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Souveränes Barcelona schlägt PSG

Dienstag, 21.04.2015 | 22:27 Uhr
Neymar ist der Spieler mit den meisten Treffern in der Champions League gegen PSG
© getty
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Der FC Barcelona steht nach einem 2:0 (2:0)-Sieg im Viertelfinale-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain im Halbfinale der Champions League. Neymar (10., 34.) erzielte die beiden Tore für das Team von Marc-Andre ter Stegen.

Vor 84.477 Zuschauern im Camp Nou machte sich Neymar (13.) endgültig zum Albtraum von PSG. Nach genialer Vorarbeit von Andres Iniesta traf er zur Führung, nur um wenig später das zweite Tor (34.) per Kopf nachzulegen. Damit hat er in seinen vier Spielen gegen die Franzosen fünf Treffer erzielt.

In der zweiten Halbzeit schienen sich beide Teams auf ein lockeres Auslaufen verständigt zu haben. Paris erarbeitete sich ein leichtes Chancenübergewicht, echte Hochkaräter gab es aber nur einen. Marc-Andre ter Stegen im Tor der Katalanen hatte nicht viel zu tun, zeigte sich jedoch sicher im Spielaufbau und war stets zur Stelle, wenn er gebraucht wurde.

Bereits das Hinspiel hatten die Katalanen in Paris mit 3:1 deutlich für sich entscheiden können.

Luis Enrique ist damit der erste Trainer, der neun seiner ersten zehn Partien in der Champions League gewinnen konnte.

Die Auslosung des Halbfinals findet am Freitag in Nyon (12 Uhr im LIVE-TICKER) statt.

Reaktionen:

Luis Enrique (FC Barcelona): "Die Spieler haben sehr gut umgesetzt, was wir wollten. Mir gefiel der Druck sehr gut, den wir in den ersten Minuten gezeigt haben. Solche Spiele können immer schwer werden, wenn man sie zu friedlich angeht."

Laurent Blanc (Paris Saint-Germain): "Wir wollten unbedingt weiterkommen, aber Barcelona war die bessere Mannschaft und hat es nicht zugelassen. Sie haben sich das Halbfinale verdient."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der FC Barcelona beginnt mit der erwarteten Elf. Das bedeutet drei Änderungen im Gegensatz zum 2:0-Sieg über Valencia. Adriano, Jeremy Mathieu und Xavi stehen nicht in der ersten Elf, dafür starten Jordi Alba, Ivan Rakitic und Andres Iniesta.

Auch PSG hat einen Sieg im Rücken. Beim 3:1 über Nice standen Aurier, Digne, Lucas, Lavezzi und Rabiot auf dem Platz, die nun von Gregory van der Wiel, Maxwell, Verratti und Matuidi und Ibrahimovic ersetzt werden.

Insgesamt stehen in München mehr Spanier (5) in der Startaufstellung als in Barcelona (4).

13., 1:0, Neymar: Gut 70 Prozent dieses Tores gehen auf die Kappe von Iniesta. Der Spanier löst sich in der eigenen Hälfte geschickt, lässt auf seinem Weg drei Gegner aussteigen und passt dann in die Lücke auf Neymar. Dieser zieht an Sirigu vorbei und verwandelt zur Führung.

18.: Sehr ansehnliche Kombination von PSG. Maxwell auf Matuidi, der auf Ibrahimovic durchsteckt. Am Fünfereck verwandelt dieser ins lange Eck, wird aber wegen Abseits zurückgepfiffen.

24.: Dani Alves versucht sich aus 35 Metern. Sirigu lässt abklatschen, Neymar kommt gegen Marquinhos zum Kopfball. Diesmal packt der Keeper aber sicher zu.

34., 2:0, Neymar: Wieder ist es der Brasilianer, der trifft. David Luiz pennt zum wiederholten Mal, diesmal bei einer Flanke von Dani Alves. Neymar hält den Kopf rein, Sirigu ist aus etwa zehn Metern machtlos.

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59.: Ibrahimovic legt am Strafraumrand auf Verratti ab, der 16 Meter vor dem Tor komplett frei steht. Er schießt aber am linken Pfosten vorbei.

73.: Der erste Schuss von Paris auf das Tor von ter Stegen. Ibrahimovic mit einem strammen Geschoss aus 20 Metern halbrechter Position, allerdings viel zu zentral für einen Torerfolg.

79.: PSG will aber auch nicht. Lucas würgt sich gegen Roberto und Mascherano durch, ter Stegen rutscht durch den Strafraum. Cavani muss aus spitzem Winkel nur noch ins Tor treffen, haut den Ball aber ans Außennetz.

Fazit: Der frühe Treffer von Neymar entschied die Partie. Barcelona mit einer coolen Leistung gegen ein passives Paris, das sich nach zehn Minuten aufgab.

Der Star des Spiels: Andres Iniesta entschied mit seinem Solo die Partie. Wohl leicht angeschlagen in das Spiel gegangen, lieferte der Mittelfeldspieler sein vielleicht bestes Saisonspiel ab, eroberte extrem viele Bälle und war gemeinsam mit Neymar nicht aufzuhalten. Mit seiner Auswechslung zur Halbzeit war das Viertelfinale dann offiziell geschlossen, ohne ihn gelang Barcelona kein Abschluss mehr im gegnerischen Strafraum.

Der irre Solo-Lauf von Iniesta im RE-LIVE

Der Flop des Spiels: David Luiz hatte im Hinspiel schon keine gute Figur abgegeben und knüpfte an diese Leistung einfach an. Im Grunde ein typisches Spiel des Brasilianers. Viele gewonnene Zweikämpfe, gutes Aufbauspiel aber katastrophale Stellungsfehler und Aussetzer in entscheidenden Momenten.

Der Schiedsrichter: Svein Oddvar Moen (Norwegen) machte insgesamt einen guten Job. Der ein oder andere kleine Wackler in der Zweikampfbeurteilung, insgesamt aber ohne schweren Fehler. Gab auch die Karten im richtigen Moment, hätte aber Verratti nach mehreren kleinen Vergehen verwarnen müssen.

Das fiel auf:

  • PSG verteidigte von Anfang an sehr passiv. Ibrahimovic blockierte bei tiefem gegnerischen Ballbesitz den Passweg zu Busquets, der Rest der Mannschaft dahinter versuchte, den Aufbau der Katalanen nach links, und damit weg von Messi, zu lenken.
  • Barcelona dagegen stellte aus einer 4-1-4-1/4-4-2-Formation gegen den Ball immer wieder situativ Druck auf die Innenverteidiger her. Nach der eigenen Führung fiel die Intensität jedoch extrem ab, im Angriff von Paris spaltete sich Barcelona in zwei Mannschaftsteile.
  • Wie schon im Hinspiel begab sich Messi nach einiger Zeit in die Mitte, fand aber diesmal weniger Bindung zum Spiel. Suarez bekam auf rechts viele hohe Zuspiele, der Argentinier dagegen in sehr hoher, zentraler Position merklich weniger. Dabei hatte das Prinzip, Messi rechts zu suchen und dann das Spiel zu verlagern, einige Räume für Neymar geöffnet.
  • Spätestens nach dem 2:0 hatte Paris mit dem Viertelfinale abgeschlossen. Barcelona ließ den Ball laufen, während die Franzosen zusahen und nur im äußersten Notfall noch wirklich Druck aufbauten. Die Lücken im zentralen Mittelfeld oder bei schnellen Verlagerungen waren teilweise katastrophal groß.
  • Besonders stark zeigte sich die schnelle Balleroberung Barcelonas in der gegnerischen Hälfte. Kaum ein Ball fand den Weg in die eigene Hälfte, weil alle Spieler konsequent nachsetzten. Besonders taten sich Alves und Iniesta hervor.

FC Barcelona - Paris St. Germain: Die Statistik zum Spiel

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