Die möglichen Playoff-Gegner des FC Bayern

Barcelona-Schreck? Oder eine Wundertüte?

Von Jan Konietzny
Donnerstag, 04.08.2011 | 18:51 Uhr
Udinese Calcio ist ein möglicher Bayern-Gegner in der Champions-League-Quali
© Getty
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Der FC Bayern München muss am 16./17. und 23./24. August in der letzten Runde der Champions-League-Playoffs ran. Wird es der Barcelona-Schreck Rubin Kasan aus Russland, die fast komplett runderneuerte Mannschaft von Udinese Calcio oder doch die Überraschung FC Zürich aus der Schweiz? SPOX stellt die möglichen Gegner der Auslosung (Fr. 12 Uhr im LIVE-TICKER) kurz vor.

Odense BK

Qualifiziert gegen: Panathinaikos Athen (4:3, Hinspiel 1:1)

Ein möglicher Playoff-Gegner des FC Bayern München ist der Odense Boldklub. Odense wurde bislang drei mal dänischer Meister und erreichte mit der Vize-Meisterschaft hinter dem mit 24 Punkten enteilten FC Kopenhagen die Champions-League-Qualifikation. Einige werden sich womöglich noch an die Europa-League Gruppenphase der letzten Saison erinnern, als der VfB Stuttgart die Dänen mit 2:1 und 5:1 besiegte.

Mit Ex-Bayern-Torwart Stefan Wessels und Tore Reginiussen, den Felix Magath im Januar 2010 zu Schalke geholt hatte, stehen zwei ehemalige Bundesliga-Spieler im Team des dänischen Vize-Meisters. Hervorgetan hat sich in der letzten Spielzeit vor allem der 27-jährige Stürmer Peter Utaka, der in 46 Spielen 22 mal traf.

Odense-Trainer Henrik Clausen lässt zumeist ein klassisches 4-4-2 spielen, bei dem aus einer gefestigten Defensive heraus agiert werden soll. Clausens Markenzeichen: Die Rotation.

FC Twente Enschede

Qualifiziert gegen: FC Vaslui (0:0, Hinspiel 2:0)

Der FC Twente Enschede verspielte die Meisterschaft und damit die direkte Champions-League-Qualifikation am letzten Spieltag der Eredivisie. Damals traf der Erste auf den Zweiten, Twente Enschede auf Ajax Amsterdam. Twente verlor in Amsterdam mit 1:3. Nun soll die Qualifikation zur Champions League trotzdem klappen, komme wer wolle. Mit den Stürmer-Stars Marc Janko, Bryan Ruiz und dem 20-jährigen Luuk De Jong ist eine gefährliche Offensive garantiert, in der Innenverteidigung sticht der Brasilianer Douglas heraus.

Twente Enschede spielt unter Trainer Co Adriaanse weiterhin in einem 4-3-3 mit defensivem Dreier-Mittelfeld. Dennoch ist die Offensive der größte Trumpf der Niederländer.

Rubin Kazan

Qualifiziert gegen: Dynamo Kiew (2:1, Hinspiel 2:0)

Ein weiterer Gegner könnte der zweifache russische Meister Rubin Kasan sein, der die letzte Spielzeit auf Platz drei hinter ZSKA Moskau und Meister Zenit St. Petersburg beendete. Die russische Premier Liga ist momentan im vollen Gange (18. Spieltag), Rubin steht auf Platz 4 vor Roberto-Carlos-Klub Anschi Machatschkala. In der Vergangenheit sorgte der russische Provinz-Verein aus Tatarstan in der Champions League gegen den FC Barcelona für Furore, als man die Katalanen im Oktober 2009 in Barcelona mit 2:1 besiegte.

Auch bei Rubin Kasan finden sich zwei alte Bekannte aus der Bundesliga: Carlos Eduardo, der im letzten Jahr für gut 20 Millionen Euro von Hoffenheim nach Russland wechselte, und den Ex-Wolfsburger Obafemi Martins, der für etwa neun Millionen Euro die Bundesliga verließ.

Interessant sind auch Innenverteidiger Salvatore Bocchetti und vor allem Linksverteidiger Christian Ansaldi, der unter anderem schon bei Juventus Turin, Manchester City und dem FC Bayern im Gespräch war.

Rubin-Trainer Kurban Berdey lässt mit Vorliebe ein 4-5-1 praktizieren, aus dem sein Team blitzschnell umschaltet und schnelle Konter spielt. Carlos Eduardo befindet sich nach einer Verletzung noch im Aufbautraining in Deutschland und wird erst in rund zwei bis drei Wochen zur Mannschaft stoßen. Es ist also fraglich, ob er im ersten Qualifikations-Spiel einsatzfähig wäre.

FC Zürich

Qualifiziert gegen: Standard Lüttich (1:0, Hinspiel 1:1)

Der zwölfmalige Schweizer Meister vom FC Zürich hat sich ebenfalls mit der Vize-Meisterschaft in die Champions-League-Qualifikation gebracht. Mit einem Sieg und einem Unentschieden gegen die naturgemäß starken Belgier von Standard Lüttich haben sich die Schweizer überraschend in die letzte Playoff-Runde gespielt.

Mit dem ehemaligen VfB-Kapitän Ludovic Magnin, Stürmer-Talent Admir Mehmedi und dem Schweden Dusan Djuric hat auch der FC Zürich seine bekannten Gesichter.

Die Schweizer laufen unter ihrem Trainer Urs Fischer üblicherweise in einem 4-4-2 mit Doppelsechs auf. Gerade der 20-jährige Mehmedi, der einen Platz im Zweier-Sturm einnimmt, ist für sein Alter schon extrem torgefährlich und abgebrüht.

 

Udinese Calcio

Qualifiziert gegen: automatisch

Die Italiener von Udinese Calcio sind das einzige Team, das wie die Bayern direkt für die letzte Playoff-Runde qualifiziert ist. Udine kam über den vierten Platz in der vergangenen Saison der Serie A in die Champions-League-Qualifikation.

Aufmerksamkeit bekam der Klub zuletzt besonders aufgrund namhafter Abgänge. Der Schweizer Mittelfeld-Stratege Gökhan Inler wechselte für 17,5 Millionen Euro zum Liga-Rivalen SSC Neapel. Lange zog sich der Wechsel von Alexis Sanchez hin, der schließlich für satte 26 Millionen Euro zum FC Barcelona wechselte. Außerdem verließ Innenverteidiger Cristian Zapata den Verein Richtung Villarreal. Kompensiert werden sollen diese schwerwiegenden Abgänge durch einen ganzen Haufen neuer Spieler, so dass der Kader mittlerweile weit mehr als 40 Spieler umfasst.

Säulen der Mannschaft sind weiterhin Torwart Samir Handanovic, der einst auch bei den Bayern im Gespräch war sowie Sturm-Routinier Antonio Di Natale und der ghanaischer Nationalspieler Kwadwo Asamoah. Wie die Mannschaft aber schlussendlich aussehen wird, lässt sich momenten nur erahnen.

Trainer Francesco Guidolin setzte bisher auf ein 3-5-2 System, in dem speziell Inler und Sanchez tragende Rollen zukamen. Zur kommenden Saison gibt es bei den Italienern jedoch noch einige Fragezeichen.

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