Evans: Freie Bahn zum Titelkampf

Von Oliver Copp
Sonntag, 07.08.2011 | 10:45 Uhr
Rashad Evans (o.) ließ Tito Ortiz bei UFC 133 keine Chance
© ufc
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Am Samstag fand UFC 133: Evans vs. Ortiz 2 in Philadelphia, Pennsylvania statt. Rashad Evans gewann durch technischen K.o. und sicherte sich damit das Recht auf einen Titelkampf.

Anders als in der Märchenwelt endet im wahren Leben nicht jede Geschichte so, wie es sich die Mehrheit der Fans gewünscht hat.

Im Hauptkampf der Veranstaltung setzte sich "Suga" Rashad Evans nach 4:48 Minuten der zweiten Runde durch technischen Knockout gegen Tito Ortiz durch. Waren die ersten Minuten noch ausgeglichen, übernahm Evans zum Ende der ersten Runde das Kommando, zeigte einen harten Slam gegen Ortiz und beendete die Runde in der Mount. Ortiz musste dabei viel Schaden am Boden einstecken und war am Ende der Runde sichtlich angeschlagen.

Kurzes Aufbäumen rettet Ortiz nicht

In der zweiten Runde gab es für Ortiz ein kurzes Aufflammen, nachdem Evans ihn mit einem Takedown zu Boden gebracht hatte: Tito nahm ihn in einen Guillotine Choke, den Griff, mit dem er vor fünf Wochen Ryan Bader besiegt hatte. Anders als Bader gelang es Evans aber, sich daraus zu befreien.

Evans bearbeitete Ortiz aus der Side Mount heraus. Beim Versuch, mit dem Rücken am Käfig entlang wieder in den Stand zu robben, wurde Ortiz von Evans mit dem Knie zum Brustbein getroffen. Ortiz ging wieder zu Boden, und nach einigen weiteren unbeantworteten Schlägen am Boden ging Ringrichter Dan Miragliotta dazwischen und beendete den Kampf.

Damit gelang es Rashad Evans, sich endgültig für den lang erwarteten Titelkampf zu qualifizieren. Er wird nun Anfang 2012 auf den Sieger des Titelkampfs zwischen Weltmeister Jon Jones und Herausforderer Quinton "Rampage" Jackson treffen.

Belfort schlägt Akiyama vernichtend

Der zweite Hauptkampf, Vitor Belfort gegen Yoshihiro Akiyama, war vom Ausgang her an Deutlichkeit nicht zu überbieten. Belforts erster Wirkungstreffer schickte Akiyama bereits zu Boden, wo der Brasilianer nachsetzte. Akiyama kam zwar noch einmal auf die Beine, fand sich dann jedoch schnell - und endgültig - auf der Matte wieder.

Nach drei Niederlagen in Folge steht Yoshihiro Akiyama nun wohl vor der Entlassung - oder dem Wechsel ins Weltergewicht, in das er eigentlich sowieso gehört. Sieger nach 1:52 Minuten durch Knockout: Vitor Belfort.

Ebersole siegt durch technischen K.o.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten sicherte sich Brian Ebersole einen dominanten Sieg gegen Dennis Hallman durch technischen Knockout. Hallman traf Ebersole mit einem Kick zum Kopf, eroberte dann die Back Mount und arbeitete zwei Minuten an einem Rear-Naked Choke.

Ebersole gelang schließlich ein Sweep, und obwohl Hallman instinktiv sofort eine Guillotine ansetzte, drückte ihn Ebersole gegen den Käfig, schlug mehrfach mit den Händen und den Ellenbogen zu und beendete den Fight nach 4:28 Minuten der ersten Runde.

Rivera vs. Philippou: Eine enge Kiste

Wer im Kampf zwischen Jorge Rivera und Costa Philippou mit einem wilden Schlagabtausch gerechnet hatte, wurde zumindest von der ersten Runde enttäuscht. Keiner der beiden wollte so richtig die Fäuste fliegen lassen, und so wurden die ersten fünf Minuten denkbar langweilig, da auch sonst wenig geschah.

Runde zwei begann dafür umso furioser. Philippou schickte Rivera mit einem linken Haken zu Boden und setzte dort mit gefühlten fünfzig Schlägen nach. Zur Überraschung aller gelang es Rivera, das Blatt zu wenden und selbst in die Oberlage zu kommen, um mit Ground and Pound zu punkten. Rivera gelang mit einer Minute verbleibender Rundenzeit ein Takedown, allerdings nahm ihn Philippou gleich in einen Omoplata Shoulderlock, den er fast bis zum Rundenende hielt.

In der dritten Runde traf Philippou Rivera mit einem linken Haken und brachte einen Takedown durch. Riveras Trianglekonter am Boden ging ins Leere, ebenso wie die folgende Back Mount von Philippou. Die restliche Runde verbrachten beide hauptsächlich im Clinch am Käfig, bis Philippou kurz vor Ende des Kampfes noch ein Takedown gelang.

So denkbar knapp der Kampf war, so knapp war auch das geteilte Punktrichterurteil. Zwei Punktrichter sahen Philippou als Sieger, nur einer Jorge Rivera.

Steiler Aufstieg von MacDonald geht weiter

Rory MacDonald setzte im Eröffnungskampf der Pay-Per-View-Übertragung seinen steilen Aufstieg in der UFC fort, indem er mit Mike Pyle in der ersten Runde kurzen Prozess machte. Pyle versuchte immer wieder, den Kanadier in seine Guard zu ziehen.

MacDonald passte den Zeitpunkt gut ab, traf Pyle mit einer Rechten durch die Deckung hindurch, Pyle drehte sich auf den Bauch, MacDonald ging in die Back Mount und feuerte noch einige Treffer zum Kopf ab, bis Ringrichter Kevin Mulhall dazwischen ging und den Kampf nach 3:54 Minuten abbrach.

Gustafsson lässt Hamill keine Chance

Die erste Runde des aus europäischer Sicht mit Spannung erwarteten Kampfes zwischen dem Schweden Alexander Gustafsson und Matt Hamill konnte wohlwollend als fünf Minuten Abtasten auf den Beinen beschrieben werden. Hamill erwischte Gustafsson zweimal mit der Faust, sonst geschah aber nicht viel.

In der zweiten Runde drehte Gustafsson aber auf und traf seinen Gegner mit einer Linken und zwei Aufwärtshaken, die Hamill zu Boden schickten. Dort beendete der schwedische Nachwuchskämpfer den Fight in der Full Mount mit Ellenbogenstößen und Schlägen. Offizielle Kampfzeit: 3:34 Minuten der zweiten Runde.

Mendes kann nicht glänzen

Der potentielle Titelkandidat Chad Mendes überzeugte mit seinem Punktsieg gegen Rani Yahya nur bedingt. Zwar befand er sich zu keinem Zeitpunkt in Schwierigkeiten, aber er machte gegen den Brasilianer Yahya trotzdem keinen Stich. Daran änderte auch seine Flugrolle über Yahyas Deckung wenige Sekunden vor Kampfende nichts mehr.

Ivan Menjivar schlug Nick Pace einstimmig nach Punkten. Johny Hendricks sicherte sich einen Sieg durch geteilte Punktrichterentscheidung gegen Mike Pierce. Mike Brown besiegte Nam Phan mit 29-27, 29-28 und 29-28 Punkten. Im Eröffnungskampf gewann Rafael Natal nach Punkten gegen Paul Bradley.

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