Champions League

"International nicht konkurrenzfähig"

SID
Donnerstag, 13.12.2007 | 11:55 Uhr
xavi, barcelona, stuttgart, vfb, boka, delpierre
© DPA
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Barcelona - Nach dem letzten Atemzug auf der europäischen Bühne hofft der deutsche Meister VfB Stuttgart auf die zweite Luft in der Bundesliga und bläst zur Aufholjagd.

"Wir wollen wieder dahin kommen, wo wir letzte Saison waren und attraktiv und erfolgreich Fußball spielen", sagte Sportdirektor Horst Heldt nach dem lehrreichen 1:3 (1:1) beim FC Barcelona im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel der Champions League (die Tore bei SPOX.TV). "Wir haben Optionen auf einen UEFA-Cup-Platz, vielleicht ein bisschen mehr", meinte Trainer Armin Veh vor der Rückkehr in den Erstliga-Alltag in Bielefeld: "Ein Sieg wäre ein versöhnlicher Ausklang."

Mit dem Ausflug ins größte Stadion Europas und der fünften Niederlage im sechsten Spiel endete für den VfB die Saison in der Königsklasse. Am Ende blieben Einnahmen zwischen 22 und 23 Millionen Euro sowie die Erkenntnis, "dass wir international nicht konkurrenzfähig sind" (Heldt).

Mit großen Augen waren die VfB-Profis ins mit 52.651 Zuschauern nur gut halb gefüllte Camp Nou eingelaufen. Der Freistoßtreffer von Antonio da Silva (3.) ließ die vor der Partie bereits ausgeschiedenen Stuttgarter kurz von einer Sensation träumen, doch dann spielte der Champions-League-Sieger von 2006 Katz und Maus mit den Gästen.

Schäfer verhindert Debakel

Ohne den starken Torwart Raphael Schäfer hätte der VfB ein Debakel erlitten. Giovani (36.), Samuel Eto'o (57.) und Ronaldinho (67.) trafen fast nach Belieben - auch ohne Deco, Thierry Henry, Lionel Messi und Gianluca Zambrotta. "Man darf gar nicht daran denken, wer bei denen alles nicht dabei gewesen ist", meinte Heldt.

Vor allem Ronaldinho wirbelte wie zu seinen Hoch-Zeiten. Seinen letzten Zweikampf an diesem Abend verlor der brasilianische Superstar allerdings: Nach dem Abpfiff stellte sich ihm VfB-Reservist Ludovic Magnin an der Seitenlinie entgegen und bat ihn, sich mit den VfB-Physiotherapeuten fotografieren zu lassen.

Bereitwillig knipste Ronaldinho sein freundlichstes Lächeln an. "Ich habe immer gesagt, dass Ronaldinho hochmotiviert ist. Er ist fröhlich und zufrieden", sagte Johan Neeskens, der den gesperrten Chefcoach Frank Rijkaard auf der Bank vertreten hatte, über seine Nummer 10, die zuletzt immer wieder mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht wurde.

"Pass auf dich auf!"

Der Superstar selbst wollte seinen Auftritt nicht kommentieren, sauste nach dem Duschen an allen Mikrofonen und Kameras vorbei und rief nur noch schnell seinem Sturmpartner Eto'o zu: "Pass auf dich auf!"

Die Weltstars des Fußballs kann der VfB jetzt mindestens ein halbes Jahr lang nur im Fernsehen anschauen. Kapitän Fernando Meira blieb wenigstens das Trikot von Ronaldinho. "Wenn man einmal in der Champions League war, dann will man natürlich unbedingt da wieder hin", erklärte Veh.

Mit Neuzugang ins Trainingslager

Nachdem die Stuttgarter nichts mehr vom großen Kuchen in der Königsklasse abbekommen, wird die Bundesliga nun ein hartes Brot. "Wir müssen konstanter spielen und die anderen Klubs da vorne müssen ihre Schwächeperioden bekommen", sagte Heldt zu den Aussichten, in die Spitzengruppe vorzustoßen.

"Im Vorjahr haben wir eine unglaubliche Rückrunde gespielt. Das wollen wir - so gut es geht - wiederholen", meinte der verletzte Nationalstürmer Mario Gomez in einem Interview mit dem Fachblatt "kicker". Helfen soll dabei ein neuer Stürmer - möglicherweise der Wolfsburger Sergiu Radu.

Heldt wollte keinen Namen bestätigen, sagte nur: "Höchstwahrscheinlich wird's eine Ausleihe. Und der Neue soll gleich am 3. Januar mit ins Trainingslager fahren."

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