Der ruhige Transfermarkt

Wer zündet die erste Rakete?

Von Faith Demireli
Dienstag, 10.07.2012 | 18:50 Uhr
Robin van Persie wechselte 2004 für rund 4,5 Millionen Euro von Feyenoord Rotterdam zu Arsenal
© Getty
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Die EM ist vorbei, die neue Saison rückt näher. Doch die europäischen Spitzenklubs lassen auch in dieser Saison wieder Zeit mit den ganz großen Transfer-Deals. Das Zögern hat Gründe, gesucht wird allerdings auch der erste große Transfer, um den Markt ins Rollen zu bringen. Kandidaten gibt es zu Genüge.

Wenn Manchester City in den Sommermonaten eine offizielle Pressemitteilung rausschickt und sie europaweit großen Anklang findet, dann war es in den letzten Jahren fast ausschließlich ein Transfer der Marke Kun Agüero, Samir Nasri oder Silva.

In diesem - noch zugegeben jungen - Sommer hat ManCity bisher erst eine Pressemitteilung vom internationalen Belang herausgegeben. Der Inhalt war "lediglich" die Vertragsverlängerung mit Trainer Roberto Mancini bis zum Jahr 2017. Das Warten geht damit weiter: auf den ersten, schwergewichtigen Kracher, der den Markt ins Rollen bringt und im Domino-Effekt weitere Top-Transfers folgen lässt.

Das Transferverhalten in Europa hat sich verändert. Das Hinauszögern auf spätere Monate ist zur Gewohnheit geworden: aus guten Gründen. Das Lizenzierungsverfahren Financial Fair Play startet zwar offiziell erst 2014, erhöht aber jetzt schon die Hemmschwelle vieler Klubs, quasi sorglos überteuert Spieler zu holen.

Härtere Gangart der UEFA

Zumal das Financial Fair Play jetzt schon seine ersten Opfer forderte. Der türkische Spitzenklub Besiktas wurde aus dem Europapokal ausgeschlossen, da man sich an bestimmte Richtlinien nicht hielt. Selbst ein Gang vor dem CAS half Besiktas nicht, so dass der Klub, der Quaresma, Hugo Almeida, Roberto Hilbert und Co. unter Vertrag hat, nur national vertreten ist.

Neben der härteren Gangart der UEFA in der Finanzplanung der Klubs haben Europas Klubs schlicht noch keine Eile, um Transfers schnell über die Bühne zu bringen. Die Premier League und die Primera Division starten erst am 18. August, die Serie A und die Bundesliga sogar eine Woche später. Gerade für Deutschland ein rekordverdächtig später Start in die Spielzeit. Ein Zünglein an der Waage könnte Paris-Saint Germain spielen, zumal Frankreich in der ersten August-Woche den Spielbetrieb wieder aufnimmt.

Die Situation in Europas Top-Ligen im Überblick:

 

Italien

  • Die Top-Transfers: Mauricio Isla (von Udinese zu Juventus, 9,4 Mio. Euro), Sebastian Giovinco (von Parma zu Juventus, 11 Mio. Euro), Eduardo Vargas (von U. Chile zu Neapel, 11, Mio. Euro), Fredy Guarin (von Porto zu Inter, 11 Mio. Euro)
  • Ligaweite Gesamtausgaben: 169 Millionen Euro (Stand 10.7.)

Juventus ist die große Ausnahme, hat bisher über 40 Millionen Euro ausgegeben und wildert weiter auf dem Markt. Zuletzt machte man den ablösefreien Deal mit Lucio perfekt, der den Champions-League-Rückkehrer in der Breite verstärken wird. Möglicherweise soll noch ein Stürmer kommen. Robin van Persie ist Dauergast in der Gerüchteküche, aber auch Stevan Jovetic vom AC Florenz.

Von diesem kam auch der einzig namhafte Transfer Milans: EM-Teilnehmer Riccardo Montolivo ist ablösefrei zur Rossoneri gewechselt und hat zumindest eine von vielen Planstellen geschlossen, die Milan im Mittelfeld nach den Abgängen von Mark van Bommel, Clarence Seedorf, Alexander Merkel, Gennaro Gattuso und Leihspieler Alberto Aquilani hat. Sowohl fürs Mittelfeld, als auch für die Abwehr sind Verstärkungen gesucht. Auch ManCitys Edin Dzeko ist ein Thema - der aber den Rahmen noch sprengt.

Lokalrivale Inter ist recht aktiv - besonders im Ausmisten. Diego Forlan, Lucio, Goran Pandev, Sulley Muntari und Mauro Zarate sind nicht mehr auf der Payroll.

Partner für Klose gesucht

Der neue Trainer Andrea Stramaccioni will den Kader insgesamt ausdünnen und verjüngern - helfen sollen dabei Guarin, Rodrigo Palacio, der für 10 Millionen Euro aus Genua kommt, sowie Torhüter Samir Handanovic, der ablösefrei kam und lediglich die Breite verstärken wird.

Für einen absoluten Mega-Kracher fehlt Inter (noch) die Bereitschaft, wobei die Vorarbeit hierfür geleistet wurde. Auch der AS Rom hält sich zurück, nachdem man schon im letzten Sommer den Transfermarkt aufmischte. Günstig aus Brasilien kamen Dodo und Marquinhos

Lazio sucht händeringend nach einem Partner für Miroslav Klose. Wunschspieler Burak Yilmaz kommt nicht, obwohl die festgeschriebene Ablöse von fünf Millionen Euro verlockend war. Allerdings bot Lok Moskau ein besseres Gehalt, so dass sich der Spieler für den Wechsel nach Russland entschieden hat.

 

England

  • Die Top-Transfers: Eden Hazard (von Lille zu Chelsea für 40 Mio. Euro), Shinji Kagawa (von Dortmund zu Manchester United für 15 Mio. Euro), Lukas Podolski (von Köln zu Arsenal für 13 Mio. Euro), Olivier Giroud (von Montpellier zu Arsenal für 15 Mio. Euro), Gylfi Sigurdsson (von Hoffenheim zu Tottenham, 10 Mio. Euro)
  • Ligaweite Gesamtausgaben: 144 Millionen Euro (Stand 10.7.)

Totenstille bei Manchester City, das noch keinen einzigen Transfer tätigte. Trainer Roberto Mancini, der bis 2017 verlängert hat, ist auf Robin van Persie fixiert, will vorher aber selbst noch den einen oder anderen teuren Spieler loswerden. Edin Dzeko oder Carlos Tevez drängen sich auf, haben aber keine zahlungsfähigen Interessenten. Sollte einer der beiden gehen und van Persie kommen, könnte der Markt ins Rollen kommen.

Lokalrivale Manchester United hat mit Dortmunds Shinji Kagawa einen Wunschspieler geholt. Interesse besteht an Top-Talent Lucas Moura, für den United 30 Millionen Euro geboten haben soll. Noch zu wenig nach Vorstellung seines Klubs FC Sao Paulo. Um die Gehaltskasse zu entkräften, hat Sir Alex Ferguson Michael Owen, Ji-Sun Park, Tomasz Kuszczak verkaufen können.

Chelsea mit teuerstem Transfer

Sehr aktiv ist bisher Arsenal, das die Offensive mit Giroud und Podolski verstärkt hat - wohl auch im Wissen, dass Robin van Persie gehen könnte - und nun fast sicher wird. Sollte der Niederländer gehen, wird Wenger wohl noch weiter investieren.

Europas teuerster Transfer geht bisher auf die Kosten des Champions-League-Siegers FC Chelsea, der Eden Hazard von Lille für 40 Millionen Euro geholt hat. Länger fest steht der Transfer von Marko Marin, der für fast 10 Millionen Euro von Werder Bremen kommt. Ein Stürmer soll noch kommen, nachdem Didier Drogba und Salomon Kalou gegangen sind. Kein Stürmer, aber sehr teuer wird Oscar. Das brasilianische Wunderkind von Internacional soll Chelsea 31,5 Millionen Euro wert sein.

Totenstille beim FC Liverpool

Auch für Andre Schürrle soll ein Angebot von 20 Millionen Euro + X gemacht worden sein. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bestätigt das Vorgehen der Blues, aber auch die Ablehnung des Werksklubs. Totenstille dagegen beim FC Liverpool, der mit Brendan Rodgers einen großartigen Trainer holte, aber auf dem Transfermarkt noch überhaupt nichts auf die Beine stellen konnte.

"Wir werden in den nächsten Tagen Vollzug melden", heißt es aus Klub-Kreisen. Das Warten geht weiter - auch bei Tottenham, wo der neue Trainer Andre Villas-Boas sicher den einen oder anderen Kracher an Land ziehen wird. Der oft angesprochene Raketen-Starter könnte auch Luka Modric sein, der bei Real Madrid hoch im Kurs steht.

 

Spanien

  • Die Top-Transfers: Jordi Alba (von Valencia zu Barcelona für 14 Mio. Euro), Joao Pereira (von Sporting zu Valencia für 3,7 Mio. Euro), Andres Guardado (von La Coruna zu Valencia, ablösefrei), Emre (von Fenerbahce zu Atletico Madrid)
  • Ligaweite Gesamtausgaben: 31 Millionen Euro (Stand 10.7.)

Wenn der zweitteuerste Transfer des bisherigen Sommers 3,7 Millionen Euro hoch ist, dann ist die Situation in Spanien schnell erklärt. In Spanien tut sich - nichts. Lediglich der FC Barcelona hat mit Jordi Alba für 14 Millionen Euro einen Spieler geholt, denn man für die linke Abwehrseite braucht. Eine Planstelle ist im Mittelfeld offen, nachdem Seydou Keita den Ruf nach China folgte. Im Gespräch ist Javi Martinez, den auch der FC Bayern haben will. Die geforderten 40 Millionen Euro schrecken bisher beide FCB's ab.

Auch In der Offensive könnte Barcelona zuschlagen - die Tendenz geht nach Südamerika, wo Neymar und Lucas Moura immer wieder mal gehandelt werden. Die letzten beiden waren und sind auch im Visier Real Madrids, aber in der Hauptstadt ist man derzeit auf Luka Modric fixiert.

Modric noch zu teuer

Der Kroate soll als zusätzliche Kreativkraft für das Mittelfeld geholt werden - noch aber ist Tottenham Hotspur wie im Fall von Chelsea im Vorjahr sehr großzügig, was die Ablöseforderung angeht. Gehen sollen einige Bank- und Tribünenhocker wie Hamit Altintop, Fernando Gago oder Lass Diarra.

Interessant ist das Treiben bei Valencia, das durch Spielerverkäufe (Alba, Moya, Topal, Aduriz) schon 23 Millionen Euro einsammelte. Ablösefreie Spiele holte Atletico Madrid mit dem Türken Emre und Cristian Rodriguez, der aus Porto kam. Interesse besteht an einem Spielmacher, weil Diegos Leihvertrag endete. Die Rückholaktion von Schalkes Jurado gestaltet sich schwierig, weil Atletico die Mittel fehlen. Einen möglichen Raketen-Starter hat aber auch der Europa-League-Sieger: Falcao...

Bleibt Malaga, das in den letzten beiden Jahren ordentlich zulegte, jetzt aber kleinere Brötchen backt. Gehandelt wird der gute alte Luca Toni.

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