Freitag, 01.04.2016

Felix Kroos im Interview

"Viele Kommentatoren regen mich auf"

Felix Kroos feiert beim Clasico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid (Sa., 20.30 Uhr im LIVESTREAM FOR FREE) sein Debüt als Co-Kommentator. Im SPOX-Interview erklärt der 25-Jährige, warum ihn manche Reporter sogar ins Schwitzen bringen. Dazu spricht der Union-Profi über die erstaunliche Gelassenheit von Bruder Toni und dessen Clasico-Erzählungen. Außerdem: Die NBA-Wette geht in die heiße Phase.

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SPOX: Felix, beim Clasico am Samstag feiern Sie Ihre Premiere als Co-Kommentator. Worauf freuen Sie sich besonders?

Felix Kroos: Ich freue mich, etwas für mich ganz Neues zu erleben und den Fußball aus einer komplett anderen Perspektive zu betrachten. Ich werde zwar keine großen Reden schwingen, aber ich werde natürlich meinen Senf abgeben und klar sagen, was ich denke. Ich habe mich jetzt auch nicht speziell vorbereitet, weil ich diesen Job noch nie gemacht habe und keine Ahnung habe, was mich erwartet. Aber genau dafür mach ich es ja - ich bin extrem gespannt.

SPOX: Sind Sie ein Fernsehzuschauer, der sich eher mal über die Kommentatoren aufregt, oder schauen Sie ganz gelassen?

Kroos: Eher nicht so gelassen. Viele Kommentatoren regen mich sehr auf, weil einfach viel Blödsinn erzählt wird. Es gibt echt gute Kommentatoren, aber es gibt auch viele schlechte, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann. Da fang ich manchmal wirklich an zu schwitzen, so sehr regt mich das auf. Das kann ich mir dann kaum anhören. Aber mit dem Kollegen Marco Hagemann habt Ihr eine sehr gute Wahl getroffen, da bin ich sehr zufrieden. Er gehört absolut zu den besten. Ich habe zwar mal geäußert, dass ich mir einen anderen Sender für die Länderspiele wünschen würde, aber das hatte nichts mit dem Kommentator zu tun, keine Sorge, Marco. (lacht) Nur wenn vollkommen Fachfremde über Fußball reden, da hört es bei mir auf.

SPOX: Wie war das früher so im Hause Kroos, wenn Sie mit Toni Fußball geschaut haben? Haben Sie die gleichen Vereine unterstützt, oder gab's auch mal Zoff?

Kroos: Toni war ja immer Werder-Fan seit frühester Kindheit, mein Verein war Hansa Rostock. Ich konnte mich aber auch gut damit anfreunden, wenn sein Team gewonnen hat, da gab es keinen Stress. Fußball lief natürlich rund um die Uhr bei uns und als es noch kein Pay-TV gab, saßen wir samstags um 15.30 Uhr vor dem Videotext. 90 Minuten Videotext anstarren, das waren auch lustige Zeiten.

Der Clasico am 2. April live bei SPOX!

SPOX: Haben Sie auch den Clasico gemeinsam angeschaut und wie war die Rollenverteilung?

Kroos: Als La Liga dann auf Sky lief, haben wir uns natürlich dann auch den Clasico reingezogen. Ich weiß gar nicht mehr genau, für wen wir da waren, aber wir haben generell viel Barca geschaut zu der Zeit. Jetzt ist natürlich klar, für wen die Familie ist.

SPOX: Was hat Toni bisher von seinen Clasicos erzählt?

Kroos: Er hat vor allem von der Stimmung erzählt, die wir so in Deutschland einfach nicht erleben würden. Der Spanier an sich ist nochmal ein bisschen verrückter, es muss schon einmalig sein, was beim Clasico oder auch beim Derby gegen Atletico vor dem Spiel in der Stadt los ist. Toni hatte ja mit den Bayern schon viel erlebt, aber das muss nochmal eine andere Stufe und eine noch beeindruckendere Atmosphäre sein. Ich war leider selbst noch nie bei einem Clasico live vor Ort, weil es zeitlich nie gepasst hat, aber jetzt bin ich immerhin mal Co-Kommentator, ich komme der Sache näher. (lacht)

SPOX: Wie geht Toni den aktuellen Clasico an? Rechnet sich Real noch Chancen aus, wenn sie in Barcelona gewinnen, oder sind die 10 Punkte Rückstand aussichtslos?

(K)eine Frage der Ehre
Zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona hat sich über die Jahrzehnte hinweg eine bissige Rivalität entwickelt. Doch einige Spieler wechselten im Laufe ihre Karriere die Seiten. Ein Überblick
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Zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona hat sich über die Jahrzehnte hinweg eine bissige Rivalität entwickelt. Doch einige Spieler wechselten im Laufe ihre Karriere die Seiten. Ein Überblick
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Alfonso Perez: Der Stürmer (m.) absolvierte von 1990 bis 1995 88 Spiele für die Königlichen, ehe er von 2000 bis 2002 bei Barca unter Vertrag stand
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Daniel Garcia Lara: Nachdem Dani zwischen 1992 bis 1998 bei Real unter Vertrag stand, wurde er 1999 zum FC Barcelona transferiert
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Daniel Garcia Lara: Nachdem Dani zwischen 1992 bis 1998 bei Real unter Vertrag stand, wurde er 1999 zum FC Barcelona transferiert
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Javier Saviola: Der Argentinier schoss für Barca zwischen 2001 und 2007 in 161 Einsätzen 67 Tore. In seiner Zeit bei Real (2007 bis 2009) brachte es der Angreifer lediglich auf 17 Einsätze
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Javier Saviola: Der Argentinier schoss für Barca zwischen 2001 und 2007 in 161 Einsätzen 67 Tore. In seiner Zeit bei Real (2007 bis 2009) brachte es der Angreifer lediglich auf 17 Einsätze
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Alfredo Di Stefano: Die Real-Legende beim Erzrivalen? Kaum vorstellbar aber 1953 bestritt Di Stefano drei Testspiele für Barca
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Bernd Schuster: Der 56-Jährige war von 1980 bis 1988 für die Katalanen aktiv und wechselte direkt im Anschluss für zwei Jahre in die Hauptstadt. 2007 übernahm er bei Real das Traineramt
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Albert Celades: Der Mittelfeldspieler stand zwischen 1995 und 1999 im Kader der Katalanen, zwischen 2000 und 2003 war er hingegen Mitglied des weißen Balletts
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Albert Celades: Der Mittelfeldspieler stand zwischen 1995 und 1999 im Kader der Katalanen, zwischen 2000 und 2003 war er hingegen Mitglied des weißen Balletts
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Luis Enrique: Der heutige Barca-Coach spielte von 1991 bis 1996 für die Königlichen, ehe er sich bis 2004 den Katalanen anschloss. Seit 2014 trainiert er MSN und Co.
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Julen Lopetegui: Der ehemalige Porto-Coach verbrachte erst zwei Jahre in Madrid, ehe er nach verschiedenen Zwischenstationen zum Erzrivalen wechselte
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Samuel Eto'o: Der Kameruner stand zwischen 1997 und 2000 im Real-Kader, schaffte den Durchbruch allerdings nicht. Bei Barca lief es zwischen 2004 und 2009 hingegen deutlich besser
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Luis Figo: Der portugiesische Ballzauberer wechselte 2000 von den Katalanen zu Real Madrid. In der Hauptstadt verdiente er fünf Jahre lang sein Geld
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Michael Laudrup: Der Spielmacher spielte von 1989 bis 1994 für den FC Barcelona, dann schloss sich der Däne bis 1996 den Königlichen an
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Michael Laudrup: Der Spielmacher spielte von 1989 bis 1994 für den FC Barcelona, dann schloss sich der Däne bis 1996 den Königlichen an
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Ronaldo: Die brasilianische Stürmer-Legende ging für ein Jahr (1996/97) im Barca-Dress auf Torejagd. Nach einem Intermezzo bei Inter wechselte er für fünf Spielzeiten in die spanische Hauptstadt
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Ronaldo: Die brasilianische Stürmer-Legende ging für ein Jahr (1996/97) im Barca-Dress auf Torejagd. Nach einem Intermezzo bei Inter wechselte er für fünf Spielzeiten in die spanische Hauptstadt
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George Hagi: Fairer kann man seine Dienstzeit nicht verteilen. George Hagi spielte von 1990 bis 1992 für Real, von 1994 bis 1996 für Barca
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George Hagi: Fairer kann man seine Dienstzeit nicht verteilen. George Hagi spielte von 1990 bis 1992 für Real, von 1994 bis 1996 für Barca
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Luis Milla: Bevor er Trainer wurde trug Luis Milla sowohl das weiße als auch das blau-rote Trikot. In den 1980er Jahren lief er drei Saisons für Barca auf, ehe er für sieben Jahre zum Erzrivalen wechselte
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Luis Milla: Bevor er Trainer wurde trug Luis Milla sowohl das weiße als auch das blau-rote Trikot. In den 1980er Jahren lief er drei Saisons für Barca auf, ehe er für sieben Jahre zum Erzrivalen wechselte
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Robert Prosinecki: Der Kroate spielte Anfang der 1990er Jahre für Real Madrid, ehe es ihn über die Zwischenstation Real Oviedo zum FC Barcelona verschlug, wo er von 1995 bis 1997 kickte
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Robert Prosinecki: Der Kroate spielte Anfang der 1990er Jahre für Real Madrid, ehe es ihn über die Zwischenstation Real Oviedo zum FC Barcelona verschlug, wo er von 1995 bis 1997 kickte
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Ricardo Zamora: Einer der besten Torhüter, die der Fußballsport je gesehen hat, hütete nicht nur den Kasten der spanischen Nationalmannschaft, sondern auch der beiden großen Vereine. Von 1919 bis 1922 parierte Zamora für Barca, von 1930 bis 1936 für Real
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Ricardo Zamora: Einer der besten Torhüter, die der Fußballsport je gesehen hat, hütete nicht nur den Kasten der spanischen Nationalmannschaft, sondern auch der beiden großen Vereine. Von 1919 bis 1922 parierte Zamora für Barca, von 1930 bis 1936 für Real
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Nando Munoz: Nach zwei Spielzeiten beim FC Barcelona wechselte Nando Munoz 1994 für vier Jahre zu Real Madrid
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Nando Munoz: Nach zwei Spielzeiten beim FC Barcelona wechselte Nando Munoz 1994 für vier Jahre zu Real Madrid
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Kroos: Richtung Meisterschaft wird es sehr schwer, aber solche Spiele zählen für sich. Barca willst du als Real immer schlagen, egal ob du gerade auf Rang eins, acht oder zehn stehst. Auch wenn es mit dem Titel nichts wird, ist es für Real und seine Fans extrem wichtig, dass sie Barca jetzt schlagen. Real wird brennen.

SPOX: Toni wirkt ja immer sehr ausgeglichen und ruhig, woher kommt diese Gelassenheit?

Kroos: Das ist eine gute Frage. Ich kann es mir auch nicht erklären, aber Toni war im Gegensatz zu mir schon immer so. Diese Gelassenheit, die er verkörpert, ist auch nicht irgendwie gespielt - er ist wirklich so gelassen und das ist auch sicher eine besondere Stärke von ihm.

SPOX: Für die extreme spanische Presse geht diese Eigenschaft natürlich schnell ins Phlegma über. Wie sehen Sie die Berichterstattung in Spanien? Liest Toni die Marca oder die As?

Kroos: Nein, er versteht es ja eh nicht. (lacht) Außer in der Headline steht ganz groß etwas von Panzern oder so. Er hat früher schon wenig über sich gelesen, das ist jetzt noch weniger geworden. Zumal die spanische Presse wirklich extrem ist, im Endeffekt gibt es da ja vier Boulevard-Zeitungen. Aber Toni ist da im Umgang genauso gelassen wie auf dem Platz.

Seite 1: Kroos über seine Premiere als Co-Kommentator, Videotext und Clasico

Seite 2: Kroos über die Berichterstattung, Union und eine NBA-Wette

Interview: Florian Regelmann

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Florian Regelmann(Chefredakteur )

Florian Regelmann, Jahrgang 1980, ist als Content Director des Mutterkonzerns PERFORM Deutschland verantwortlich für die redaktionellen Inhalte bei SPOX.com. Schwerpunkte: Tennis, Golf, US-Sport, Basketball, Handball, Eishockey, Volleyball. Geboren und aufgewachsen am Bodensee. Schon seit 2007 im SPOX-Team dabei.

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