Sonntag, 06.07.2008

Nach Sieg gegen Griffin

Sturm nun gegen Sylvester

Halle/Westfalen - Felix Sturm hat das Tor zum ersten deutsch-deutschen Box-Weltmeisterschaftskampf seit über acht Jahren geöffnet.

Sturm, Griffin, Boxen
© Getty

Der WBA-Champion im Mittelgewicht bezwang Randy Griffin aus den USA vor 5500 Zuschauern in Halle/Westfalen einstimmig nach Punkten (116:113, 116:112, 118:110) und muss sich nun dem von ihm ungeliebten Europameister Sebastian Sylvester stellen.

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"Ich möchte ihn jetzt nicht schlecht reden. Er gehört vielleicht zu den Top Ten der Welt. Aber meine Ansprüche sind höher", sagte der 29 Jahre alte Leverkusener nach dem erfolgreich gemeisterten Rematch über seinen nächsten Pflicht-Herausforderer wenig respektvoll.

Beste Leistung seit de la Hoya-Kampf

Sturm durfte sich nach dem erneuten Duell mit dem stürmisch angreifenden Amerikaner, der ihm im Herbst 2007 ein Unentschieden abgerungen hatte, zu Recht feiern lassen.

Vom ersten Gong an war der Schützling von Trainer Michael Timm beweglicher auf den Beinen, ließ sich seltener stellen und punktete ein ums andere Mal mit seinem linken Jab.

"Das war meine beste Leistung seit meinem Kampf gegen Oscar de la Hoya. Ich bin sehr glücklich, weil fast alles geklappt hat, was wir uns vorgenommen haben", befand der WBA-Champ nach dem 30. Sieg in seinem 34. Profikampf.

Sein Umfeld wirkte ebenso erleichtert. "Felix hat heute gezeigt, dass er zu Recht Weltmeister ist. Er hat erneut einen großen Sprung gemacht", lobte Timm.

Binnen 120 Tagen gegen Sylvester

Universum-Promoter Klaus-Peter Kohl hatte sogar ein noch klareres Urteil als die Punktrichter ausgemacht: "Ich habe Felix bestimmt mit sechs Runden vorn gesehen."

Die unterlegene amerikanische Ecke sah die Angelegenheit verständlicherweise anders, lobte Sturm allerdings als "großen Champion" (Griffin) und bat um ein für sie erneut lukratives Rematch des Rematches.

Dem Ansinnen wird kein Erfolg beschieden sein. Sturm muss sich nun binnen 120 Tagen Sylvester stellen, dem er in der Vergangenheit wiederholt die Klasse abgesprochen hat, ihn herausfordern zu dürfen.

Sylvester nicht beeindruckt 

"Wer im Mittelgewicht die Nummer 1 sein will, muss Kelly Pavlik und Arthur Abraham schlagen", bestimmte der WBA-Weltmeister und regte ein Turnier mit seinen Konkurrenz-Weltmeistern an. "Das wäre eine reizvolle Aufgabe, so etwas auf die Beine zu stellen", meinte Kohl. Wohl wissend, dass das unerfüllbare Wunschgedanken sein dürften.

Der Ernst wird Felix Sturm wieder einholen, wenn er aus dem Urlaub zurück ist. Dann steht die Aufgabe Sylvester an - und damit das erste deutsch-deutsche WM-Duell seit Dariusz Michalczewskis K.o.-Sieg über Graciano Rocchigiani am 15. April 2000 in Hannover.

Der Greifswalder saß bereits in Halle am Ring und war vom Auftritt seines nächsten Rivalen keineswegs beeindruckt. "Das war das, was ich erwartet hatte", sagte der 27-Jährige.

Griffin habe den Fehler gemacht, Sturm boxen zu lassen. "Angriff ist die beste Verteidigung", lautet sein Rezept für das Duell der beiden Deutschen. Die Chancen stünden 50:50.


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