Donnerstag, 26.03.2015

Memphis Grizzlies - Cleveland Cavaliers 89:111

Bärenstarke Cavs zähmen die Grizzlies

Was für eine denkwürdige Klatsche für die Memphis Grizzlies (50-22). Von der ersten Sekunde an wirken Randolph und Co völlig von der Rolle und kommen gegen exzellent aufgelegte Cleveland Cavaliers (47-26) mit 111:89 mächtig unter die Räder. Nach einer halben Stunde ist bereits alles entschieden.

Lassen die Cleveland Cavaliers den Ball so gut in den eigenen Reihen laufen, sind sie wohl nur ganz schwer zu schlagen. Auch wenn es ihnen die erschreckend schwachen Grizzlies an vielen Stellen des Spiels wirklich leicht machten, glänzten die Cavs mit Ball Movement nahe der Perfektion. Dabei punktete die komplette Starting Five zweistellig und legte ein beeindruckendes drittes Viertel hin, wonach alles entschieden war.

Topscorer in einem sehr ausgeglichenen Cavs-Team war Kyrie Irving, der auf 24 Punkte (9/21 FG) kam. Daneben glänzte Kevin Love mit einem Double-Double, wobei der Power Forward 10 Rebounds sammelte und fast jeden Wurf traf (22 Punkte, 10/13 FG). LeBron James war wie gewohnt überall zur Stelle (20 Punkte, 3/5 Dreier, 8 Rebounds, 5 Assists), während Timofey Mozgov vor allen Dingen unter dem Korb abräumte und auf 14 Punkte sowie 9 Rebounds kam.

Bei den Grizzlies stemmten sich lediglich die engagierten Jeff Green (11 Punkte, 5 Rebounds) und Marc Gasol (18 Punkte, 3 Steals, 2 Blocks) gegen die Niederlage. Der Spanier betrat im letzten Viertel aber nicht einmal mehr das Feld, weil zu diesem Zeitpunkt bereits alles entschieden war. Das lag auch daran, dass Zach Randolph (5 Punkte, 3 Rebounds), Mike Conley (10 Punkte, 3 Turnover) und Courtney Lee (0 Punkte, 0/3 FG) einen ganz schwachen Abend erwischten. In der Garbage Time konnte Beno Udrih noch mit 15 Punkten (7/10 FG) glänzen.

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Die Reaktionen:

LeBron James (Cavaliers): "Wir wissen natürlich wie stark sie in der Defensive sind, gerade in ihrer eigenen Arena. Dass wir es geschafft haben, den Ball so gut zu bewegen und zu teilen, das hat mich sehr beeindruckt."

David Blatt (Trainer Cavaliers): "Wir waren sehr fokussiert und haben im ersten Viertel defensiv sehr präsent agiert. Dadurch sind wir gleich von Anfang an im Fluss gewesen."

Zach Randolph (Grizzlies): "Sowas bereitet dir Magenschmerzen, weil du weißt, dass du das viel besser kannst als das, was man heute gesehen hat."

Dave Joerger (Trainer Grizzlies): "Wir haben heute verdammt viele Würfe nicht getroffen und sie waren in der Lage ganz frei aufzuspielen. So hatten sie dann auch die meiste Zeit des Spiels die Führung."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Cavaliers treten mit der zuletzt so erfolgreichen Starting Five bestehend aus Irving, Smith, James, Love, und Mozgov an. Auf der Gegenseite begrüßen die Grizzlies Courtney Lee wieder. Der wiedergenesene Shooting Guard läuft an der Seite von Conley, Allen, Randolph und Gasol auf.

5.: Sehr hektischer Beginn. Beide Teams bereits mit drei Ballverlusten. Zunächst klaut Allen Gegenspieler Irving die Kugel, er läuft den Fastbreak und trifft den Korbleger nicht. Doch Gasol ist zur Stelle und verwertet den Offensivrebound direkt. Gleich im nächsten Angriff verliert Conley das Leder. Dieses Mal rennen die Cavs den Schnellangriff, den Irving am Korb abschließt. 9:9.

12.: Die Cavs setzen sich ein kleines bisschen ab. Doch dann bedient Conley den gerade eben eingewechselten Jeff Green mustergültig. Der zieht von rechts zum Korb und haut mit Gewalt den Slam Dunk zum 20:19 durch die Reuse. Der Mann kennt sich ja mit Dunks gegen LeBron James bekanntlich aus.

17.: So langsam muss Memphis aufpassen. Außerhalb der Zone läuft herzlich wenig zusammen und Cleveland setzt sich immer weiter ab. Mozgov wildert im Hoheitsgebiet der Grizzlies, greift sich einen ganz schwierigen Offensivrebound und legt die Kugel anschließend rein. Im nächsten Spielzug fliegt der Russe zum Slam Dunk heran und erzielt das 36:26 für die Cavs.

LeBron James: Die besten Bilder
LeBron James Karriere begann in seiner Heimat Ohio. Mit den Cavs reichte es allerdings nicht zum Titel, sodass er 2010 nach Miami wechselte
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Zusammen mit Dwyane Wade und Chris Bosh bildete James in Miami die "Big Three"
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Wo er hinkommt, da ist die Hölle los. LeBron James, das Reporterziel Nummer eins
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Seine sportlichen Qualitäten sind allerdings unbestritten. Schon heute gilt er als einer der größten Basketballer aller Zeiten
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An Titeln mangelt es ihm auch nicht (mehr). 2012 und 2013 führte er die Heat zur Meisterschaft
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Insgesamt vier MVP-Trophäen hat er nebenher auch noch einsammeln können
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Auch mit der Nationalmannschaft blieb der Erfolg nicht aus. In London und in Peking gewann "The Chosen One" Gold
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Marketingtechnisch ist James mittlerweile ebenfalls die Nummer eins unter den Basketballern in den USA
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Sportstars unter sich: Dwyane Wade und LeBron James 2013 zusammen mit US-Open-Gewinner Rafael Nadal
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Auf Football hätte der 28-Jährige auch irgendwann Lust. Er hofft mindestens einmal in der NFL spielen zu können
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Auch privat läuft es für James nicht übel: Am 14. September heiratete er seine langjährige Freundin Savannah Brinson
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Den Threepeat mit den Heat verpasste er aber in diesem Jahr. Gegen San Antonio unterlag man in fünf Spielen
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Nach der Finals-Niederlage im Juni gegen die Spurs entschied sich James dann, nach Cleveland zurückzukehren
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Dabei wird er auch wieder die 23, und nicht wie bei den Heat die 6 tragen
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Dabei wird er auch wieder die 23, und nicht wie bei den Heat die 6 tragen
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Beim Traum, die erste Meisterschaft nach Ohio zu holen, soll auch Kevin Love helfen
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23.: Not in my house! Marc Gasol ahnt beim Layup-Versuch nichts Böses, doch von hinten kommt J.R. Smith angerauscht und haut dem Spanier den Ball aus den Händen. Astreiner Block! Smith schaltet schnell, geht sofort in den Fastbreak über und bedient Kevin Love unter dem Korb. Der hat leichtes Spiel. 50:40 Cleveland.

27.: Auch die zweite Hälfte beginnt schlecht für Memphis. Vince Carter erhält zwei technische Fouls hintereinander und muss den Rest des Spiels zusehen. Derweil verwandelt Love den nächsten langen Zweier zum 62:49 für Cleveland und in der Arena macht sich langsam Unmut breit.

30.: Das Bällchen rollt weiter exzellent bei Cleveland. Smith spielt Love an der Dreierlinie frei. Gleich zwei Grizzlies gehen raus, um den Power Forward zu verteidigen. Dadurch ist Mozgov völlig frei unter dem Korb und wird mustergültig von Love bedient. Nach dem beidhändigen Dunk nimmt Dave Joerger die nächste Auszeit. 71:53 Cavs.

33.: Die Grizzlies kommen mit hängenden Köpfen aus der Auszeit. Dellavedova und Smith treffen völlig freistehend aus der Distanz, Mozgov erhöht von der Freiwurflinie und Kevin Love fliegt per Alley-Oop-Dunk zum 81:55 Cavs. Die Körpersprache der Grizzlies zeigt: Hier glaubt keiner mehr an ein Comeback.

36.: Vier Sekunden vor Schluss fliegt der agile Jeff Green zum Slam Dunk ein und bringt wieder etwas Stimmung zurück in die Halle. Doch die Grizzlies verpassen es kollektiv zurückzurücken. Irving rennt völlig frei über den Court und verwandelt noch schnell den Korbleger mit dem Buzzer zum 91:66. Das Ding ist durch.

42.: Anscheinend will David Blatt hier ein Statement setzen. Irving, James und Love stehen weiterhin auf dem Court. Während bei den Grizzlies längst die Reservisten spielen, haut Kevin Love den nächsten Eckendreier rein. 100:74 Cavs.

48.: Die meisten Zuschauer sind bereits weg, die Starter sind nun auch schon länger vom Feld. Derweil sorgt Memphis' Jordan Adams per Dreier für den Endstand. 111:89 Cavs.

Grizzlies vs. Cavs: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Clevelands Ball Movement. Warum einen einzelnen Spieler herausheben, wenn das Team zusammen überragend agiert? Alle drei Superstars machten ein starkes Spiel, waren damit aber nur ein Teil einer exzellent funktionierenden Einheit. Den 43 erfolgreichen Feldwürfen der Cavs gingen 30 Assists voraus.

Immer wieder fanden die Cavs den besser postierten Mitspieler und spielten Memphis so schwindelig. Bezeichnend: J.R. Smith war mit 6 Assists bester Vorlagengeber, daneben verteilten aber mit Love, James, Mozgov und Dellavedova vier weitere Spieler mindestens 4 Assists.

Der Flop des Spiels: Zach Randolph. Irgendwas schien nicht zu stimmen beim Power Forward. Randolph blieb schwach im Kampf unter den Brettern (3 Rebounds), traf nur 2 von 8 Feldwürfen und war mit seiner fehlenden Körpersprache Sinnbild eines insgesamt erschreckend schwachen Grizzlies-Teams, von dem bis auf Marc Gasol und Jeff Green auch jeder andere Spieler in dieser Kategorie stehen könnte.

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Das fiel auf:

  • Cleveland drückte von Beginn an mächtig aufs Tempo und wollte sich den Spielstil der Grizzlies gar nicht aufzwingen lassen. Das gelang hervorragend. Memphis versuchte das Tempo mitzugehen, was zumeist misslang. 16 der 19 Grizzlies-Punkte im ersten Viertel kamen aus der Zone, ansonsten traf Memphis aber herzlich wenig, wirkte ungenau und lethargisch.
  • Reich und sexy auch ohne Erfolg
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    Auch ohne sportlichen Erfolg strahlen die Lakers immer noch Glanz aus. Sie sind stolze 2,6 Milliarden Dollar wert
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  • Ganze drei Tage ist das letzte Grizzlies-Spiel her. Es war ein müheloser Sieg gegen die Knicks, bei dem die Starter schnell geschont werden konnten. Trotzdem machte Memphis heute einen sehr müden und unkonzentrierten Eindruck. Unfassbar viele einfache Korbleger wurden vergeben, in der Defensive wurde schwach rotiert und insgesamt wirkten die Grizzlies immer einen Schritt langsamer.
  • Ungewöhnlicherweise bekamen die Grizzlies auch in der Defensive keinerlei Zugriff auf die Cavaliers, die enorm gut aufgelegt waren und den Ball ganz stark laufen ließen. James und Irving fanden sehr schnell ihren Rhythmus und bestimmten das Spiel von der ersten Sekunde an. Dabei wunderten sich aber beide wohl auch über die ungewohnten Freiräume. Gerade Conley hatte große Probleme Irving zu folgen, James dagegen kam immer wieder zu offenen Dreiern.
  • Bereits Mitte des dritten Viertels ergab sich Memphis seinem Schicksal. Was passiert, wenn die Grizzlies nicht mehr mit voller Motivation dabei sind und ihnen eines der besten Teams der NBA gegenübersteht, bewiesen die furiosen 12 Minuten im dritten Viertel der Cavs mit 14 verwandelten Feldwürfen bei 19 Würfen. Allen 14 erfolgreichen Treffern ging dabei ein Assist voraus. Bemerkenswert.
  • Über die Verpflichtung von Timofey Mozgov wird man sich in Cleveland wohl noch immer die Hände reiben. Genau für solche Spiele wurde der Russe geholt. Der Center verlieh den Cavs die so dringend benötigte Präsenz in der Zone und nahm es unter den Brettern mit Gasol und Randolph auf. Dabei machte er seine Sache an beiden Enden des Feldes exzellent.

Der Spielplan im Überblick

Martin Gödderz

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