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Bundesliga - 11. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln 1:2

Risse! 91.! Köln gewinnt rheinisches Derby

Samstag, 19.11.2016 | 17:24 Uhr
Im rheinischen Derby ging es zwischenzeitlich ziemlich hitzig zu
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Der 1. FC Köln hat durch ein sensationelles Freistoßtor von Marcel Risse in der Nachspielzeit das rheinische Derby gewonnen. In Gladbach siegte der FC mit 2:1 (0:1).

Vor 53.757 Zuschauern im Gladbacher Borussia-Park brachte Lars Stindl die Borussia in Führung (32.). Es war der erste Gladbacher Treffer nach 495 torlosen Minuten. Den zuvor letzten Treffer erzielte Oscar Wendt am 24. September.

Für Köln traf Anthony Modeste mit seinem zwölften Saisontor zum Ausgleich (59.). Zwölf Tore nach elf Spieltagen gelangen beim FC zuletzt Klaus Allofs 1984/85 (13). In der ersten Minute der Nachspielzeit erzielte Risse dann den Siegtreffer.

Gladbach gewann keines der letzten sechs Bundesligaspiele (2 Remis, 4 Niederlagen). Das gab es für die Borussia zuletzt saisonübergreifend im Jahr 2015, als Lucien Favre nach sechs Niederlagen in Serie zurücktrat. Favres letzte Partie war übrigens ein 0:1 beim 1. FC Köln.

Die Reaktionen:

Andre Schubert (Trainer Gladbach): "Die Mannschaft hat das Spiel von der ersten Minute an in die Hand genommen und dominiert. Wir haben aber das zweite und dritte Tor nicht gemacht, obwohl es möglich gewesen wäre. Das ist schon extrem hart und bitter. Es geht jetzt darum, die Jungs wieder aufzurichten."

Peter Stöger (Trainer Köln): "Es war ein schweres Spiel gegen eine Mannschaft, die gezeigt hat, was sie für Qualität hat. Wir haben alles abgerufen, was man vom 1. FC Köln verlangen kann. Das Spiel mit so einem Sonntagsschuss zu gewinnen, ist für uns außergewöhnlich."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gladbach mit vier Änderungen gegenüber dem 0:3 bei der Hertha: Christensen, Dahoud, Traore und Hazard spielen für Jantschke, Hofmann (beide Bank), Kramer (gesperrt) und Herrmann (verletzt). Erstmals seit dem 1:2 gegen Barca Ende September kann Schubert seine drei Topscorer Raffael, Hazard und Stindl gleichzeitig von Beginn an aufs Feld schicken

Bei Köln gibt's nur einen Wechsel. Den verletzten Torhüter Horn ersetzt Kessler. Es ist sein erster Einsatz seit 14. Mai 2016. Modeste bestreitet sein 100. BL-Spiel.

5.: Hazard zieht auf halbrechts Mavraj aus der Kette und lässt auf Traore prallen. Der spielt direkt wieder in die Lücke, Hazard ist frei durch, seinen Schuss aus 14 Metern lenkt Kessler über die Latte.

32., 1:0, Stindl: Heintz verlängert eine Flanke von Wendt unglücklich direkt auf Traore, der den Ball auf rechts im Strafraum querlegt auf Stindl. Mavraj ist zu weit weg und der Kapitän knallt den Ball aus sieben Metern halbhoch ins kurze Eck.

42.: Traore zirkelt einen Freistoß aus 18 Metern von halbrechts an die Latte.

50.: Köln stellt Gladbach beim Abstoß zu, lässt sich aber über Dahoud und Stindl ausspielen. Dessen Steilpass aus dem Zentrum bringt Hazard auf rechts im Strafraum in gute Schussposition. Sein Abschluss zischt haarscharf am linken Pfosten vorbei.

59., 1:1, Modeste: Mavraj schickt Heintz auf der linken Außenbahn. Dessen Flanke köpft Vestergaard sieben Meter vor dem Tor Modeste an den Kopf, der Ball prallt ins linke untere Eck.

78.: Gladbach seziert den FC. Dahoud bedient den einlaufenden Wendt auf halbrechts im Strafraum, der legt per Hacke auf Johnson ab. Dessen Schuss aus neun Metern entschärft Kessler mit einer starken Parade.

90.+1, 1:2, Risse: Freistoß für den FC etwa 30 Meter vor dem Tor auf halblinks. Özcan tippt an und Risse haut das Ding in den rechten Winkel.

Fazit: Gladbach verpasste es in der ersten Halbzeit, eine höhere Führung herauszuspielen und wurde für seine Passivität in der zweiten Hälfte bestraft.

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Der Star des Spiels: Thomas Kessler. Der Horn-Ersatz brauchte keine Anlaufzeit und war sofort da. Hielt seine Mannschaft im Spiel und entschärfte zwei brenzlige Eins-gegen-eins-Situationen mit Hazard sowie Johnson mit starken Reflexen. Strahlte insgesamt große Ruhe aus.

Der Flop des Spiels: Matthias Lehmann. War wie der gesamte FC in der ersten Halbzeit nicht im Spiel, gewann nur 43 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte gegen Rafael und Stindl oft das Nachsehen und fiel mit seinem rüden Foul gegen Dahoud negativ auf. Musste zur Halbzeit verletzt ausgewechselt werden.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe. Ruhige und souveräne Leistung in einem zwischenzeitlich hitzigen Derby. Lehmanns Einsteigen gegen Dahoud war mit Gelb richtig bewertet, auch Hazards Faller im Strafraum nicht mit Elfmeter zu ahnden, war korrekt.

Das fiel auf:

  • Köln agierte in einer 5-3-2-Formation, Hector rückte auf die Halbposition im Mittelfeld, während Rausch und Risse die Außenbahnen beackerten. Der FC bot der Borussia so nur wenige Räume für die gefährlichen Läufe in die Tiefe an. Ab und zu gelang es den Gladbachern aber, durch schnelle Kombinationen Lücken in der Kette zu reißen.
  • Anfangs suchten beide Teams nach Ballgewinnen sofort den Ball in die Tiefe. Gladbach löste sich als erste Mannschaft von dieser Taktik und bekam das Spiel über längere Ballbesitzphasen in den Griff. Zudem waren die Gastgeber beim Kampf um die zweiten Bälle deutlich präsenter und stärker im Eins-gegen-eins.
  • Köln lief gegen Ende der ersten Halbzeit nur noch hinterher, kam fast immer einen Schritt zu spät und wirkte zeitweise überfordert. Die Kölner brachten keinerlei Sicherheit in ihr Spiel (Passquote: 70,5 Prozent) und gewannen nur 43,8 Prozent der Zweikämpfe.
  • Stöger reagierte in der Pause und brachte Rudnevs für Lehmann. Vor der Fünferkette agierten Hector und Höger als Doppelsechs und Osako hinter der Doppelspitze. Wie schon in Frankfurt griff die Maßnahme des Trainers, Köln mit besserer Raumaufteilung, mehr Ruhe am Ball und Zugriff in den Zweikämpfen. Gladbach dagegen konnte die Intensität der ersten Halbzeit nicht halten und nahm erst nach dem Gegentreffer wieder am Spiel teil, kam aber nicht mehr an den Punch der ersten 45 Minuten heran.

Gladbach - Köln: Die Statistik zum Spiel

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