Bayern - 1860 1:0

Bayern später Derby-Sieger

SID
Mittwoch, 27.02.2008 | 23:07 Uhr
DFB-Pokal, bayern, 1860, fcb, münchen, derby, Ribery
© Getty
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München - Der FC Bayern München ist einer Derby-Pleite mit viel Glück entgangen und zum 20. Mal ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Nach Gelb-Roten Karten für Torjäger Luca Toni (84.) und Löwen-Abwehrspieler Benjamin Schwarz (111.) sicherte Franck Ribery dem Rekord-Pokalsieger mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 120. Minute den glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg nach Verlängerung gegen den Zweitligisten TSV 1860. Die besten Bilder des Derbys

"Der Schiedsrichter hatte eine gute Sicht. Es ist sehr mutig, nach so einem Spiel so eine Entscheidung zu treffen. In meinen Augen war es außerhalb", sagte Löwen-Coach Marco Kurz. "Ich würde sagen auf der Linie", so Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld.

Hoeneß schimpft über Gagelmann

Vor 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz-Arena enttäuschten die Bayern im 204. Derby auf ganzer Linie. Sechs Minuten vor Schluss eines erst am Ende emotionsgeladenen Spiels verlor Weltmeister Toni die Nerven und wurde nach einer Attacke gegen seinen Gegenspieler Markus Thorandt in die Kabine geschickt.

Wenig später haderten die Bayern mit Schiedsrichter Peter Gagelmann, der nach einem Rempler gegen Lucio im Strafraum nicht auf den Punkt deutete (88.). Kurz vor Schluss (120.+4) sah auch noch Thorandt Gelb-Rot. "Wenn man alle Szenen heute zusammen zählt, dann gab es schon einige Dinge, die ich nicht verstehe. Ich bin entsetzt, was ich da erlebt habe", sagte Bayern-Manager Ui Hoeneß schon in der Pause vor der Verlängerung.

Fehlendes Durchsetzungsvermögen

Zum 108. Jahrestag der Vereinsgründung wollten die Bayern ihrem Anhang ein rauschendes Fußball-Fest bieten, doch dabei spielten die Sechziger nicht mit. Von Kurz hervorragend eingestellt, hielt der Tabellen-Siebte der 2. Liga, der dem Lokalrivalen erst im Januar im Freundschaftsspiel ein Remis abgetrotzt hatte, die Partie lange Zeit ausgeglichen.

Während der Rekord-Pokalsieger sein Pensum zunächst behäbig und ideenlos abspulte, nutzten die Löwen ihre Freiheiten und inszenierten meist über Daniel Bierofka Offensivaktionen.

Doch vor dem Tor von Oliver Kahn fehlte es dem TSV an Durchsetzungsvermögen. Bis auf einen Distanzschuss von Danny Schwarz (14.) hatte der Ex-Nationalkeeper in den ersten 45 Minuten keine Prüfung zu bestehen. "Ich bin natürlich sehr glücklich darüber, dass wir es am Schluss doch noch geschafft haben. Von den Chancen her muss man natürlich auch nicht darüber diskutieren, dass es gerecht war", so Hitzfeld.

Ribery und Klose nur auf der Bank

Ohne Ribery und Miroslav Klose, deren Plätze in der Startelf Toni Kroos und Lukas Podolski einnahmen, versuchten es die Bayern immer wieder mit Querpässen oder langen Bällen in die Spitze - ein Indiz für die Einfallslosigkeit.

Erst ein kapitaler Fehler von Thorandt, der den Ball im Mittelfeld gegen Kroos vertändelte, eröffnete dem Favoriten die erste klare Möglichkeit (36.).

Doch dem 18-Jährigen spielten frei vor dem 60er-Tor die Nerven einen Streich. Statt auf den besser postierten Toni abzuspielen, jagte Kroos den Ball weit übers Tor. Zwei Minuten zuvor hatten die Löwen ihren nach einem Zusammenprall mit Toni angeschlagenen Schlussmann Michael Hofmann durch Philipp Tschauner ersetzen müssen.

Bierofka verletzt raus

Hitzfeld reagierte auf das wenig inspirierte Spiel seiner Mannschaft und wechselte nach der Pause Ribery für Hamit Altintop ein und sorgte damit für die erhoffte Belebung im Bayern-Spiel, das nun druckvoller wurde. 

Weitere Chancen waren die logische Folge: In der 57. Minute verhinderte Tschauner mit einem Reflex die Führung des Favoriten durch den in der Bundesliga gesperrten Mark van Bommel, der nach Vorarbeit von Podolski aus wenigen Metern frei zum Schuss kam.

Auf der Gegenseite musste aber auch Kahn gegen den 18-jährigen Lars Bender erstmals sein ganzes Können aufbieten (61.). Selbst als Mitte der zweiten Halbzeit ihr bester Spieler Bierofka verletzt ausschied, gaben sich die aufopferungsvoll kämpfenden Löwen nicht geschlagen und stemmten sich dem großen Nachbarn mutig entgegen. Auch für den anstelle von Kroos ins Spiel gekommenen Klose gab es in der Schlussphase der 90 Minuten kein Durchkommen.

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