Bremens sang- und klangloser Abschied

Ein total verhunzter Abend

Von Richard Rother
Mittwoch, 12.12.2007 | 10:21 Uhr
Fußball, Champions League, Bremen, Olympiakos, Diego
© Getty
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München - Generalstreik in Griechenland, Nachtlandesperre in Bremen, blamabler Abschied aus der Königsklasse - alles passte irgendwie zusammen. 

Werder hat die selbst erarbeitete Großchance zum Einzug ins Achtelfinale der Champions League beim 0:3 in Piräus verspielt (Die Reaktionen jetzt im Video bei SPOX.TV!) und muss sich an die eigene Nase fassen, wenn einer auf die Dauer nicht an der Weser zu halten sein wird: Diego.

"Wir haben heute den Preis dafür bezahlt, dass wir uns zu Hause gegen Olympiakos so dumm angestellt haben", brachte es der Brasilianer auf den Punkt. Der Stachel der Enttäuschung saß bei der zentralen Figur der Gäste besonders tief.

Diego wird derzeit von mehreren europäischen Top-Klubs umworben. Real Madrid, Juventus Turin und Atletico Madrid haben den 22-Jährigen bereits bezirzt und die Marschroute des Brasilianers ist klar: "Ich will Titel gewinnen."

Nicht wollen oder nicht können 

Fakt ist: Werder hat gegen Olympiakos versagt und den Bewerbern somit in die Karten gespielt. Ob Diego eine Zukunft bei Werder hat, ist seit Dienstagabend fraglicher denn je.

Nicht ganz so schlimm wie der Spielmacher resümierte Trainer Thomas Schaaf das 0:3-Debakel in Piräus: "Wir haben einfach nach den ersten Ergebnissen zuviel auf der Strecke gelassen. Aber wir sind international weiter dabei und das werden wir konzentriert angehen."

Geschäftsführer Klaus Allofs suchte Hände ringend nach einer Erklärung für den Misserfolg: "Es gibt zwei Möglichkeiten, wie solche Resultate zustande kommen. Man will nicht oder man kann nicht."

Nach der fast überstandenen Verletztenmisere sah es gegen nicht unbezwingbare Griechen eher nach "man will nicht" aus. Beispielhaft dafür war die Szene beim dritten Tor, das den Trostpreis UEFA-Cup endgültig besiegelte.

Bescherung für die Anderen 

Darko Kovacevic tauchte vor dem Strafraum auf und köpfte völlig unbedrängt auf Ieroklis Stoltidis. Frank Baumann, Naldo und Tim Borowski glänzten den ganzen Abend über mit äußerst optimistischem Deckungsverhalten. Beim 0:3 schauten sie nur noch körperlos dem Ball hinterher - ein Offenbarungseid.

"Wir haben auswärts keine Punkte geholt. So wird man nur Dritter", sagte Mittelfeldspieler Jurica Vranjes. Aber niemand will immer nur Dritter werden - vor allem nicht, wer Diego Ribas da Cunha heißt.

Die Grün-Weißen haben innerhalb von vier Tagen zwei Trümpfe verspielt. In der Bundesliga hat die Schaaf-Elf die 0:0-Steilvorlage der Bayern nicht genutzt, um sich an die Tabellenspitze zu setzen. Mit 3:4 verlor Bremen in Hannover und verpatzte eine gelungene Aufholjagd nach einem 1:3-Rückstand dann doch noch.

Diego auf gepackten Koffern 

Dabei hatte Diego getan, was er immer tut: Nach vorne arbeiten, die gegnerische Defensive verzaubern, mindestens ein Tor schießen. Ein Ausnahmekönner allein reicht aber eben nicht, um ein Spiel umzubiegen - er braucht die Unterstützung eines Ausnahmeteams.

Real Madrid hat gezeigt, was ein Ausnahmeteam ausmacht. Die Königlichen waren ebenfalls noch nicht sicher qualifiziert, schickten Lazio mit 3:1 aber ernüchtert wieder nach Italien.

Bremen muss sich in den entscheidenden Situationen am Riemen reißen, damit Diego nicht nur am Flughafen Piräus vorzeitig auf gepackten Koffern sitzt. Die nächste Chance, den Ballzauberer an sich zu binden, ist es, zumindest den Titel im UEFA-Cup anzupeilen.

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