So spielt der FC Arsenal

Alles entscheidende Halbräume

Von Ben Barthmann
Dienstag, 18.02.2014 | 11:18 Uhr
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Der FC Arsenal überzeugt in dieser Saison mit Ballbesitz orientiertem und flexiblem Fußball. In der Champions League trifft man mit dem FC Bayern München (Mi., 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) unter Pep Guardiola auf einen Gegner mit ähnlicher Spielanlage.

Der FC Arsenal war lange Zeit das Team der Stunde der Premier League. Nach einer Auftaktniederlage ging es von Sieg zu Sieg, vom fünften bis zum 16. Spieltag gab man nicht einziges Mal die Tabellenführung aus der Hand. Seit September 2013 belegen die Gunners konstant einen der ersten beiden Ränge in der heimischen Liga.

Doch gerade gegen die direkte Konkurrenz musste das Team von Arsene Wenger zuletzt Rückschläge hinnehmen. Elf Ohrfeigen von Manchester City und dem FC Liverpool, eine Niederlage gegen das kriselnde Manchester United und ein torloses Remis gegen den FC Chelsea. Ein Image, das der Mannschaft von Arsene Wenger schon lange anhaftet.

Auch deshalb gehen die Blicke schon ein wenig Richtung Champions-League-Achtelfinale, wo man auf den FC Bayern München trifft. Gerade im Duell mit Pep Guardiola könnte die Mannschaft von Arsene Wenger auf die Probe gestellt werden, trifft man doch auf eine Mannschaft mit ähnlichem Grundgedanken.

Flexibilität und Ballbesitz

So vermittelt Wenger, genau wie sein spanischer Kollege, die Idee eines ballbesitzorientiertes Fußballs. Flexibilität, situative Positionswechsel und eine riskante Spielweise in der Defensive vereinen beide Trainer. Auch die Gunners formieren sich gewöhnlich in einem 4-1-4-1. Mikel Arteta oder wahlweise Mathieu Flamini sichern hinter einer nahezu freibeweglichen Viererkette ab, im Sturmzentrum gibt meist Olivier Giroud einen klassischen Stürmer.

Unabhängig von der personellen Besetzung ist die Marschroute immer gleich. Mit viel Ballbesitz und einem flüssigen Kombinationsspiel will man durch die Zentrale zum Abschluss kommen. In Ballnähe soll Überzahl hergestellt werden. Dabei macht sich Wenger die Flexibilität seiner Spieler zu nutze.

Großes Ziel: Mittelfelddominanz

Er gibt seinen Spielern in der Offensive kaum feste Positionen mit auf den Weg. Die offensive Viererreihe ist somit frei beweglich, Positionsrochaden jederzeit möglich.

Dennoch gibt es Vorschriften. So tendiert stets ein Mittelfeldspieler von der Seite nach innen und beteiligt sich am Kombinationsspiel. In der Zentrale wird es dadurch, und dank des weit mit aufrückenden Sechsers sehr eng. Die Gunners können aber auch einfach Dreiecke bilden und mit kurzen Pässen das Spiel dominieren.

So entstehen teils merkwürdig anmutende Spielsituationen mit überfülltem Mittelfeld. Denn die gegnerischen Trainer reagieren auf die immer gleiche Weise: Sie ziehen ihre Spieler ebenfalls sehr eng zusammen, um nicht in situative Unterzahl zu geraten.

Beispiel: FC Arsenal - Crystal Palace (2:0): Die Spieler beider Mannschaften häufen sich im Mittelfeld. Tony Pulis musste sogar einen seiner beiden Innenverteidiger weit aus der Viererkette rücken lassen, um den Kampf um die Mittelfeldherrschaft nicht komplett aus der Hand zu geben.

Offene Flügel entscheidend

Dies führt zu wenig bis gar keinem Mehrwert bei Ballbesitz. Beide Mannschaften neutralisieren sich gegenseitig, auch wenn die Gunners in der Regel den Ball halten. Dies führt jedoch zum Erreichen des ersten Zwischenziels von Wenger. Die Außenbahnen sind weitestgehend frei, weshalb die Außenverteidiger seiner Mannschaft weit aufrücken können und so ihre Gegenspieler in Eins-gegen-Eins-Situationen zwingen.

Unterstützt wird dies durch die Asymmetrie des englischen Tabellenzweiten im Angriff. Während ein Spieler der offensiven Viererkette nach innen tendiert, hält der andere seine Position auf dem Flügel. Dort bietet er sich nicht nur als Anspielstation an, sondern erzeugt auch Überzahlsituationen auf einem Flügel, um von dort zu Torchancen zu kommen.

So beispielsweise geschehen im Spiel gegen Crystal Palace: Während Cazorla von rechts nach innen tendierte, hielt Lukas Podolski in der Regel die Breite auf der linken Seite.

Dadurch, dass mit Nacho Monreal der Linksverteidiger hinter ihm ebenfalls weit mitaufrückte, war Rechtsverteidiger James Ward gegen zwei auf sich alleine gestellt. Nebenmann Daniel Gabbidon erkannte dies und rückte seinerseits weiter Richtung Podolski. Damit war eine Lücke geschaffen, die ein aus der Zentrale startender Mittelfeldspieler leicht nutzen konnte: Oxlade-Chamberlain traf zweimal aus dem linken Halbraum heraus und entschied die Partie.

Seite 1: Die totale Dominanz im Mittelfeld

Seite 2: Die Rolle von Olivier Giroud

Seite 3: Spielmacher aus dem Halbraum

Seite 4: Das Spiel mit dem Feuer

Seite 5: Die große Defensive als Alternative?

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