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Bundesliga - 11. Spieltag: Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:0

Aubameyang! BVB stößt Bayern vom Thron

Samstag, 19.11.2016 | 20:20 Uhr
Pierre-Emerick Aubameyang brachte Borussia Dortmund in Führung
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Borussia Dortmund hat dem FC Bayern München die erste Saisonniederlage zugefügt. Der BVB schlug den Titelverteidiger mit 1:0 (1:0) und stieß ihn damit erstmals in dieser Saison von der Tabellenspitze. Dort steht nach elf Spieltagen nun RB Leipzig.

Vor 81.360 Zuschauern im Signal Iduna Park erzielte Pierre-Emerick Aubameyang auf Vorlage von Mario Götze den 1:0-Führungstreffer für die Hausherren (11.).

Für Götze war der Assist gegen seinen Ex-Klub die erste Bundesliga-Torbeteiligung seit seiner Rückkehr nach Dortmund. Aubameyang war in 15 Pflichtspielen dieser Saison nun an 18 Treffern direkt beteiligt.

Dortmund gewinnt damit erstmals nach sieben Pflichtspielen wieder gegen den FC Bayern. Die Heimserie des BVB geht indes weiter: Seit 27 Spielen haben die Schwarz-Gelben vor heimischem Publikum nicht mehr verloren.

Thomas Tuchel gelang im 74. Spiel als BVB-Trainer der 50. Sieg. Kein Coach war davor so erfolgreich bei den Westfalen. Sein Gegenüber Carlo Ancelotti musste derweil seine erste Bundesliga-Niederlage mit den Bayern hinnehmen.

Der FC Bayern verliert erstmals seit dem 21. September des vergangenen Jahres wieder die Tabellenführung in der Bundesliga.

Die Reaktionen:

Thomas Tuchel (Trainer BVB): "Es war ein sehr schweres Spiel. Wir haben in vielen Phasen gelitten, aber das war uns vorher klar. Wenn du mit den Bayern in den Ring steigst, kannst du nicht erwarten, dass du ohne blaue Augen rausgehst. Wir haben Halbchancen, aber nur wenige Großchancen weggegeben. Götze war wahnsinnig fleißig. Er hat viele Wege in die Halbräume gemacht. Es war höchste Zeit, dass eine Torbeteiligung dazukommt. Er braucht das für die letzten Prozent und wir brauchen das auch, das ist der Anspruch."

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern): "Die Dortmunder haben gut begonnen, dann kamen wir zurück ins Spiel. Nach 20 Minuten waren wir besser, gegen eine immer noch starke Mannschaft. Die Leistung war gut, das Ergebnis nicht."

Alle Stimmen des Spieltags: "Sieg über Bayern ist das Schönste überhaupt"

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Tuchel wirft wieder einmal die Rotationsmaschine an. Im Gegensatz zum 5:2 in Hamburg verändert er seine Startformation auf fünf Positionen. Götze, Ramos, Schürrle, Schmelzer und Weigl ersetzen Pulisic, Castro (beide Bank), Mor, Guerreiro und Rode (alle nicht im Kader).

Auch bei den Bayern stehen nach dem 1:1 gegen Hoffenheim fünf neue Spieler auf dem Rasen. Ribery, Lahm, Müller, Alaba und Kimmich rücken anstelle von Costa, Rafinha, Bernat (Bank), Robben und Vidal (beide nicht im Kader) ins Team.

11., 1:0, Aubameyang: Rechts im Sechzehner kommt Götze an den Ball. Hummels geht ihm zwar einen Schritt entgegen, kann den scharfen Flachpass an den Fünfer jedoch nicht verhindern. Dort steht Aubameyang und grätscht das Leder ins lange Eck zur Führung.

20.: Aubameyang geht rechts zur Eckfahne und flankt aus vollem Lauf an den Elfmeterpunkt. Dort nimmt Schürrle die Kugel mit Vollspann. Sein Abschluss ist jedoch zu unplatziert und fliegt genau in Neuers Arme.

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46.: Direkt nach Wiederanpfiff hat Aubameyang die dicke Chance auf das 2:0! Der Gabuner geht links in den Sechzehner, Boateng macht den Winkel spitz, doch der Angreifer schließt dennoch vom linken Fünfereck ab. Neuer reagiert stark und wehrt den Schuss ab.

55.: Ribery jubelt verfrüht! Müller tanzt rechts im Sechzehner Bartra aus und spielt dann zur Mitte, wo Ribery einnetzt. Der Franzose stand allerdings deutlich im Abseits. Das Tor zählt zu Recht nicht.

61.: Latte! Alonso bekommt den Ball von Müller in den Fuß und zieht aus knapp 20 Metern ab. Das Leder knallt gegen die Unterkante der Latte und springt raus. Es ist Bayerns elfter Aluminium-Treffer der Saison.

71.: Schwerer Fehler von Alonso, der einen viel zu kurzen Rückpass spielt. Aubameyang fängt ihn ab und geht zentral frei auf das Tor zu. Neuer bleibt lange stehen und wehrt den unplatzierten Abschluss des Stürmers zur Ecke ab.

90.+3: Lewandowski hat die Riesenchance zum Ausgleich! Hummels flankt vom linken Flügel nach innen. Der Pole kommt sechs Meter vor dem Tor zum Kopfball, doch er setzt ihn einen halben Meter links neben den Pfosten.

Fazit: Dortmund verdiente sich mit einer starken Anfangsphase die Führung und verteidigte sie anschließend diszipliniert. Zwar waren die Schwarz-Gelben bei Alonsos Lattentreffer im Glück, doch auch Aubameyang hatte mehrfach die Entscheidung auf dem Fuß.

Der Star des Spiels: Sokratis. Herausragender Organisator der Dortmunder Abwehrkette. Vor allem in der ersten Hälfte mit bärenstarken Zweikampfwerten. Dazu ein starkes Stellungsspiel (vier abgefangene Bälle). Elf klärende Aktionen sind Saisonhöchstwert.

Der Flop des Spiels: Thomas Müller. Sein Formtief hält an. Kam auf dem rechten Flügel überhaupt nicht zum Zug. Auch nach seinem Wechsel in die Mitte ohne Impulse. War nur an einem Torschuss beteiligt und gewann nur 42 Prozent seiner Zweikämpfe. Bei seinem einzig guten Pass stand Ribery im Abseits.

Der Schiedsrichter: Tobias Stieler. Zeigte Fingerspitzengefühl, als er beim vorverwarnten Bartra nach einem taktischen Foul (27.) auf einen Platzverweis verzichtete. Dieser wäre zwar sehr hart, aber regelkonform gewesen. Hatte zwischenzeitlich alle Hände voll zu tun, als es hektisch wurde. Souverän im Umgang mit dem aufbrausenden Tuchel und auch ansonsten mit einer umsichtigen Zweikampfbewertung.

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Das fiel auf:

  • Der BVB begann gegen den Ball aus einer 5-3-2-Grundordnung. Bei eigenem Ballbesitz schoben Schmelzer und Piszczek ins Mittelfeld, dann bildeten Ginter, Sokratis und Bartra eine Dreierkette. Schon in den ersten Minuten der Partie zeigten die Hausherren, dass sie sich über den Kampf hineinbeißen wollen. Götze und Schürrle setzten früh mit kleinen Fouls Zeichen.
  • Die Dortmunder Doppelspitze Aubameyang/Ramos bildete von Anfang an die erste Verteidigungslinie und schob aggressiv auf die Innenverteidiger Boateng und Hummels, um deren Qualitäten in der Spieleröffnung zu bekämpfen.
  • Ancelottis Bayern spielten - wie immer unter dem Mister - in einem systemgetreuen 4-3-3. Weil Hummels und Boateng durch das hohe Pressing der Dortmunder Angreifer nicht ins Spiel kamen und die Abstände zum Mittelfeld nicht stimmten, entstanden in der Anfangsphase viele Räume für die Gastgeber. Hatten diese den Ball, offenbarten sich bei den Bayern große Probleme in der Raumaufteilung.
  • Bei den Münchnern liefen in der ersten halben Stunde beinahe 50 Prozent aller Angriffe über die linke Seite von Ribery und Alaba. Die Gegenparts Lahm und Müller auf der Gegenseite kamen offensiv überhaupt nicht zur Geltung.
  • Nach einer knappen halben Stunde hatten die Bayern den Schock des forschen BVB-Beginns abgeschüttelt, kamen besser in die Partie und wurden zielstrebiger. In dieser Phase zog sich Dortmund immer weiter in die eigene Hälfte zurück und verlagerte sich aufs Kontern. Defensiv profitierten die Hausherren von der überragenden Leistung des Abwehrchefs Sokratis.
  • Die Einwechslung von Costa für Kimmich hatte bei den Gästen eine taktische Änderung zur Folge: Costa ging auf den rechten Flügel, Müller ins Zentrum. Da dieser die Position offensiver interpretierte als Kimmich zuvor, entwickelte sich eine Art 4-2-3-1-System. Unter dem Strich sind Ancelottis Wechsel verpufft. Lahm und Alonso waren nach Thiago die Spieler mit den meisten Ballaktionen. Als diese vom Platz waren, ging nur noch wenig bei den Gästen.

Dortmund - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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