Mad World

Montag, 22.06.2015 | 23:30 Uhr
Jetzt heiß es zuschauen! Neymar wurde nach seinem Aussetzer für vier Spiele gesperrt
© getty
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Primeira Liga
Setubal -
Sporting
Ligue 1
Caen -
Marseille
Championship
Derby County -
Bristol City
Primera División
Getafe -
Bilbao
Primeira Liga
FC Porto -
Tondela
Primera División
Espanyol -
FC Sevilla
Premier League
Brighton -
Chelsea
Championship
Aston Villa -
Barnsley
Primera División
Atletico Madrid -
Girona
Ligue 1
Nantes -
Bordeaux
Premier League
Man City -
Newcastle
Primera División
Villarreal -
Levante
Championship
Sheffield Wed -
Cardiff
Ligue 1
Amiens -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Toulouse
Ligue 1
Rennes -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Dijon
Ligue 1
Troyes -
Lille
Premier League
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna -
Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Brom (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur

Ein Ausraster auf dem Platz sowie eine Attacke auf den Schiedsrichter in den Katakomben nach dem Spiel gegen Kolumbien kosten Brasiliens Nationalheiligtum Neymar die Copa America. Es ist nicht erst der jüngste Eklat um den Superstar, der zeigt: Neymar zu sein ist nicht nur nicht einfach - es ist unmöglich.

Weit oben auf Neymars Facebook-Seite springt einem der kleine Werbe-Clip entgegen. Eine brasilianische Kleinfamilie ist da zu sehen, Mutter, Vater, Kind. Der dunkelgraue Kombi vor der schicken Stadtwohnung geparkt, vorfreudig auf dem Weg zum Familienausflug. Doch der Autoschlüssel dreht sich vergebens im Zündschloss, irgendetwas ist hier kaputt.

Doch keine Panik! Für solche Fälle sind ja zum Glück Neymar und seine fachkundigen Kumpels von "Heliar Baterias" da. Die tauschen so eine kaputte Autobatterie einfach aus. 24-Stunden-Notservice, versteht sich. Am Ende gibt's sogar noch ein Selfie mit dem Superstar. Laune, Auto und Ausflug sind gerettet.

Man muss nicht viel weiter scrollen, bis Neymars Trikot in der Timeline auftaucht. Geformt von einem kroatischen Künstler aus Red-Bull-Dosen. Das trifft sich besonders gut, wenn man den Brausehersteller ohnehin seinen Werbepartner nennen darf. Auch auf dem Cover des neuesten Pro Evolution Soccer ist der 23-Jährge zu sehen, wie er virtuell mit Stolz verkündet. Guarana Antarctica trinkt Neymar sowieso seit jeher mit großer Begeisterung und wenn man sich schnell genug bei Pokerstars mit dem Passwort "NEYMARJR11" anmeldet, dann gibt es sogar ein Meet and Greet zu gewinnen.

Bald wird Neymar 53 Millionen Fans auf Facebook haben. Seinen Followern hat der 23-Jährige in den letzten neun Posts fünfmal Werbung vorgesetzt. Mit ihm als Testemonial. Ein skurriles Schauspiel, das zeigt, dass Vater Neymar senior keine Sprüche klopft, wenn er seinen Sohn nicht als Fußballer oder Popstar betitelt, sondern als Firma.

Ein Akt der Aggression

Zumindest in den sozialen Medien wurde es in den vergangenen Tagen ruhig um Neymar da Silva Santos Junior. Keine neuen Werbe-Clips, keine der zahlreichen gottesfürchtigen Einzeiler mehr, keine Bilder von Toren und Trophäen. Dafür türmten sich in der echten Welt die Schlagzeilen über ihn.

Ausgerechnet er. Das Idol, der Triple-Sieger, derjenige, der seit Jahren die Hoffnung von 200 Millionen fußballverrückten Brasilianern auf seinen schmalen Schultern trägt, hatte sich einen derartigen Aussetzer erlaubt. Ein Frustschuss in den Rücken von Kolumbiens Pablo Armero und einen angedeuteten Kopfstoß gegen Jeison Murillo noch auf dem Feld, ein Griff in den Nacken und die Worte "Du willst auf meine Kosten berühmt werden, du Hurensohn" gegen den Schiedsrichter Enrique Osses nach Ende des Spiels im Bauch des Estadio Monumental David Arellano.

Von einem "Akt der Agression" und einer glimpflichen Strafe sprach Alberto Lozada vom CONMEBOL-Disziplinarkomitee, das Neymar für vier Spiele aus dem Verkehr zog: Das vorzeitige Copa-Aus für den Kapitän der Selecao.

Begonnen haben soll alles aber schon früher am Abend, mit Juan Zuniga. Jener Spieler, der Neymar bei Brasiliens Heim-WM mit einem ungestümen Foul den dritten Lendenwirbel brach. Es folgten Anfeindungen, Morddrohungen - eine Hexenjagd schaurigen Ausmaßes gegen den Kolumbianer. Allerdings sahen 73.429 Zuschauer wenige Monate später, wie sich Neymar und Zuniga bei einem Freundschaftsspiel in Miami mit einer herzlichen Umarmung aussöhnten. Der Brasilianer trieb sogar seine Späße mit dem vermeintlichen Peiniger und nominierte Zuniga für die Ice Bucket Challenge.

Und jetzt? "Ruf mich nachher an, um dich zu entschuldigen, du Hurensohn", soll Neymar seinem Gegenüber vor wenigen Tagen mehrfach an den Kopf geworfen haben.

Die größtmöglich Bürde

Es sind Momente wie dieser, die zeigen, wie unmenschlich groß der Druck ist, dem sich der 23-Jährige aus Mogi das Cruzes ausgesetzt sieht. Neymar ist die Blaupause des Idols für eifernde Hinterhof-Kicker auf der ganzen Welt, eine Figur, die man sich für die Generation Playstation nicht besser ausdenken hätte können. Doch ist Neymar auch ein junger Mensch, der sich einer Welt ausgesetzt sieht, die auf ihre Weise extremer nicht sein könnte. Polarisierend, wertend, jeden Schritt observierend. Jederzeit kurz davor, zu explodieren.

Randnotizen oder kleine Zwischenfälle? Die gibt es bei Neymar nicht. Als letzter schillernder Star der brasilianischen Nationalmannschaft ist der Angreifer längst ein nationales Heiligtum. Und trägt damit nicht nur eine fußballerische Bürde, die größer nicht sein könnte. Immer der unbekümmerte, zu Späßen aufgelegte Neymar zu sein, das ist unmöglich. Richtig oder falsch gibt es nicht, wenn es um Neymar geht. Es gibt nur beides, in den extremsten Formen. Anbetung und Ablehung, Verehrung und Hass.

Als Neymar bei der WM vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Mexiko während der Hymne in Tränen ausbrach, spalteten sich die Fußball-Fans in zwei Lager. In die einen, die ergriffen waren von der Identifikation und Leidenschaft des jungen Brasilianers. Und in die, die ihm gute schauspielerische Künste und Effekthascherei unterstellten.

Auch bei seinem aktuellen Verein Barcelona ist das nicht anders. Als Neymar im Saisonendspurt gegen Sevilla in der 73. Minute für Xavi ausgewechselt wurde, reichte eine abfällige Geste mit der Hand, um die Gazetten Land auf, Land ab verrücktspielen zu lassen. Neymar kennt den versammelten medialen Irrsinn um seine Person. Doch ist der Copa-Skandal nicht der erste Vorfall in der jüngeren Geschichte, der dem Wunderkind plötzlich Wind aus dem eigenen Lager entgegen wehen lässt.

Seite 1: Mad World

Seite 2: Ronaldo, Xavi und Baccas Mama

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung