Zweite Geige ohne Rhythmus

Montag, 20.04.2015 | 16:46 Uhr
Mario Götze erlebt bei den Münchnern - zumindest auf dem Platz - ein Tief
© getty
Advertisement
Premier League Darts
Do22.02.
Berlin Calling! Wer rockt die Premiere in der Hauptstadt?
Primera División
Live
Leganes -
Real Madrid
Championship
Derby County -
Leeds
World Freestyle Masters
DAZN World Freestyle Masters
Indian Super League
Mumbai CIty -
NorthEast Utd
J1 League
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Superliga
Union SF -
Colon
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkischer Kommentar)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Brondby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Premier League
Brighton -
Arsenal
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Primera División
Valencia -
Real Betis
Serie A
AC Mailand -
Inter Mailand
Ligue 1
Marseille -
Nantes
Premier League
Crystal Palace -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Las Palmas

Eine Verletztenmisere historischen Ausmaßes spülte Mario Götze beim FC Bayern München ins Rampenlicht. Nutzen konnte der 22-Jährige seine Bühne aber noch nicht, trotz vieler Ausfälle ist das Ausnahmetalent nicht gesetzt. Vor dem saisonentscheidenden Spiel gegen den FC Porto (Di., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) werden die kritischen Stimmen lauter.

Nicht wenige Männeraugen dürften an diesem Mai-Abend gestrahlt haben, wie lange zuvor nicht mehr. Keine vier Monate war es her, da hatte er in einer hollywoodreifen Nacht- und Nebelaktion mit Pep Guardiola den größten Trainer-Coup der Geschichte des Rekordmeisters, vielleicht sogar der Bundesliga, gelandet. Jetzt saß Uli Hoeneß bei der Podiumsdiskussion eines Hightech- und Computerverlags. Und erzählte. Und begeisterte einen Raum voller Computerfachleute mit Geheimnissen aus dem Reich des großen FC Bayern.

"Guardiola hatte gewisse Vorstellungen, einen jungen brasilianischen Spieler zu kaufen", fing der stolze Hoeneß an. "Aber wir waren in der Vergangenheit nicht so gut gelegen mit jungen Brasilianern."

Gemeint war damit freilich Neymar, damals noch beim FC Santos unter Vertrag und schon Peps Objekt der Begierde zu dessen Zeit beim FC Barcelona. Dort landete der Paradiesvogel schließlich auch. Für über 50 Millionen Euro. 40 Spiele hat der Brasilianer für die Katalanen in der laufenden Saison gemacht, 28 Tore geschossen und neun vorbereitet.

Für Hoeneß damals zu viel Geld und zu viel Risiko. Weil aber Guardiola "einen ähnlichen Spieler haben wollte, sind wir dann auf Mario Götze gekommen".

"...da darf man viel erwarten"

Götzes Wechsel für 37 Millionen Euro nach München erschüttert Fußball-Deutschland in seinen Grundfesten. Einen Monat nach Bekanntwerden sieht der verletzte Götze von der Tribüne aus, wie der BVB gegen seinen künftigen Arbeitgeber aus München das Champions-League-Finale verliert. Nach einer turbulenten und von Verletzungen durchzogenen Premieren-Saison an der Isar schießt Götze Deutschland im Maracana zum Weltmeistertitel. Und trägt sich in die Geschichtsbücher ein. Mit 22 Jahren.

Dass aber selbst Legenden-Status nicht vor Kritik schützt, muss das Wunderkind gerade am eigenen Leib erfahren. Harsche Worte hagelt es auf der Zielgeraden seiner zweiten Saison in München. Dabei schienen die Fragezeichen, die lange hinter ihm standen, nach der bärenstarken Vorrunde schon weggewischt. Als er sich bei von den WM-Nachwehen dezimierten Münchnern unverzichtbar machte.

"Dafür haben wir ihn eingekauft. Er hat viel Geld gekostet, da darf man viel erwarten", scherzte Karl-Heinz Rummenigge noch im September, nachdem Götze gegen Paderborn glänzte und einen Doppelpack schnürte.

Ende April ist die Personalsituation in München noch angespannter als zu Saisonbeginn. Doch in Abwesenheit von Franck Ribery und Arjen Robben kämpft Götze mit seiner neuen Hauptrolle. Und das, obwohl ihm der gestiegene Einfluss auf das Spiel in Abwesenheit von einem oder beider Superstars eigentlich immer gelegen kam. 22 Scorerpunkte sammelte Götze bislang in 17 Partien. Standen Ribery und Robben in einem der Spiele auf dem Platz, war Götze nur dreimal an Treffern beteiligt. In neun Partien mit nur einem der beiden Superstars trug sich Götze neunmal ins Scoreboard ein, ohne Robbery traf oder assistierte der 22-Jährige in fünf Partien.

Streichkandidat Nummer eins

Trotz der neuen Freiheiten wirkt Götzes Spiel verkopft. Verkünstelt, ohne Effekt. Und das nicht erst in den letzten Partien. Einer der wenigen verblieben Akteure für die spielerischen Momente - für die Dribblings, für die Ein-gegen-Eins-Situationen - er spielt nicht einmal die erste Geige in einer Mannschaft, die auf dem Zahnfleisch geht.

Götze leidet dabei auch unter seiner Polyvalenz, unter der Fähigkeit, überall spielen zu können. Linksaußen, Rechtsaußen, Mittelstürmer, Zehner, Halbposition links, Halbposition rechts. Pep musste Götze ob der Personalsituation schon auf jeder offensiven Position einsetzen - wenig verwunderlich, dass sich ein wirklicher Rhythmus da nicht einstellen mag.

Dabei sind 15 Treffer und sieben Assists in 39 Partien alles andere als nur mittelmäßige Werte. Doch resultieren alleine sechs der 15 Tore aus den Kantersiegen gegen Paderborn (4:0), Werder Bremen (6:0) und den Hamburger SV (8:0). Zwar stand Götze bei nur vier Pflichtspielen nicht auf dem Platz, doch musste er 17-mal frühzeitig zum Duschen. Das sind mehr Spiele, als der gebürtige Allgäuer über die vollen 90 Minuten auf dem Feld stand. Gefühlt ist der 37-Millionen-Mann Peps Streichkandidat Nummer eins, geht es darum, die Mannschaft während der Partie zu verändern.

Kein "super, super" für Götze

"Er muss auf dem Platz sprechen, im richtigen Moment. Nicht mit den Journalisten, dem Berater, dem Präsidenten oder dem Trainer", lautete kürzlich Guardiolas Appell an seinen Schützling. Eine ungewohnt deutlich Aussage, fernab des sonst obligatorischen "super, super". Eine ungewohnt deutliche Aussage des Katalenen, der zuletzt gar den am Fließband patzenden Dante in Schutz nahm und sich "tausend Dantes" für seine Mannschaft wünschte.

Im richtigen Moment auf dem Platz sprechen, das gelingt Götze derzeit nicht. Ausgerechnet ihm, dem so bedachten und neutralen Medienprofi, der normal auf alles eine Antwort hat. Der spätestens seit der WM-Nacht von Rio manchmal mehr Marke als Mensch zu sein scheint und der sich nicht wenig Kritik für seine unnahbare Außendarstellung anhören muss.

Doch die Leistungen sind inkonstant, die Entwicklung stagnierend. Götze sprach nach der Vertragsunterzeichnung vom überragenden Gesamtpaket des FC Bayern. Und vom großen Potenzial der Zusammenarbeit mit Coach Guardiola. Doch mittlerweile werden sogar Stimmen laut, der Schritt aus dem Ruhrpott in die bayerische Landeshauptstadt wäre ein bisschen zu groß gewesen für das einst begehrteste Talent Europas.

"Nach fast zwei Jahren in München muss man sagen", holte Lothar Matthäus kürzlich in der Sport Bild zur Weltmeisterschelte aus, sei der Wechsel zum FC Bayern "zu früh gekommen für Götze". Auch BVB-Ikone Jürgen Kohler meldete sich zu Wort. Die "Spielfreude durch die herausragenden Aktionen" würden dem 49-Jährigen fehlen, für den Götze beim BVB gar der bessere Spieler war.

"Es war sehr bitter"

"Man kann sich ja vorstellen, wie man sich fühlt in der Situation", sagte Götze selbst, als er trotz des prall gefüllten Lazaretts gegen seine alte Liebe im Signal Iduna Park nur auf der Bank saß. Es war sehr bitter." Vor allem für jemanden, der nicht müde wird zu betonen, dass er Verantwortung übernehmen will. Und zum "festen Teil des Kerns der Elf" zu gehören will - in Klub und Nationalmannschaft. Davon sogar als eigenem "Anspruch" spricht, den er momentan nicht erfüllen kann.

Zumindest gegen Porto (Di., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER) wird Götze aber dabei sein. Wenn es gilt, die Horror-Show aus dem Drachenstadion vergessen zu machen, die die Münchner Saison so nahe an den Abgrund getrieben hat. Doch hängt nicht nur die kurzfristige Zukunft des deutschen Rekordmeisters an den 90, vielleicht 120 Minuten oder mehr in der Allianz Arena.

Auch Götze muss für sich persönlich liefern, schließlich steht seit Kurzem Peps Lieblingsschüler Thiago nach über einem Jahr Abwesenheit parat, den Matthäus schon jetzt in der Zentrale - der Position, auf der sich Götze am wohlsten fühlt - einen meilenweiten Vorsprung attestiert. Götze muss für sich persönlich liefern - nicht, dass ein Präsident des FC Bayern bald eine neue Geschichte erzählen muss.

Mario Götze im Steckbrief

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung