Dienstag, 18.02.2014

Der FC Bayern vor dem Spiel bei Arsenal

Schon wieder ein Finale in London

Der FC Bayern kehrt an die Stätte des großen Erfolgs zurück. Pep Guardiola hält Münchner Dominanz gegen Arsenal (Mi., 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) für unmöglich. Und Manuel Neuer hat Schalker Gefühle.

Pep Guardiola bereitet das kommende Duell mit Arsenal Kopfzerbrechen
© getty
Pep Guardiola bereitet das kommende Duell mit Arsenal Kopfzerbrechen

Bei seinem letzten Besuch im Vereinigten Königreich lernte der FC Bayern München den London Traffic kennen - in dessen ekligster Form. Drei Stunden verbrachte der Mannschaftsbus an einem Freitagnachmittag auf den Straßen zwischen dem Flughafen Gatwick und dem Wembley Stadium.

Grund genug für die Bayern, die üblichen Reisepläne für ein Champions-League-Spiel im Ausland diesmal umzuwerfen. Kein Abschlusstraining im Emirates Stadium, wo die Münchner am Mittwoch beim FC Arsenal antreten.

An der obligatorischen und von der UEFA verpflichtenden Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel kam der Königsklassen-Titelverteidiger nicht vorbei, das sollte es aber auch gewesen sein. Säbener Straße statt Emirates, Training auf den Heim-Courts statt Umgebungserkundung im Heim der Gunners.

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"...dann werden wir leiden"

Aber wenn man an die Stätte des großen Erfolgs zurückkehrt und als derzeit "beste Mannschaft der Welt" (Arsene Wenger) sowieso unschlagbar ist, kann man nichts falsch machen. Oder etwa doch?

"Wenn wir Arsenal den Ball überlassen, werden wir leiden", unkt Bayern-Trainer Pep Guardiola. "Arsenal hat so viele gute offensive Spieler, die uns Probleme machen können."

Dem Gegner den Ball geben - mehr Blasphemie geht eigentlich nicht aus Bayern-Sicht. 70 Prozent eigener Ballbesitz sind die Regel in dieser Saison, egal wie der Gegner heißt. Auch beim letzten Besuch auf der Insel, gegen das (sportlich) hoch angesehene Manchester City, waren die Bayern furchteinflößend dominant.

"Was die Bayern in Manchester spielten, grenzte an Perfektion", sagte Arsenal-Spieler Mathieu Flamini der "Sun". Aber Manchester ist nicht London, Gruppenphase nicht Achtelfinale und Oktober 2013 nicht Februar 2014.

Guardiola: Man kann Arsenal nicht dominieren

Den FC Bayern erwartet ein hartes Stück Arbeit am Mittwochabend, auch wenn das derzeitige Niveau der Gunners schwer einzuschätzen ist.

"Sie haben 5:1 gegen Liverpool verloren, aber im Pokal gegen Manchester United gewonnen und stehen in der Premier League oben. Das ist eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen von der ersten Minute an voll da sein. In diesen Spielen kommt es auf Details an", sagte Arjen Robben.

Im Gegensatz zu den letzten Spielen in der Bundesliga und im Pokal in Hamburg. Ein Nachteil für die Bayern? "Nein", sagt Guardiola. "Jedes Spiel ist schwierig. Man muss die Spiele erstmal gewinnen und dabei immer gut spielen. Das Spiel bei Arsenal ist ein sehr guter Test für uns. Am Mittwoch wissen wir, auf welchem Level wir sind."

So dominant wie in der Liga könne seine Mannschaft nicht auftreten. "Es ist unmöglich, Arsenal 90 Minuten lang zu dominieren. Vielleicht 60 Minuten, aber niemals 90 Minuten", so Guardiola.

Neuer freut sich auf Özil

Vor ziemlich genau einem Jahr, ebenfalls im Achtelfinal-Hinspiel, ist das den Bayern im Emirates gelungen. Beim 3:1 legten sie den Grundstein fürs spätere Weiterkommen.

Manuel Neuer erinnert sich jedoch mit gemischten Gefühlen an damals. "Man muss ganz klar sagen, dass wir letztes Jahr kurz vor dem Aus standen, trotz des deutlichen Sieges in London. Und der Gegner hat jetzt zusätzliche Qualität.

"Arsenal hat sich gut verstärkt. Vor allem mit Mesut Özil. So ein Spieler, der die entscheidenden Pässe spielen kann, hat Arsenal gefehlt", so Neuer.

Das Treffen mit lauter Kollegen aus Germany ist für den Bayern-Torhüter etwas Spezielles. "Wenn man gegen eine englische Mannschaft spielt, rechnet man nicht, dass man gegen drei bzw. vier deutsche Spieler spielt. Gerade gegen Özil. Wir kommen aus der gleichen Stadt und haben im gleichen Klub gespielt." Ein bisschen Königsblau ist Neuer halt immer noch.

Robben, der Genießer

Für den Torhüter haben die Duelle gegen Arsenal Endspiel-Charakter. "Das letzte Spiel von uns in London war ja ein Finale. Für mich sind die beiden Spiele gegen Arsenal wie zwei Finals." Mit dem Unterschied, dass man das erste verlieren dürfte.

Aber das haben die Bayern nicht vor. "Wir haben auch nach der Triple-Saison genug Hunger auf Siege. Wir können die erste Mannschaft sein, die den Titel in der Champions League verteidigt. Das ist unser Ziel", sagte Robben.

Die Voraussetzungen sieht der Niederländer gegeben. "Ob wir besser sind als letzte Saison, sollen andere beurteilen. Aber ich denke, wir haben unsere Qualität noch erhöht. Und wir haben Spaß. Jeder Spieler genießt es, für den FC Bayern zu spielen. Und wir können sehr zufrieden sein mit der Art und Weise, wie wir spielen."

Für die Zuschauer erwartet Robben "ein tolles Spiel, weil beide Mannschaften den Ball haben wollen." Aber wehe, Arsenal hat davon mehr...

Bayern München in der Übersicht

Für SPOX in London: Thomas Gaber

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Thomas Gaber(Chef vom Dienst)

Thomas Gaber, Jahrgang 1976, ist gebürtiger Münchner und Gründungsmitglied von SPOX. Nach dem Magister-Abschluss der Politikwissenschaft (2004) folgten Praktikum und Volontariat bei Sport1.de. 2007 Wechsel zu SPOX als Ressortleiter Fußball. Seit Mitte 2012 als Chef vom Dienst verantwortlich für den Inhalt der Homepage. Außerdem Reporter des FC Bayern München. Kernressorts: Fußball, Tennis, Golf.

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