Fussball

Barcelona: Noch immer Schädelbrummen

Von Ben Barthmann
Luis Enrique war nach der Niederlage gegen PSG sprachlos

Die herbe 0:4-Niederlage gegen Paris Saint-Germain in der Champions League sitzt dem FC Barcelona noch immer tief in den Knochen. Die Zukunft von Trainer Luis Enrique ist offen, es gab wohl ein intensives Gespräch.

Verheerend präsentierte sich der FC Barcelona im Hinspiel des Achtelfinals der Champions League in Paris. Zwei Tage nach dem 0:4-Debakel brummt den Katalanen noch immer der Schädel. In den Medien wird über die Zukunft von Trainer Luis Enrique spekuliert.

Dieser hatte bereits vor Wochen bekanntgegeben, sich mit einem Abgang zum Saisonende zu beschäftigen. Diese Worte wurden damals noch erschrocken aufgenommen, nach dem Auftritt gegen PSG scheint der Trainer jedoch eher gehen zu müssen, als zu wollen.

Die SPORT berichtet von einem Vertrauensverlust der Mannschaft in den Trainer. Grundlage dessen sind die Aussagen der Spieler direkt nach der Partie in Paris, die durch als Kritik an Enrique gewertet werden können sowie ein rund 25 Minuten dauerndes Gespräch vor dem Training am Mittwochabend.

Laut und intensiv sei es gewesen, die Spieler anschließend im Training sichtlich angeschlagen, so der Bericht. Sollte Enrique tatsächlich zum Ende der Saison den Verein verlassen - ob von seiner Seite oder von Klubseite ausgehend, bringen die spanischen Medien mehrere Nachfolger ins Gespräch.

Neben den bekannten, aber wohl sehr unwahrscheinlichen, Namen wie Jürgen Klopp und Pep Guardiola steht vor allem Jorge Sampaoli im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Argentinier trainiert derzeit in seinem ersten Jahr den FC Sevilla und konnte dort seinen Ruf weiter ausbauen.

Schuster: Barca schafft sich ab

Während die Medienlandschaft zahlreiche Experten und Ex-Spieler bemüht, bleibt es aus der Führungsriege des FC Barcelona bisher sehr ruhig. "Barca ist eine Mannschaft, die sich Schritt für Schritt abschafft", stellte dagegen Bernd Schuster bei Onda Cero fest.

Xavi versuchte derweil zu beschwichtigen: "Es ist nicht gravierend, so ist der Sport, manchmal ist der Gegner einfach beser als du." Gerade das war aber bisher nie das Selbstverständnis des FC Barcelona. Es droht immerhin das erste Achtelfinal-Aus seit der Saison 2006/07.

Damals trennte man sich zum Ende der Saison von Frank Rijkard und startete gemeinsam mit Pep Guardiola in eine neue Ära. Am 9. März, einen Tag nach dem Rückspiel gegen Paris, soll sich die Führungsebene laut MundoDeportivo mit Enrique treffen wollen. Dann gibt es wohl Gewissheit.

Kritik an Gomes

Das Problem läge jedoch anschließend im Start einer neuen Ära. Der FC Barcelona investierte im Sommer viel Geld in den Kader, holte etwa Paco Alcacer, Samuel Umtiti oder Andre Gomes. Diese Spieler sollen den neuen Weg begehen, konnten aber bisher nur stückweise überzeugen.

Besonders Andre Gomes steht in der Kritik. "Ein Fiasko von 35 Millionen Euro", titelt etwa die Marca unter einem Bild des Portugiesen. Auch Sergi Roberto steht in der Kritik. Ihm hatte Enrique vor der Saison zugetraut, die vakante Position des Rechtsverteidigers auszufüllen.

Am Wochenende wird vorerst CD Leganes Aufbauhilfe betreiben müssen. Der Aufsteiger gastiert im Camp Nou, die Katalanen werden mit viel Wut im Bauch antreten. Anschließend geht es zu Atletico Madrid. Ein weiteres Knackpunktspiel in dieser Phase der Saison.

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