Sonntag, 08.07.2012

BBC-Chefkommentator kritisiert Arsene Wenger

Desillusionierter van Persie verlässt Arsenal

Als Robin van Persie bekannt gab, seinen Vertrag beim FC Arsenal nicht zu verlängern, brachte er die Harmonie des Klubs in Gefahr. Für die Gunners ist der Abschied ein Deja-vu.

Robin van Persie wird des FC Arsenal spätestens im nächsten Sommer verlassen
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Robin van Persie wird des FC Arsenal spätestens im nächsten Sommer verlassen

Robin van Persie ist für seine Treffsicherheit bekannt. Doch dieses Mal traf er mitten in die Herzen der Fans des FC Arsenal. Als der niederländische Nationalspieler auf seiner eigenen Homepage banal mitteilte, dass er seinen bis 2013 laufenden Kontrakt bei den Gunners nicht verlängern wird, war es von einem Tag auf den anderen mit der Harmonie im Klub vorbei.

"Ich hatte eine großartige Saison, mein Ziel war es, einen großen Titel zu gewinnen", so van Persie, "ich habe lange darüber nachgedacht, aber ich werde keinen neuen Vertrag unterschreiben."

Dabei hatte er Arsenal in der vergangenen Saison mit 30 Treffern in 38 Spielen fast im Alleingang auf Rang drei und in die Champions League geschossen, sich die Torjägerkrone der Premier League und den Titel "Fußballer des Jahres" in England gesichert.

Entscheidung schon im Mai

Doch der 28-Jährige will offenbar mehr. Sein Entschluss reifte nach einem Treffen mit Arsenals Trainer Arsene Wenger und Geschäftsführer Ivan Gazidis am 16. Mai.

Das Ergebnis des Gesprächs, so van Persie, habe er "aus Loyalitätsgründen" erst jetzt bekannt gegeben. "Mir ist dabei klar geworden", erklärte van Persie, "dass die Klubführung und ich verschiedene Ansichten haben, wie Arsenal weiterkommen kann."

Die seit sieben Jahren andauernde Durststrecke ohne Titel - zuletzt gewann Arsenal 2005 den FA-Cup - und die für ihn persönlich enttäuschende EM mit dem Vorrunden-Aus der Niederlande scheinen van Persie frustriert zu haben. Er wäre nicht der erste große Fußballer, der ohne große Titel bleibt.

Angebote von Juve und ManCity

"Wir wollen Robin mit allen Mitteln halten, wir sind in der Offensive von ihm abhängig", gab Wenger seinen Star in einer "Eurosport"-Kolumne noch nicht auf.

Der ehemalige Arsenal-Trainer George Graham glaubt indes nicht an einen Verbleib des Niederländers in London: "Der Verein wird ihn verkaufen müssen, um noch einen guten Preis zu erzielen."

Britischen Medienberichten zufolge haben der italienische Titelträger Juventus Turin und Englands Meister Manchester City Angebote für van Persie über elf beziehungsweise 18 Millionen Euro vorgelegt.

"Ich kann Robin verstehen, er ist mit seiner Geduld am Ende und will einen großen Titel gewinnen", sagte der frühere Arsenal-Kapitän Sol Campbell dem "Daily Mirror". Der "Guardian" kritisierte: "Arsenals Politik des klugen Wirtschaftens ist eine offene Einladung an die Spieler zur Preistreiberei."

"Desaster für Arsenal"

Im Sommer 2004 von Feyenoord Rotterdam nach London gewechselt, hatte der sensible Niederländer mehrfach Verletzungsprobleme: Im Januar 2007 brach van Persie sich gegen Manchester United beim Torjubel den Mittelfuß, Ende 2009 setzte ihn ein Bänderriss monatelang außer Gefecht. Der 68-fache niederländische Nationalspieler hatte sich zudem schon im Juli 2011 öffentlich über fehlende sportliche Perspektiven beklagt.

Es ist ein bitteres Deja-vu für die Londoner. Mit dem deutschen Nationalspieler Lukas Podolski vom 1. FC Köln und Olivier Giroud vom französischen Meister HSC Montpellier hat der Klub zwar hochkarätige Offensivspieler verpflichtet, doch schon im Sommer 2011 verlor Arsenal in Gaël Clichy und Samir Nasri (beide ManCity) sowie Cesc Fabregas (FC Barcelona) drei seiner damaligen Schlüsselspieler.

BBC-Chefkommentator Phil McNulty sieht die Personalie van Persie denn auch als "Desaster für Arsenal": "Die Tonalität seiner Erklärung signalisiert das Ende seiner Karriere im Emirates Stadium. Arsenal wird ein weiteres Juwel verlieren und es wird dem zuletzt wenig zauberhaften Arsene Wenger kaum gelingen, dies zu kompensieren."

Robin van Persie im Steckbrief

Premier League 2011/2012: Meister der Nachspielzeit
MEISTER: Manchester City holte den dritten Ligatitel der Klubgeschichte. Am 38. Spieltag drehten die Citizens das Spiel gegen QPR durch zwei Tore in der Nachspielzeit
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VIZE-MEISTER: Manchester United verlor am letzten Spieltag die Meisterschaft. Die Reds holten wie der Lokalrivale 89 Punkte, den Ausschlag gab die Tordifferenz
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DRITTER: Robin van Persie (M.) sicherte seinem Team mit einer überagenden Saison den dritten Tabellenplatz. 19 Punkte Rückstand auf den Meister enttäuschten viele Fans jedoch
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