Being Chad Ochocinco

Von Bastian Strobl
Dienstag, 09.08.2011 | 15:13 Uhr
Selbstzweifel? Wer seinen Namen gemäß seiner Rückennummer ändert, kennt so was nicht
© Getty
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Chad Ochocinco beweist echten amerikanischen Nationalstolz und fordert einen verdammten Kanadier heraus. Anderson Silva braucht dagegen keine eigenen Worte, um der Beste zu sein. Während Rampage Jackson noch kein Rentner sein will, hat Alistair Overeem die Klitschkos im Visier. Außerdem: Die Quadrierung des Trash-Talks von Tito Ortiz. It's time for the Octagon-Eight!

In der roten Ecke, Nummer 85...

Es gibt Sportler, die wenig in der Birne haben. Und es gibt Ochocinco. Sein Lebenslauf liest sich wie ein Sammelsurium an Kuriositäten. Neben der Teilnahme bei "Dancing with the stars" stehen beim 31-Jährigen auch ein Wrestling-Auftritt, eine Bull-Rider-Erfahrung und ein Versuch in der Major League Soccer zu Buche.

Jetzt hat der Neuzugang der New England Patriots aber vollkommen den Vogel abgeschossen. Nachdem der Wide Receiver in den letzten Jahren immer mal wieder verschiedenen MMA-Fightern ans Bein gepinkelt hatte, forderte der sechsmalige Pro Bowler nun keinen Geringeren als Georges St. Pierre heraus. "Ich würde sicherlich nicht gegen einen verdammten Kanadier verlieren", wird Ochocinco von "MMA Junkie" zitiert.

Leider hat Nummer 85 die Rechnung aber ohne UFC-Präsident Dana White gemacht. "Ich muss mich eigentlich zurückhalten. Er ist jetzt bei New England, und ich bin nun mal ein Patriots-Fan. Aber er redet so einen Scheiß, es ist nicht zu fassen. Ich weiß nicht, ob er einfach nur ein bisschen Aufmerksamkeit braucht oder wirklich so geistesgestört ist", so White. To be continued in the second quarter...

Der Meister aller Klassen

Wenn ein Sportler sich selbst als der Größte, Beste und Schönste darstellt, scheint das oft ein Anflug von Größenwahnsinn zu sein. So was darf nur Muhammad Ali. Was bleibt einem also übrig? Man lässt reden.

So wie Anderson Silva. Der Middleweight Champion schickt lieber seinen Manager Ed Soares vor, der seinen Schützling verbal in den MMA-Olymp katapultiert. "Anderson Silva kann jeden schlagen. Ganz egal ob jemanden aus dem Heavyweight, Light Heavyweight oder Middleweight. Wahrscheinlich könnte er sogar runter ins Welterweight gehen, wenn ich's mir recht überlege", sagte Soares gegenüber den "MMA News".

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum The Spider lieber im Hintergrund bleibt. Als Brasilianer ist sein Englisch weiterhin... sagen wir mal: verbesserungsfähig. Ein Meister aller Klassen ist schließlich noch lange kein Meister aller Sprachen.

AAALLLTTTEEERRR!!!

Eine Frau nach ihrem Alter fragen? Eine Todsünde. Rampage Jackson nach seinem Alter fragen? Ein Weltuntergang. Das bekam Light Heavyweight Champion Jon Jones bei der Pressekonferenz für UFC 134 zu spüren, als er Rampage einen alten Sack nannte.

"Wenn nennst du hier alt, Kleiner? Ich bin verdammt noch mal erst 33. Du führst dich hier auf, als wäre ich Randy Coutures alter, verschrumpelter Arsch", schlug Rampage zurück.

Als wäre das nicht genug, blickte das A-Team-Mitglied in seine ganz persönliche Glaskugel: "Ich sehe es ganz deutlich: Jon Jones wird zerstört werden. Er hat meinen Gürtel, Alter. Ich will meinen Gürtel zurück. (...) Das letzte Mal, als ich so zuversichtlich war, hat jemand in der ersten Runde den Boden geküsst und ich war Champion."

Die Rückkehr des Königs?

55,724 Zuschauer. Football-Atmosphäre. Und der Local Hero mittendrin. UFC 129 in Toronto war der bisherige Höhepunkt im MMA-Business. Noch nie zuvor durfte sich die UFC wie eine Mainstream-Sportart fühlen.

Und mit UFC 140 kehren Dana White und Co. am 10. Dezember an den Ort ihres größten Erfolges zurück. Zugegebenermaßen, das Event findet nicht wie zuletzt im Rogers Centre, sondern im Air Canada Centre statt. Nichtsdestotrotz machen alleine die MMA-verrückten Kanadier jeden Fight zu einem Erlebnis.

Die große Frage ist nur: Ist auch Georges St. Pierre, der Nationalheld der Ahornblätter, wieder mit von der Partie? GSP wird bei UFC 137 erst mal auf Nick Diaz treffen. Einen guten Monat später geht's dann in Toronto zur Sache. Für eine gute Vorbereitung eigentlich zu kurz. Und trotzdem: Gibt es einen besseren Abend, um endlich den Traumkampf gegen Anderson Silva stattfinden zu lassen?

Eigentlich nicht. Und auch Silvas Manager Ed Soares gibt den Spekulationen neue Nahrung: "Wir sind diesem Fight nie aus dem Weg gegangen. (...) Wenn die UFC den GSP-Kampf will, dann wird er auch kommen." Also, lieber Dana White: MAKE IT HAPPEN!

Der Babysitter

Das Kind im Mann verschwindet nie vollständig. Eine beliebte Phrase der weiblichen Bevölkerung. So abgenutzt, und doch so wahr. Auch bei MMA-Fightern. Deswegen gibt es in der UFC Burt Watson. Er ist "der Babysitter der Stars", wie Kommentator Joe Rogan ihn liebevoll nennt.

"In der UFC zu kämpfen ist ein Fulltime-Job. Deswegen ist es meine Aufgabe, den Sportlern das Leben so angenehm wie möglich zu machen", erklärte Watson gegenüber dem Podcast "The MMA Hour". Von Flugtickets über den Mundschutz bis zum Essensgeld - Watson ist Mädchen für alles.

Und vermutlich der einzige Babysitter mit einer eigenen Catchphrase. Bei Ringsprecher Bruce Buffer heißt es "It's time", Kommentator Mike Goldberg hat sein "It's all over", und Watson heizt die Fighter mit den Worten "We rollin'" an.

Der Hintergrund: "Eines Tages taten meine Füße von dem ständigen Hin- und Herlaufen zwischen Umkleide und Octagon so weh, dass ich mir gesagt habe: ‚Bis hier hin und nicht weiter!' Seitdem stelle ich mich einfach in den Flur und brülle von dort die Kämpfer aus der Kabine raus."

Auf den Spuren des Ironman

Nur die Harten kommen in den Garten. Das weiß offenbar auch Nick Diaz und bereitet sich auf seine Weise auf den Kampf seines Lebens gegen Georges St. Pierre bei UFC 137 vor.

Der ehemalige Strikeforce Welterweight Champion bestritt einfach mal so einen Triathlon. Nein, nicht auf Hawaii, sondern nur den Donner Lake Triathlon im kalifornischen Truckee. Aber Diaz holte bei 292 Teilnehmern immerhin den 36. Platz.

Und der 28-Jährige schlug zudem den anderen, zumindest einigermaßen bekannten Starter: Der ehemalige Baseball-Spieler Eric Byrnes wurde nur 76. Na GSP, beeindruckt?

Klitschko im Visier

MMA-Fighter im Boxring? Erbärmlich! Boxer im Octagon? Mindestens genauso erbärmlich. Das scheint Alistair Overeem allerdings nicht zu interessieren. Nachdem der Demolition Man aus dem Heavyweight-Grand-Prix rausgeflogen ist, braucht er eine neue Beschäftigung.

Und da im Boxen nach dem Klitschko-Haye-Kampf tote Hose herrscht, könnte sich Overeem ja mal im Ringgeviert messen. Am Besten gleich gegen einen der Klitschkos. "Ich würde es lieben, gegen sie anzutreten. Ein Kampfsport-Weltmeister gegen einen anderen. Gibt's was Besseres? (...) Also liebe Klitschkos, ich fordere euch heraus. Ganz egal wann, wo oder unter welchen Bedingungen", so The Reem gegenüber der polnischen Internetseite "Boxingnews.pl".

An Selbstvertrauen mangelt's dem Niederländer zumindest schon mal nicht: "Für ein paar Knochenbrüche wäre ich sicherlich gut." Falls es mit der Boxkarriere nicht klappt, könnte er ja mal bei Vince McMahon durchklingeln. Der WWE-Boss steht bekanntermaßen auf Bodybuilder-Typen.

Der White der Woche: Tito Ortiz

Hands down, Tito Ortiz! Der On-and-Off-Lover von Jenna Jameson beförderte den verbalen Schlagabtausch zuletzt auf eine neue Ebene. Er sprach beim Trash-Talk mit Rashad Evans über... dessen Trash-Talk-Fähigkeiten. Trash-Talk² sozusagen.

In seinem Blog auf "ESPN.com" bewies der Huntington Beach Bad Boy, wer den Größten hat. "Ich habe den Scheiß erfunden. Ich war der Erste. Ich habe meine Gegner aufs Übelste beleidigt. Aber im Gegensatz zu Rashad habe ich meinen Worten auch Taten folgen lassen", so Ortiz.

Der Stein des Anstoßes war eine Bemerkung von Evans, dass Ortiz bei seinem Sieg über Ryan Bader nur Glück gehabt habe. Das konnte der 36-Jährige natürlich nicht auf sich sitzen lassen und antwortete auf seine Weise: "His ass can't cash this check." Nach der TKO-Pleite bei UFC 133 muss sich Ortiz allerdings eingestehen: Sugar Evans löffelt sehr wohl die Suppe aus, die er sich selbst eingebrockt hat.

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