Finnland - Deutschland 3:3

Dreierpack von Klose

Von Florian Bogner
Mittwoch, 10.09.2008 | 21:36 Uhr
© Getty
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Dank Miroslav Klose hat die deutsche Nationalmannschaft in Finnland die erste Auswärtsniederlage in einem WM-Qualifikationsspiel abwenden können. In Helsinki kam die Elf von Bundestrainer Joachim Löw im zweiten Spiel der Qualifikationsgruppe 4 nach drei Klose-Toren aber nicht über ein 3:3 (2:2) hinaus.

Auch die "Wiedergeburt" des Ersatz-Kapitäns half Deutschland nach dem 6:0 über Liechtenstein am Samstag nicht zum erhofften zweiten Sieg.

Finnland ging vor 36.000 Zuschauern im Olympiastadion von Helsinki in einer packenden Partie insgesamt drei Mal in Führung, doch der Bayern-Stürmer fand stets die richtige Antwort (38./45./83.).

"Ich habe mich ehrlich gesagt nie von der Kritik anstecken lassen. Ich weiß, was ich kann und ich weiß, dass ich dafür belohnt werde, wenn ich jeden Tag hart an mir arbeite. Und heute wurde ich belohnt", sagte der dreifache Torschütze.

Löw: "Finnen überraschend stark"

"Vertrauen zahlt sich aus. Miro hat große Qualitäten. Und heute hat er klasse gespielt", bestätigte Löw und befand: "Insgesamt haben wir ein klasse Fußballspiel gesehen. Die Finnen waren überraschend stark. Aber auch wir haben wirklich klasse nach vorne gespielt."

Nach einem Stellungsfehler von Heiko Westermann und Philipp Lahm gelang den Hausherren durch Jonatan Johansson die Führung (32.). Auch beim 2:1 durch Mika Väyrynen kam Westermann zu spät (43.). Beim 3:2 durch den eingewechselten Daniel Sjölund (53.) pennte die Innenverteidigung kollektiv.

Drei Gegentore hatte es unter Löw erst einmal gegeben: beim 0:3 in der EM-Quali gegen Tschechien. Trotz des leichten Rückschlages behauptete Deutschland die Führung in der Gruppe 4. Am 11. Oktober trifft Deutschland in Dortmund auf Russland, das zu einem 2:1 gegen Wales kam.

Der SPOX-Spielfilm:

12.: Schöner Ball von Hitzlsperger in die Gasse auf Rolfes, der schießt knapp rechts am Tor vorbei.

31.: Klose völlig frei am Fünfmeterraum, setzt seinen Kopfball kläglich weit neben den linken Pfosten.

32., 0:1, Johansson: Eremenko mit einem hohen Ball vors Tor, Westermann springt unten durch, Lahm hebt das Abseits auf und lässt den Ball auch noch durch die Beine rutschen. Johansson sagt danke und tunnelt Enke zur Finnen-Führung.

38., 1:1, Klose: Endlich! Trochowski schlenzt den Ball an den Sechzehner, Klose legt sich den Ball mit der Brust an Hyypiä vorbei und murmelt ihn über Jaaskelainen ins Netz.

41.: Forssell humpelt angeschlagen vom Platz. Rückschlag für die Finnen - und Hannover.

43., 2:1, Väyrynen: Sjölund flankt von links. Johansson verpasst, aber Väyrynen ist schneller als Westermann und schießt den Ball aus acht Metern volley ins Tor. Enke noch dran, aber letztendlich machtlos.

45., 2:2, Klose: Ecke Hitzlsperger. Hyypiä nicht bei Klose. Der scheitert per Kopf am Keeper, stochert den Ball aber im Nachsetzen über die Linie.

53., 3:2, Sjölund: Enke pariert zunächst stark gegen Johansson. Die folgende Ecke wird kurz gespielt. Väyrynen flankt, Sjölund beim Kopfball mutterseelenallein - 3:2.

57.: Langer Ball auf den links gestarteten Sjölund. Der Finne auf dem Weg zum 4:2, Fritz bekommt im letzten Moment den Fuß dazwischen.

79.: Flanke auf Klose, der legt per Kopf fein in die Mitte auf Gomez - und der bringt es fertig, den Ball wie bei der EM gegen Österreich aus einem Meter nicht über die Linie zu bekommen.

83., 3:3, Klose: Billard-Tor. Klose legt auf Gomez, der fummelt, legt auf Trochowski. Parade Jaaskelainen, Pasanen blockt, Gomez schießt nach, Klose macht das Ding im dritten Nachschuss rein. Sein 44. Länderspieltor!

90.+3: Flanke Trochowski von links, Gomez setzt seinen Kopfball am kurzen Eck zu hoch an. Das war's!

So lief das Spiel: Von Minute eins ein Spiel auf Augenhöhe. Finnland überraschte die DFB-Elf mit direkt gespielten Angriffen, erst nach zehn Minuten bekam die Löw-Truppe das Spiel in den Griff. Danach hatte Deutschland Feldvorteile. Finnland lancierte über die Außen allerdings immer wieder gefährliche Angriffe, Johansson bekam die deutsche Abwehr nie in den Griff. Folgerichtig fiel das 1:0. Deutschland steckte nicht auf und antwortete auch auf den erneuten Rückstand prompt durch Klose.

Auch nach dem Wechsel blieben die deutschen Abwehrschwächen. Finnland tat sich leicht, die DFB-Elf über die Außen auszuhebeln. So fiel auch das 3:2. Die DFB-Elf danach bemüht, abermals zum Ausgleich zu kommen. Allerdings standen die Gastgeber nun noch kompakter und lauerten auf Konter. Auch die Hereinnahme von Gomez als dritten Stürmer führte zunächst nicht zum Erfolg, bis Klose zum dritten Mal netzte.

Star des Spiels: Miroslav Klose. Nach seiner vergebenen Chance in der 31. Minute schlugen die Fans schon kollektiv die Hände über dem Kopf zusammen, danach machte der Ersatz-Kapitän aber wie aus dem Nichts drei blitzsaubere Tore, die an den "alten" Klose erinnerten. Beim 2:2 und 3:3 in feinster Gerd-Müller-Manier im Nachsetzen. Der verdiente Lohn: Mit seinen Länderspieltoren 42, 43 und 44 überflügelte er Uwe Seeler. Bravo!

Die SPOX-Einzelkritik: Klose eine 1, Westermann eine 5

Gurke des Spiels: Heiko Westermann. Vor dem Spiel noch: "Ich glaube, ich habe im Abwehrzentrum in den letzten anderthalb Jahren nicht ein einziges schwaches Spiel gemacht." Jetzt hat er eins, an das er sich erinnern kann. Stellungsfehler beim 1:0, beim 2:1 zu spät gegen Väyrynen, beim 3:2 nicht mal annähernd in der Nähe des Torschützen. Lehrgeld.

Die Lehren des Spiels: Mertesacker und Metzelder präsentierten sich bei der EM - vorsichtig formuliert - mittelmäßig. Und jetzt enttäuschten in Finnland mit Westermann und Tasci auch noch die beiden jungen Hoffnungsträger für die deutsche Innenverteidigung.

Die Absprachen und Übergaben klappten nicht, besonders anfällig waren beide bei Flanken. Solch einfache Stellungsfehler hat man bei Deutschland seit Jahren nicht mehr gesehen. Noch immer ungewohnt, aber bittere Realität: Das Abwehrzentrum entwickelt sich zum großen Sorgenkind.

Im Mittelfeld tat sich Schweinsteiger als alleiniger Aktivposten unglaublich schwer, Trochowski und Hitzlsperger tauchten total ab. Mit Marin saß der einzige, der mal eine Eins-gegen-Eins-Situation gewinnen hätte können, auf der Tribüne. Gut, dass es einen Klose gibt.

Die WM-Qualifikationsgruppe 4 im Überblick

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