Fussball

FCK: Letztlich wieder zu Kurz gekommen

Von Florian Bogner
Trainer Marco Kurz steht nach 16 Spielen ohne Sieg beim 1. FC Kaiserslautern vor dem Aus
© Getty

Nach dem ernüchternden 1:4 (1:2) am 26. Spieltag gegen den FC Schalke 04 gehen dem 1. FC Kaiserslautern langsam die Argumente pro Marco Kurz aus. Ist Stefan Kuntz nun zum Handeln gezwungen? Nach dem Spiel tat der Vorstandsvorsitzende das einzig Richtige: nämlich gar nichts.

Man muss Stefan Kuntz hoch anrechnen, dass er auch in der sportlich schwersten Stunde immer noch klare Sicht behält.

"Das ist der Tiefpunkt der Saison", sagte der Vorstandsvorsitzende des FCK nach dem Heim-1:4 gegen den FC Schalke 04 und wenn man nach 16 sieglosen Spielen am Tiefpunkt angekommen ist, weiß man ungefähr, wie heiß der Stuhl von Trainer Marco Kurz geworden ist.

Doch Kuntz blieb auch nach dem erneuten Rückschlag besonnen, trat keine Kabinentüren ein, blaffte keinen Reporter an und entließ den Trainer auch nicht an Ort und Stelle. Er analysierte sachlich und erbat sich lediglich weitere Bedenkzeit.

Kuntz: Wir geben dann Bescheid, ja?

"Es bleibt dabei, dass Marco Kurz unser Trainer ist. Wenn sich daran was ändert, geben wir Bescheid", sagte Kuntz ruhig.

"Wenn man diesen Job halbwegs seriös angeht, trifft man keine Entscheidungen in der Öffentlichkeit. Vor allem, wenn man negative Emotionen in sich trägt. Wir haben das Recht, in Ruhe zu analysieren."

Letztlich wird die Analyse des Spiels gegen Schalke aber keine neuen Erkenntnisse bringen. Der FCK erzielte zwar mal wieder ein Tor - erst das 17. im 26. Spiel - und hätte auch noch ein zweites schießen können.

Nicht gut genug für Punkte

Gegen die Übermacht des Tabellenvierten, der zuletzt eigentlich keine guten Auswärtsergebnisse eingefahren hatte, konnte sich der FCK aber nicht über 90 Minuten erwehren, ja nicht mal eine Halbzeit lang.

Schalke hatte deutlich mehr Ballbesitz, gewann mehr Zweikämpfe, fuhr die durchdachteren Angriffe, spielte genauere Pässe und hatte sogar die gefährlicheren Standards in petto - eine Aufzählung, die meist zum Prädikat "in allen Belangen überlegen" führt.

"Wir haben die Entschlossenheit vermissen lassen, obwohl das Spiel für uns perfekt begonnen hatte. Das war eine sehr, sehr empfindliche Niederlage", sagte Trainer Kurz schmallippig. Und dann, sehr treffend: "Wir waren nicht gut genug, um zu punkten."

Kurz wie Knefler?

Die Frage, die sich Kuntz erneut wird stellen müssen, ist folgende: Würde es einen Unterschied machen, wenn nicht Kurz beim nächsten Spiel an der Seitenlinie stünde? Man kann den Lauterer Spielern nicht unterstellen, sie würden den Ernst der Lage nicht erkennen. Manchmal sind die anderen einfach besser. Und in der aktuellen Bundesliga-Saison sind fast alle Teams besser.

Also mit Kurz oder ohne - macht das einen Unterschied? Der Trainer gab nach dem Spiel sofort die Richtung vor. "Wir müssen wieder aufstehen. Es sind noch Spiele zu spielen und nächste Woche haben wir einen direkten Konkurrenten", sagte er.

16 Spiele ist Kaiserslautern nun sieglos - Negativrekord aus der Saison 1967/68 eingestellt. Damals musste Trainer Otto Knefler gehen. Nach einer Niederlage gegen Schalke (1:2).

Nur drei Siege nach 26 Spielen

Ob mit Kurz oder ohne: Gegen den SC Freiburg schließt sich nächste Woche der Kreis, gegen die Breisgauer hatte man in der Hinrunde den letzten Sieg eingefahren (1:0).

"Es ist noch nichts verloren, auch wenn es sich vielleicht doof anhört", versuchte Christian Tiffert sich und die Kollegen aufzubauen.

Die nächsten drei Spiele gegen Freiburg, Hamburg und Hoffenheim werden entscheiden, ob der FCK nochmal hoffen darf. Aktuell liegt man fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz.

Wenig Mut macht dem FCK allerdings die Statistik, dass noch kein Bundesliga-Team, das nach 26 Spieltagen nur drei Siege auf dem Konto hatte, drin geblieben ist.

Das Team aus der Knefler-Saison schaffte es 1968 allerdings, mit umgerechnet 36 Punkten nach Drei-Punkte-Regel. Müssen also noch fünf Siege und ein Remis her - in acht Spielen.

Kaiserslautern - Schalke: Daten zum Spiel

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