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Montag, 10.10.2016 | 14:27 Uhr
J.R. Smith wartet noch auf einen neuen Vertrag, während LeBron James schon mit einem recht ordentlichen ausgestattet ist
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Nachdem die Cleveland Cavaliers die ausgiebigen Meisterfeiern beendet hatten, ging es darum, die Mannschaft zusammenzuhalten. Das ist auch gelungen, lediglich ein paar Rollenspieler suchten das Weite. All das klingt nach einer guten Offseason - wenn da nicht J.R. Smith und die dicke Gehaltsliste wären.

Die Transaktionen

Never change a winning team. Der Champion aus Ohio hatte nicht besonders viel Bedarf, um irgendwas zu ändern - was die Gehaltsstruktur der Franchise ohnehin nicht zugelassen hätte. Mit Chris Andersen und Toney Douglas kamen lediglich zwei externe Free Agents ins Boot, die beide für ein Jahr unterschrieben. Über den Draft sicherte sich "The Land" Point Guard Kay Felder, der zuletzt beim Preseason-Erfolg gegen die Philadelphia 76ers 21 Minuten auf dem Feld stand.

Per Trade mit den Bulls kam Flügelspieler Mike Dunleavy, für den mit den Draft-Rechten an Albert Miralles (Draft 2009) ein Alibi-Gegenwert in die Windy City geschickt wurde. Dessen Rechte kamen zuvor von den Milwaukee Bucks, die dafür per Sign-and-Trade Point Guard Matthew Dellavedova erhielten. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Timofey Mozgov, Mo Williams und Joe Harris.

Der dickste Coup war natürlich zweifelsfrei die Vertragsverlängerung von LeBron James, der einen 99-Millionen-Dollar-Vertrag für drei Jahre unterschrieb. Auch Richard Jefferson und James Jones unterzeichneten frische Arbeitspapiere, während die Situation um J.R. Smith nach wie vor unklar ist.

Die Strategie

Die Championship hatte selbstverständlich auf mehreren Ebenen große Bedeutung für die Zukunftsplanung. Eine davon war der Gemütszustand von James, der nun sein ultimatives Karriere-Ziel erreicht hat und entsprechend wenig Bedenkzeit brauchte, um einen neuen Vertrag zu unterschreiben.

Dabei ging allerdings so viel Kohle drauf, dass General Manager David Griffin das 38-Millionen-Angebot der Bucks an Restricted Free Agent Dellavedova nicht mitgehen wollte - und letztendlich immerhin einen Sign-and-Trade einfädelte, der über Umwege Dunleavy nach Ohio spülte. Auch die Trennung von Mozgov kam nicht überraschend, da er in der Rotation zuletzt fast keine Rolle mehr gespielt hatte.

Die Causa Smith verhält sich da schon komplizierter. Nach der Verlängerung von James schien es fast nur noch Formsache zu sein, das restliche Team um die Big Three James, Kyrie Irving und Kevin Love (die bis mindestens 2018 an die Cavs gebunden sind) zusammen zu halten. Doch da spielte der Shooting Guard nicht mit. Erst verzichtete er auf seine gut 5 Millionen-Dollar schwere Spieleroption, dann lehnte er jegliche Offerten ab und fordert laut ESPN nun 15 Millionen Dollar pro Jahr, die den ohnehin schon Luxussteuern und Wiederholungstäter-zahlenden Besitzern wehtun würden.

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Aber letztendlich wird den Cavs wohl nichts anderes übrig bleiben, als auf die Wünsche des Spielers einzugehen. Denn erstens sind keine Free Agents seines Kalibers mehr auf dem Markt, zweitens könnte sich die Franchise solche (Externe) ohnehin nicht leisten. Drittens würde eine überraschende Trennung den König wütend machen, der ebenfalls von Agent Rich Paul vertreten wird und die Franchise in den letzten Wochen mehrfach aufgefordert hatte, sich bitte zeitnah mit J.R. zu einigen.

Da Smith auf einen langfristigen Deal besteht, gibt es kaum Diskussionen darüber, wie die Zukunft des Teams aussehen wird - die Finals-Helden werden zusammenbleiben. Auch, wenn bereits erste Teams wie die Boston Celtics Interesse an Smith geäußert haben.

Die Schwachstellen

LeBron stand in den Playoffs 39 Minuten pro Spiel auf dem Feld, Kyrie Irving 37. Das ist selbst für eine Postseason eine ganze Menge, vor allem wenn man die zwei lockeren Sweeps aus den ersten beiden Runden berücksichtigt. Ein Grund dafür ist die Unproduktivität der Reservisten: In der vergangenen Saison erzielten nur die Bankspieler der Detroit Pistons weniger Punkte als die Second Unit der Cavs.

Nun kündigte Head Coach Tyronn Lue bereits an, die Minuten seiner Stars zu reduzieren. Bleibt die Frage, wer dann das Niveau halbwegs aufrecht erhalten soll, vor allem im Backcourt. Hier schmerzt der Abgang von Delly, über den die Meinungen zwar auseinander gehen, der in der Regular Season aber 25 Minuten auf dem Feld stand. Was passiert, wenn Irving ausfällt? Und wie sehen die Optionen aus, wenn das Tauziehen mit Smith doch in einem Debakel endet?

Iman Shumpert wäre die erste Wahl auf der Zwei - ansonsten stehen nur die Youngster Jordan McRae und Markel Brown zur Verfügung. Die Alternativen im Aufbau heißen Felder und Neuzugang Douglas. Nicht gerade die Creme de la Creme.

Als weiterer Schwachpunkt sollte auch die Payroll der Cavs herangezogen werden, die absolut keinen Spielraum bei unerwarteten Rückschlägen lässt. Mit einem Gehalt von 119,9 Millionen Dollar im nächsten Jahr (ohne Smith) stehen sie ligaweit an der Spitze. Entspannung ist diesbezüglich kaum in Sicht: Auch zur Saison 2018/2019 sind es Stand jetzt noch 111 Millionen.

Der Hoffnungsträger

Der König hat seinem Volk einen Titel beschert und ist damit noch unantastbarer geworden als er es ohnehin schon war. Eine Wiederholung des Erfolgs ist nur möglich, wenn er so dominant auftritt wie in den Finals 2016 und sein mittlerweile doch schon fortgeschrittenes Alter (der Mann wird auch bald 32) keine Rolle spielt.

Er ist Defense-Anker, Playmaker, Scorer und Locker-Room-Leader in Personal-Union. Sein Einfluss auf jedes Spiel ist noch furchterregender, wenn sein Jumper fällt - und die Preseason-Spiele zuletzt haben gezeigt, dass dies offenbar der Fall ist.

Mit einem halben Auge wird zudem auf Kay Felder geschielt. Der späte Zweitrundenpick ist die Definition einer Wundertüte - wie viel Isaiah Thomas steckt in dem 1,75 Meter großen Guard?

Das Fazit

Die Cavaliers hatten nicht vor, große Änderungen am Kader vorzunehmen. Geht man davon aus, dass sich Smith doch noch mit der Franchise einigt, starten sie mit dem erweiterten Kern der Meistertruppe in die neue Saison - lediglich ein paar Rotationsspieler müssen neu integriert werden.

Mit der Offseason der Warriors konnten sie natürlich trotzdem nicht mithalten, was aber auch kaum möglich war. Trotzdem hat Cleveland seinen Status als Ostprimus untermauert und bleibt mit diesem Kern ein langfristiger Finals-Kandidat.

Die Note: 3

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