Nach Schalkes Pokalkrimi gegen Nürnberg

Julian Draxler: Vom Milchgesicht zum Helden

SID
Mittwoch, 26.01.2011 | 12:55 Uhr
Julian Draxler erzielt den Siegtreffer für Schalke 04 gegen Nürnberg
© Getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
SaJetzt
Die Highlights vom Samstag mit S04-RBL, BVB & HSV
Premier League
Live
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Live
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Live
Benfica -
Belenenses
Primera División
Live
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Mit seinem Siegtor zum 3:2 gegen den 1. FC Nürnberg hat Julian Draxler nicht nur Pokalgeschichte geschrieben. Der jüngste Bundesliga-Spieler in der Historie von Schalke 04 deutete an, welch große Karriere vor ihm liegt.

Der Held des Abends hätte gerne noch ein wenig mehr erzählt. Doch der Kapitän beendete den Interview-Marathon. "Komm, Jule. Es reicht jetzt", rief Manuel Neuer bestimmt, und Julian Draxler gehorchte. Mit einem seligen Lächeln verschwand der 17-Jährige. Mit seinem Traumtor in letzter Minute für Schalke 04 hatte er Vereingeschichte geschrieben und womöglich den Beginn einer großartigen Karriere markiert.

Wie es sich anfühlt, berühmt zu sein, erlebte Draxler am Mittwochmorgen. Sechs Kamerateams waren zum Schalker Trainingsplatz gekommen, um Bilder und Aussagen des Jungstars zu ergattern. Doch Draxler schwieg.

Am Abend zuvor hatte der jüngste Schalker Bundesliga-Spieler sein Gefühlsleben nach dem 3:2 (2:2, 1:2) im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Nürnberg ja ausführlich genug geschildert - eloquenter als die meisten seiner viel älteren Profikollegen. "Davon habe ich immer geträumt. Ich werde ein paar Tage brauchen, um das zu verdauen. Im Moment ist es unmöglich, das Lächeln aus dem Gesicht zu bekommen", sagte er, "wie ich heute ein Auge zukriegen soll, weiß ich selbst noch nicht."

Ihr seid Fans von Wolfsburg, Werder oder Schalke? Ihr wollt per VIP-Tickets am Valentinstag ins Stadion? Hier geht's zum Gewinnspiel!

Bei seinem 20-Meter-Schuss mit links ("eigentlich mein schwächerer Fuß") nach einem Übersteiger, mit dem er in der 119. Minute das packende Pokalduell entschied, habe er nicht viel nachgedacht.

Königsblaue Glückseligkeit

"Das Tor habe ich aus dem Instinkt heraus gemacht, genauso wie in der A-Jugend immer." Danach brach die ganze königsblaue Glückseligkeit über ihn herein. "Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als auf den Boden niederzusinken", beschrieb er den Jubel nach dem Siegtor, als seine Mitspieler ihn unter sich begruben.

Doch der Youngster war schnell wieder obenauf: Nach dem Schlusspfiff trug ihn sein Teamkollege Kyriakos Papadopoulos auf den Schultern in die Fankurve - und Erinnerungen an einen anderen jungen Schalker Helden, der im Pokal seine große Karriere begonnen hatte, wurden wach.

Olaf Thon hatte im Mai 1984 bei jenem legendären 6:6 gegen Bayern München sogar drei Tore erzielt, doch er war damals ein paar Monate älter als jetzt Draxler, der mit seinem Milchgesicht noch viel jünger aussieht.

Die Lobeshymnen für die beiden ähneln sich jedoch. "Julian ist ein Riesentalent", sagte Trainer Felix Magath, der den 17-Jährigen drei Minuten vor dem Tor eingewechselt hatte: "Er wird uns in den nächsten Monaten und Jahren noch viel Freude machen. Er hat sicher eine große Zukunft auf Schalke vor sich."

Magaht gab Draxler Profivertrag bis 2014

Die Grundlage dafür hatte Magath jüngst selbst gelegt. Er gab dem Mittelfeld-Talent, das ihm mit seiner Offensivstärke und seinem Zug zum Tor im Trainingslager im türkischen Belek begeistert hatte, einen Profivertrag bis 2014 - und überzeugte die Eltern, den Filius von der Schule zu nehmen, damit er sich ganz auf den Fußball konzentrieren kann.

"Ihn selbst musste ich nicht groß überreden", berichtete Magath, "aber seine Eltern haben sich mit der Entscheidung schwer getan. Sie hätten es gerne gehabt, wenn er noch das Abitur macht."

Doch das Gladbecker Heisenberg-Gymnasium wird der U-18-Nationalspieler, der seit 2001 alle Altersklassen auf Schalke durchlaufen hat, in den nächsten Jahren nicht mehr von innen sehen. "Wenn alles normal läuft, braucht er Mitte des 21. Jahrhunderts kein Abitur mehr", sagte Magath mit Blick auf Draxlers Karriereaussichten.

Keine Angst vor Abheben

Sorgen, der hochgelobte Youngster könnte in all dem Trubel abheben, macht sich der Schalker Trainer und Manager nicht. "Julian ist einer, der einen klaren Kopf hat und sich überhaupt nicht verrückt machen lässt", sagte Magath.

"Er hat eine intakte Familie, die weiß, dass sich jetzt einiges ändert." Seine Eltern waren auch die ersten, die der neue Pokalheld nach seinem goldenen Schuss suchte. "Sie sitzen irgendwo da oben, ich habe sie aber noch nicht gefunden", berichtete er nach dem Schlusspfiff.

Einen Ratschlag nahm Draxler noch mit nach Hause. "Der Trainer hat gesagt, ich soll nicht so viel Zeitung lesen", sagte er, deutete aber an, darauf nicht hören zu wollen: "Morgen und übermorgen werde ich mir das nicht verkneifen können."

Julian Draxler schießt Schalke ins Halbfinale

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung