Spekulationen beendet

Rehhagel bleibt bis 2010

SID
Dienstag, 17.06.2008 | 09:53 Uhr
Rehhagel, EM, Griechenland
© Getty
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Salzburg - Der Europameistertitel ist zwar futsch, doch eine Schmach wie bei der WM 1994 wollen Griechenlands Fußballer und Coach Otto Rehhagel auf jeden Fall verhindern.

"Wir werden alles für einen ordentlichen Abschied tun", kündigte Rehhagel vor dem letzten EM-Spiel gegen Gruppensieger Spanien (Mi., 20.30 Uhr im SPOX-TICKER) entschlossen an.

Während die Iberer in Salzburg womöglich fast alle Stammkräfte für das Viertelfinale schonen werden, fürchten die Griechen ein Fiasko wie vor 14 Jahren: Damals flogen sie bei der WM in den USA ohne Punkt mit 0:10 Toren in hohem Bogen aus dem Turnier.

Rückendeckung vom Verband 

Auch bei der EM-Endrunde droht das schlechteste Abschneiden aller 16 Teilnehmer. Dennoch erhielt Rehhagel, dessen Vertrag schon bis 2010 verlängert ist, neuerliche Rückendeckung von seinem Verbandschef Vassilis Gagatsis.

Man werde weiter mit dem bald 70-Jährigen zusammenarbeiten, der die Griechen zur WM 2010 in Südafrika führen soll. Es sei "sehr leicht, den Trainer zu wechseln".

Was aber die Mannschaft zusammenhalte, sei "das Vertrauen und die Kontinuität", sagte Gagatsis der griechischen Sport-Internetseite "sport.gr.". Ziel sei, bei großen Turnieren dabei zu sein. "Dieses Ziel ist erreicht worden", meinte Gagatsis mit Blick auf die EM.

Auf der Suche nach Identität 

Damit kann und will sich der entthronte Titelverteidiger nach zwei Niederlagen ohne eigenen Treffer aber nicht zufriedengeben, auch wenn die Medien in der Heimat schon auf die Zeit nach der verkorksten EURO blickten. "Auf der Suche nach einer neuen Identität", überschrieb die Athener Zeitung "Eleftherotypia" am Dienstag ihren Spiel-Vorbericht.

"Das ist nicht die Vorbereitung auf die WM-Qualifikation. Wir nehmen das Spiel das sehr ernst", sagte Torjäger Theofanis Gekas und lugte grimmig unter einer blauen Baseball-Kappe hervor.

Ihr Schatten verdeckte zur Hälfte das angeschlagene Gesicht des Leverkuseners, für den die EM nach seinem gegen Russland erlittenen Jochbeinbruch vorbei ist.

Karagounis fraglich 

Auch die Außenverteidiger Giourkas Seitaridis und Vassilios Torosidis sowie Christos Patsatzoglou fallen verletzt aus, Regisseur Georgios Karagounis ist wegen seiner anhaltenden Kniebeschwerden fraglich. Der 37 Jahre alte Torhüter Antonios Nikopolidis gibt mit dem 90. Länderspiel seinen Abschied aus der Nationalmannschaft.

Noch größer als die erzwungenen Umstellungen in Rehhagels Auswahl werden wohl die freiwilligen Veränderungen bei Spanien ausfallen. Der ebenfalls fast 70-jährige Trainer Luis Aragones wird die Seleccion nach den Erfolgen über Russland und Schweden möglicherweise total umkrempeln und aus der bisherigen Startformation nur Andres Iniesta aufbieten.

Iniesta und zehn Ersatzspieler 

Carles Puyol, Santi Cazorla und David Silva wurden zuletzt schon im Training geschont, die Torjäger David Villa und Fernando Torres dürfen sich vermutlich ebenfalls ausruhen. Dafür rückt ein Mann wie Arsenal-Star Cesc Fabregas in die Startelf.

Die Spanier seien nicht schwächer als bisher, warnte jedoch der Frankfurter Ioannis Amanatidis: "Jeder, der kommt, gibt sein Bestes. Es wird kein leichtes Spiel." Für mehr Aufregung als die Partie gegen die Griechen sorgte in Spanien die Meldung, Aragonés stehe vor einem Engagement bei Fenerbahce Istanbul nach der EM.

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