Dienstag, 29.04.2008

ManUnited-Star Anderson exklusiv

"Wir sind nicht Favorit"

München - Das Theatre of Dreams wird heute abend aus allen Nähten platzen. 70.000 Zuschauer werden gegen Barcelona (20.45 Uhr im SPOX-TICKER und Internet TV) versuchen, ihre Red Devils ins Finale zu brüllen.  Die Chancen für ManUnited stehen nach dem 0:0 in Barcelona gut, erstmals seit 1999 wieder das Finale der Champions League zu erreichen.

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© Getty

ManUnited-Star Anderson (links im Bild) geht im Interview mit SPOX.com allerdings von einer ganz engen Kiste aus. "Barcelona ist einfach sehr stark. Wir sind nicht Favorit", sagte der Brasilianer, der sich berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz im defensiven Mittelfeld machen darf.

Trainer Sir Alex Ferguson bangt noch um den Einsatz von Abwehrspieler Nemanja Vidic (Gehirnerschütterung) und Wayne Rooney (Hüftprellung).

Superstar Ronaldo wird im Gegensatz zur 1:2-Niederlage gegen Chelsea (Highlights bei SPOX.TV)  wieder von Beginn an dabei sein, ganz zur Freude von Anderson. "Er spielt in dieser Saison einfach überragend", so der 20-Jährige. Andersons Vorbild ist aber ein anderer, wie er SPOX.com verriet.

SPOX: Barcelona hat in La Coruna die Generalprobe vergeigt, Manchester United beim FC Chelsea verloren. Das Hinspiel ging 0:0 aus. Wer ist eigentlich Favorit heute Abend?

Anderson: Es gibt keinen Favoriten. Wir sind in der Endphase einer sehr harten Saison. Barcelona hat zuletzt viel rotiert, und wir haben immerhin bei Chelsea gespielt, die zu Hause lange, lange überhaupt nicht verloren haben.

SPOX: Gegen Chelsea setzte Alex Ferguson Cristiano Ronaldo auf die Bank. War das nicht zu gefährlich?

Anderson: Nein, er brauchte die Pause einfach und unser Kader ist nun mal sehr stark.

SPOX: Vor dem Hinspiel in Barcelona sagten sie, das wäre das wichtigste Spiel ihres Lebens. Sind Sie immer noch enttäuscht, dass sie nicht gespielt haben?

Anderson: Nein. Der Trainer hatte sich so entschieden, und ich respektiere das. Wir haben ein gutes Ergebnis geholt und wollen jetzt Zuhause den Sack zumachen.

SPOX: Können Sie uns erklären, warum Barcelona in der Liga so schwach ist und ManUnited im Hinspiel dennoch so dominiert hat?

Anderson: Barcelona ist einfach sehr stark. In der Liga haben sie nichts mehr zu holen, also konzentrieren sie alle Kräfte auf die Champions League.

SPOX: Sie und Ronaldinho haben viele Parallelen. Sie wurden beide in Porto Allegre geboren, spielten beide für Gremio und starteten ihre Karriere in Europa bei einem Klub aus der zweiten Reihe - sie beim FC Porto, Ronaldinho bei Paris St. Germain. Sind Sie eigentlich befreundet? Stehen Sie in Kontakt mit ihm?

Anderson: Na klar sind wir Freunde! Ronnie ist ein Riesentyp und hat eine Menge erreicht. Ich schaue zu ihm auf und will genau so gut werden wie er.

SPOX: Wie sehen Sie Ronaldinhos Lage in Barcelona? Er spielt seit Längerem nicht mehr und steht offenbar kurz vor seinem Abschied.

Anderson: Im Moment ist er verletzt und kann sowieso nicht spielen. Aber es ist schon bitter. Ich würde einiges darum geben, gegen ihn spielen zu können.

SPOX: In Manchester spielen Sie defensiver als etwas bei Gremio oder in Porto. Wie gefällt Ihnen die Rolle?

Anderson: Ich komme sehr gut zurecht und denke, dass ich dem Team in dieser Position eine Menge geben kann.

SPOX: Wie läuft überhaupt ihre erste Saison bei einem der größten Klubs Europas? Wie schwierig war die Eingewöhnung?

Anderson: Ich bin hier sehr freundlich aufgenommen worden. Weil wir die gleiche Sprache sprechen, ist mein Verhältnis zu Cristiano Ronaldo sehr gut. Wir sind Freunde. Ehrlich, es ist ein Traum für Manchester zu spielen.

SPOX: Ist Ronaldo der beste Spieler der Welt?

Anderson: Er spielt in dieser Saison überragend und hätte es definitiv verdient, Weltfußballer zu werden.

SPOX: Im letzten Sommer gab es Berichte über einen Sexskandal, in den auch sie beide verwickelt gewesen sein sollen. Ein Zeichen der Unreife oder viel Rauch um nichts?

Anderson: Sie wissen doch selbst, wie die Presse manchmal ist...

SPOX: Der ehemalige brasilianische Nationaltrainer Mario Zagallo sagte, in zwei Jahren seien sie einer der ganz Großen in Europa. Sind Sie also nächstes Jahr schon ein Superstar?

Anderson (lacht): Ich bin sehr jung und noch dabei, mich an das Spiel in England zu gewöhnen. Ich möchte mich lieber in kleinen Schritten steigern.

Interview: Thomas Gaber

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