Gruppe D, 2. Spieltag

Villa macht's noch einmal

Von Haruka Gruber / Daniel Börlein
Samstag, 14.06.2008 | 19:51 Uhr
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München/Innsbruck - Durch das vierte Turnier-Tor von David Villa in der Nachspielzeit (90.+2.) hat Spanien in Gruppe D Schweden verdient mit 2:1 (1:1) besiegt.

Zuvor hatte Fernando Torres (15.) die Iberer im mit 30.000 Zuschauern ausverkauften Tivoli Neu in Innsbruck mit 1:0 in Führung gebracht, ehe Zlatan Ibrahimovic in der 34. Minute den Ausgleich besorgte.

Damit ist Spanien, das sechs Punkte auf dem Konto hat, nicht mehr von Platz eins der Gruppe D zu verdrängen und trifft im Viertelfinale auf den Zweitplatzierten der Gruppe C.

Um der Seleccion in die Runde der letzten Acht zu folgen, muss Schweden am letzten Spieltag gegen Russland, das Titelverteidiger Griechenland mit 1:0 bezwang, mindestens unentschieden spielen.

Der SPOX-Spielfilm: 

15., 0:1, Torres: Xavi führt die Ecke von links kurz aus auf Silva, der unbedrängt den Ball halbhoch hereingibt. Torres setzt sich gegen Hansson durch und hält den Schlappen hin.

16.: Schweden im Gegenzug. Larsson schickt Elmander, dessen Schuss aus halbrechter Position geht aus zehn Metern ans Außennetz.

24.: Der spanische Abwehrchef Puyol muss verletzt ausgewechselt werden.

34., 1:1, Ibrahimovic: Stoor flankt unbedrängt aus dem rechten Halbfeld. Ibrahimovic nimmt den Ball am langen Fünfereck mit Mühe an, spielt dennoch Ramos aus und bezwingt Casillas per Flachschuss.

45.+1: Das hätte ein Elfmeter sein müssen! Flanke vom rechten Flügel auf Silva, der kurz vor der Ballannahme von Elmander klar umgestoßen wird. Dennoch: Schiri Vink entscheidet auf Weiterspielen.

46.: Die zweite Hälfte beginnt ohne den angeschlagenen Ibrahimovic, für ihn kommt Bremens Rosenberg.

63.: Dreifach-Chance! Silva zieht aus elf Metern ab, Isaksson lässt den Ball abprallen, Villa scheitert aber im Nachschuss erneut an Isaksson. Der abgeprallte Ball landet nochmal bei Villa, der auf Torres zurücklegt. Dessen Schuss wird abgeblockt.

68.: Senna versucht es aus 20 Metern, doch Isaksson klärt zur Ecke.

79.: Hansson kommt über links im Rücken der spanischen Abwehr völlig frei an den Ball. Seine direkte Hereingabe verpasst Larsson fünf Meter vor dem Tor knapp.

90.+2, 1:2, Villa: Langer Ball von Capdevila auf Villa, der Hansson tunnelt und aus sechs Metern Isaksson überwindet. Villas viertes Turnier-Tor!

So lief das Spiel: Spanien von Beginn an mit mehr Ballbesitz und der besseren Spielanlage  - ohne jedoch den Gegner zu dominieren. Nach der spanischen Führung ein leicht verändertes Bild: Die Seleccion ließ Schweden kommen, die immer wieder mit Flanken die spanische Deckung auseinanderrissen. Siehe das 1:1.

In den zweiten 45 Minuten verflachte die Partie. Spanien gefällig mit einigen Stafetten, anders als im Russland-Spiel fehlte jedoch lange Zeit die Wucht hinter den Spielzügen. Weit weniger ästhetisch die Skandinavier, die sich weit zurückzogen und darauf beschränkten, das Remis über die Zeit zu retten. Mit Erfolg - bis zum Geniestreich von Villa in der Nachspielzeit.

Der Star des Spiels: Olof Mellberg. Der 30-Jährige machte fast keine Fehler und gewann nahezu jedes Kopfball-Duell. So muss ein Abwehrchef auftreten - auch wenn im Spielaufbau von ihm praktisch nichts zu sehen war.

Die Gurke des Spiels: Referee Pieter Vink, stellvertretend für die zum Teil eklatanten Fehler der Schiedsrichter-Gilde in den letzten Tagen. Zwar hatte der Niederländer die Partie gut im Griff, doch nach Elmanders Bodycheck gegen Villa kurz vor der Halbzeit hätte er Strafstoß geben MÜSSEN.

Die Lehren des Spiels: Clevere Taktik der Schweden. Der eigenen spielerischen Mittelmäßigkeit bewusst, zogen sie sich bei Ballbesitz Spanien schnell zurück, ließen die Iberer kommen und installierten 30 Meter vor dem eigenen Tor einen engmaschigen Defensivverbund. Die Kehrseite: Nach vorne ging fast nichts, besonders offensichtlich nach Ibrahimovic' Auswechslung.

Spanien wiederum, fußballerisch haushoch überlegen, fehlte der letzte Biss - und die letzte Portion Laufbereitschaft im Mittelfeld. Anders als beim 4:1 über Russland tauschten Xavi, Silva und Co. nur selten ihre Positionen und waren dadurch leicht ausrechenbar.

Chancen blieben Mangelware, weil der Abstand zwischen Mittelfeld und Angriff meist zu groß war und es die Sturmspitzen deshalb meist auf eigene Faust versuchen mussten. Am Ende genügte aber die individuelle Klasse von Torres und Villa für den zweiten Sieg im zweiten Spiel.

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