihn auf seinen Einsatz vor."

Die Entscheidung ist die Konsequenz einer weiteren schwachen Offensivleistung der Rams, die in New York bei den Jets zwar mit 9:6 gewannen, dabei aber mit 280 Yards erneut im Angriff enttäuschten. Es war schon das dritte Mal, dass man in dieser Spielzeit ohne Offensiv-Touchdown blieb. Keenum selbst warf lediglich für 165 Yards (17/30) und inspirierte damit niemanden. Auf Twitter kam die Frage auf: "Wie viel weniger muss Keenum noch bieten, damit Fisher Goff bringt?" Nun haben wir die Antwort.

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Die Dolphins jedoch werden kein guter Gast sein. Dies demonstrierten sie schon mit ihrem späten Comeback-Sieg in San Diego in der Vorwoche. Zudem dürfte Erschöpfung ob einer langen Anreise auch kein Faktor sein - die Dolphins blieben nach dem Chargers-Spiel in Südkalifornien und sind entsprechend ausgeruht und auch schon auf die Westküstenzeit eingestellt.

Auf dem Platz dürfte sich besonders der Pass Rush Miamis als große Herausforderung für Goff herausstellen. Mit bislang 22 Sacks befindet sich Miami in den Top 10 der Liga. Zudem verfügen sie mit Ndamukong Suh durch die Mitte und Cameron Wake über außen gleich über zwei Pass Rusher der Extraklasse.

Tannehill? "Ein Tier"

Aber auch offensiv muss sich Miami dieser Tage nicht verstecken. An der aktuellen Siegesserie hat nicht zuletzt QB Ryan Tannehill großen Anteil, wie auch sein Head Coach Adam Gase attestiert: "Der Junge ist ein Tier. Er steht einfach in der Pocket, egal was passiert. Es gab da einen Pass [gegen San Diego], bei dem er unter Druck stand. Er warf trotzdem den Ball, kam später an die Seitenlinie und sagte: 'Ich muss da stehen bleiben.' Er verfügt über die Art Härte, dass er in der Pocket bleibt, einen Hit einsteckt und dann gleich wieder voll da ist."

Und dann wäre da noch Jay Ajayi im Backfield, der sich ebenfalls zu einem regelrechten Monster entwickelt hat, mit zwei 200-Yard-Spielen in Serie und 5,7 Yards pro Carry über die Saison. Zahlen, die man vor der Saison doch eher von Todd Gurley - wenn überhaupt - erwartet hätte, nicht jedoch vom vormaligen No-Name-Back der Dolphins, der das überraschende Karriereende von Arian Foster zur Randnotiz degradierte.

Und was bringt Goff ins Spiel? Basierend auf seinen College-Vorstellungen ist er ein klarer Pocket-Passer der alten Schule. Er verfügt über ein gutes Auge, macht recht wenige Fehler - 30 Picks in 1568 Versuchen - und hält im Übrigen den Schulrekord mit 96 Touchdown-Pässen insgesamt sowie den Pac-12-Rekord mit 43 Touchdown-Pässen in einer Saison.

Der Übergang zur NFL dürfte zweifelsohne nicht so flüssig ablaufen. Aber auch auf dem College hat er sich in den wichtigen Werten von Jahr zu Jahr gesteigert, Potenzial ist also vorhanden. Die Frage wird sein, ob er selbiges schon jetzt abrufen kann.

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