"Mit Hoeneß wäre das nicht passiert"

SID
Montag, 20.04.2015 | 10:12 Uhr
Christoph Daum (l.) und Uli Hoeneß gelten nicht als beste Freunde
© getty
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Christoph Daum vermisst bei Rekordmeister Bayern München angesichts der jüngsten internen Querelen im Augenblick eine Figur wie seinen Intimfeind Uli Hoeneß. "Mit Uli Hoeneß wäre das nicht passiert. Der wäre dazwischen gegangen und hätte allen klargemacht, dass es nicht um den Jahrmarkt persönlicher Eitelkeiten geht, sondern um den Verein. Diese Figur scheint zu fehlen", sagte Trainer Daum bei Sky90.

Der ehemalige Bayern-Präsident und -Manager habe immer Strömungen frühzeitig erkannt und darauf reagiert. Daum: "Entweder hat er geschlichtet oder ein Machtwort gesprochen."

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Hoeneß war am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung von insgesamt 28,5 Millionen Euro zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seit Anfang Januar dieses Jahres ist der Weltmeister von 1974 Freigänger und arbeitet im Augenblick an der Säbener Straße in der Jugendabteilung des FC Bayern.

Im Jahr 2000 war es im Zusammenhang mit Drogenvorwürfen gegen Daum zu heftigen öffentlichen Auseinandersetzungen mit Hoeneß gekommen. Eine Haarprobe hatte dann den damaligen Leverkusener Fußballlehrer Daum der Kokain-Einnahme überführt. Dieser verlor seinen Job beim Werksklub und konnte auch die vorgesehene Stelle als neuer Bundestrainer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht antreten.

"Zeitpunkt unglücklich gewählt"

Daum sieht Probleme auf den Champions-League-Viertelfinalisten aufgrund des Zeitpunkts des Rücktritts von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zukommen. "Der Zeitpunkt, den er gewählt hat, hat unheimlichen Druck auf Pep Guardiola ausgelöst. Es gehen Spekulationen los, es wird von einem Machtkampf gesprochen", äußerte Daum bei Sky, "diese Spekulationen tun dem Verein nicht gut, weil es von den eigentlichen Aufgaben ablenkt. Daher ist dieser Zeitpunkt sehr unglücklich gewählt."

Zur Vorgehensweise bei Verletzungen äußerte der ehemalige Stuttgarter Meister-Trainer: "Als Trainer möchte man doch, dass die Spieler so schnell wie möglich zurück ins Team kommen. Daher sollte der Teamarzt ein gewisses Risiko gehen und Maßnahmen ergreifen, damit der Spieler wieder zur Verfügung steht. Auch wenn die Gesundheit des Spielers natürlich über allem steht."

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