Sonntag, 22.06.2008

Revanche für Blutkampf

Abraham macht kurzen Prozess

Hollywood - Boxprofi Arthur Abraham hat 21 Monate nach seinem hartumkämpften Sieg im Weltmeisterschafts-Duell auch das zweite Aufeinandertreffen gegen Edison Miranda gewonnen.

Abraham, Boxen
© Getty

Die Neuauflage des Duells vom September 2006 in Wetzlar, als Abraham nach Punkten gewonnen hatte, obwohl er acht Runden mit gebrochenem Kiefer überstehen musste, war eindeutig und eindrucksvoll.

Der Berliner aus dem Sauerland-Stall nutzte seinen ersten USA-Auftritt in Hollywood/Florida für eine erfolgreiche Eigenwerbung.

"Ich habe den Schlüssel für die Tür", frohlockte Abraham, der mit einer schmerzhaften Rippenverletzung in den Kampf gegangen war, dies aber geheim gehalten hatte, um den Gegner nicht zusätzlich zu motivieren.

"Ich will in Amerika gute Kämpfe und mir dort einen guten Namen machen, und ich will dort viel Geld verdienen", lautete das Fazit des gebürtigen Armeniers nach dem Duell im Supermittelgewicht, in dem es nicht um einen Titel ging.

"Ich bin schlauer als er" 

Nachdem der deutsche Mittelgewichts-Weltmeister nach IBF-Version den Kolumbianer zuvor bereits zweimal zu Boden geschickt hatte, beendete Ringrichter Telis Assimenios nach einer linken Geraden des Berliners nach 73 Sekunden in der vierten Runde den Kampf.

"Ich wollte ihn eigentlich mit meiner Rechten treffen, aber er hatte seinen Kopf gedreht, deshalb habe ich mit der Linken zugeschlagen", sagte Abraham, der in seinem 27. Profikampf zum 22. K.o-Sieg kam. "Ich habe bewiesen, dass ich schlauer bin als er." Vor dem Kampf hatte Abraham einen Anruf aus der Schweiz von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw erhalten, der ihm viel Glück wünschte.

Einen Knockout hatte eigentlich Miranda im Vorfeld vollmundig angekündigt. Doch der 27-Jährige war nur zu Beginn tonangebend und präsentierte sich nach der Niederlage eher kleinlaut. "Er war sehr gut vorbereitet. Ich habe mich auch topfit gefühlt, weiß aber nicht, was da im Ring passiert ist. Arthur war zu stark, er ist ein großartiger Champion", gestand Miranda.

Hoffen auf das große Geld

"Weltklasse-Niveau" bescheinigte Trainer Ulli Wegner seinem Schützling, der nun auf lukrative Kämpfe und pralle Börsen in den USA hoffen darf. "Jetzt geht's weiter. Auf diesen Jungen können wir bauen", meinte Wegner.

Zunächst muss Abraham seinen IBF-Titel im Herbst in Deutschland gegen den Amerikaner Raul Marquez verteidigen, dann soll es Anfang 2009 in den USA zu einem Titelvereinigungskampf gegen den amerikanischen WBC- und WBO-Doppelweltmeister Kelly Pavlik kommen.

"Erste Gespräche haben wir bereits geführt. Ich hoffe, dass die sich noch mal melden", sagte Promoter Wilfried Sauerland. Abraham hat noch einen anderen Lieblingsrivalen: "Ich wünsche mir, dass ich die Chance bekomme, einmal gegen Oscar de la Hoya zu boxen." Wer es auch immer wird, wichtig ist nur, dass der Gegner für größte Aufmerksamkeit in den USA sorgt.


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