Sonntag, 29.01.2012

Bundesliga - 19. Spieltag

Gladbach schießt auch Stuttgart ab

Borussia Mönchengladbach bleibt weiter am Spitzentrio der Bundesliga dran. Zum Abschluss des 19. Spieltags siegte die Mannschaft von Lucien Favre beim VfB Stuttgart mit 3:0 (1:0) und bleibt damit einen Punkt hinter den Bayern, Borussia Dortmund und Schalke 04.

Mike Hanke (M.) setzt sich gegen Tasci (r.) und Kvist (verdeckt) durch und köpft das 0:1
© Getty
Mike Hanke (M.) setzt sich gegen Tasci (r.) und Kvist (verdeckt) durch und köpft das 0:1

Vor 57.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena erzielte Mike Hanke vor der Pause die Gladbacher Führung (31.). Marco Reus besorgte neun Minuten vor dem Ende mit seinem zwölften Saisontor die Entscheidung, der eingewechselte Igor de Camargo setzte dann sogar noch einen drauf (84.).

Der VfB, der jetzt die letzten vier Spiele allesamt verloren und nur einen Sieg aus den letzten zehn Partien gefeiert hat, muss sich in der Tabelle allmählich nach unten orientieren. Der Anschluss an die internationalen Plätze wurde erstmal deutlich verpasst.

Das 3:0 war zudem der erste Gladbacher Sieg in Stuttgart nach 18 Jahren und der 50. von Lucien Favre als Trainer in der Bundesliga.

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim VfB beginnt Zugang Ibisevic neben Cacau im Sturm. Das bedeutet auch, dass Coach Labbadia von 4-2-3-1 auf 4-4-2 umstellt. Jugendspieler Rüdiger kommt rechts in der Viererkette für den verletzten Boulahrouz zu seinem Bundesligadebüt. Celozzi nach seinem Einsatz zuletzt auf Schalke nur auf der Bank. Hajnal ersetzt Okazaki im linken Mittelfeld. Pogrebnjak ist gar nicht erst im Kader.

Bei den Gästen gibt es im Vergleich zum Bayern-Spiel zwei Änderungen: Dante ist nach seiner Sperre wieder dabei. Und Wendt ersetzt den an Grippe erkrankten Daems links in der Viererkette. Ebenfalls nicht mit nach Stuttgart gefahren ist Brouwers, der an Rückenproblemen leidet.

3.: Starker VfB-Angriff über links. Molinaro flankt in den Rücken der Abwehr. Harnik ist spritziger als Wendt, schließt aus 15 Metern mit links ab. Aber genau auf ter Stegen.

28.: Ecke Reus. Hanke verlängert auf den zweiten Pfosten. Arango zieht volley aus acht Metern ab, Hajnal klärt einen Meter vor der Linie mit dem Knie.

31., 0:1, Hanke: Freistoß Reus aus dem Halbfeld. Hanke verlängert am Elferpunkt mit dem Hinterkopf. Der Ball fliegt ins lange Eck. Ulreich ohne Chance.

38.: Herrmann im Mittefeld mit der Hacke auf Reus. Der nimmt sofort Tempo auf, spielt raus auf Arango. Satter Schuss aus 18 Metern aufs kurze Eck. Ulreich rettet mit der rechten Hand.

39.: Rüdiger darf ohne Druck flanken. Hajnal steht am Elfer frei. Kopfball-Bogenlampe aufs rechte Eck. Ter Stegen greift über und lenkt den Ball noch zur Ecke.

45.: Freistoß Hajnal von der linken Strafraumgrenze. Der Ungar zieht den Ball scharf über die Mauer aufs kurze Eck - und trifft den Außenpfosten.

56.: Kvist flankt an den Elfer. Ibisevic nimmt den Ball mit der Brust runter, anstatt direkt aufs Tor zu köpfen. Jantschke ist da und klärt in letzter Sekunde.

65.: Reus in die Mitte zu Arango, der sofort überraschend auf Herrmann weiterleitet. Der ist völlig frei vor Ulreich. Schuss aus 13 Metern, aber Ulreich rettet mit der linken Faust und hat auch den harmlosen Kopfball danach von Arango.

81., 0:2, Reus: Ballverlust Stuttgart im Mittelfeld. Herrmann schickt Reus gegen eine völlig entblößte Abwehr auf die Reise. Der bleibt alleine vor Ulreich cool und schiebt den Ball mit links aus 14 Metern flach ins rechte Eck.

84., 0:3, de Camargo: Wie im Training. Reus auf Herrmann, der sofort von rechts flach zur Mitte flankt. De Camargo ist da und muss aus sechs Metern nur noch ins leere Tor einschieben.

Fazit: Verdienter Sieg für Gladbach, das eine Klasse reifer war und defensiv erneut bärenstark agierte. Der VfB war bemüht, hatte aber schlicht keine Mittel gegen einen stärkeren Gegner.

Der Star des Spiels: Wie sicher und abgeklärt Marc-Andre ter Stegen auch in Stuttgart wieder agierte, ist bemerkenswert. Ter Stegen spielte hervorragend mit, war in der Luft sicher und akkurat bei seinen Abwürfen und Abschlägen.

Der Flop des Spiels: Zdravko Kuzmanovic enttäuschte auf der Doppelsechs neben Kvist. Der Serbe arbeitete nicht gut nach hinten, ließ Kvist oft alleine bei den schnellen Gladbacher Kontern. In der Offensive kaum mit Akzenten. Nach 45 Minuten war deshalb auch Schluss. Wie schon auf Schalke war auch Harnik schwach.

Der Schiedsrichter: Günter Perl hatte wenige Probleme mit einer sehr fairen Partie. Lediglich einige zweifelhafte Zweikampfbewertungen. Und hätte Jantschke nach dessen harten Einsteigen gegen Molinaro zwingend verwarnen müssen.

Analyse: Stuttgart von Beginn an wacher und aggressiver als beim farblosen Auftritt zuletzt auf Schalke. Gladbach aber mit seinen Vorstößen im Ansatz immer gefährlich, spielte seine Angriffe zunächst nur eine Spur zu schlampig aus. Nach zehn Minuten hatten die Gäste auch ihre Rückwärtsbewegung justiert und spielten ihr Spiel.

Stuttgart bekam mit zunehmender Spieldauer immer mehr Probleme im Aufbauspiel. Die Gastgeber hatten überhaupt kein Tempo im Spiel, bekamen die Zuspiele nicht in die Tiefe, sondern fast ausschließlich quer. Insofern war Zugang Ibisevic kaum zu sehen, der auch im Pressing mit Cacau noch große Abstimmungsprobleme hatte. Zudem versäumte es der VfB, den anfangs unsicheren Wendt aggressiver zu bearbeiten.

Gladbach war sicherer am Ball und im Vergleich zum Gastgeber mit einem klaren Plan in der Offensive ausgestattet. Dazu bleibt die Borussia auch weiter effizient: Bereits der zweite ernsthafte Torschuss saß. Für den VfB erneut ein Gegentor nach einem Standard.

Labbadia stellte in der Pause um und zog Hajnal hinter die Spitzen. Das sorgte zumindest für mehr Belebung im Stuttgarter Spiel. Trotzdem blieb Gladbach bei den entscheidenden Zweikämpfen aggressiver und mit seinen Kontern jederzeit brandgefährlich. Nur ließen die Gäste sehr sorglos die letzte Zielstrebigkeit vermissen und hielten den VfB damit im Spiel - bis Reus und später de Camargo dann doch noch den Deckel drauf machten.

Stuttgart - Gladbach: Daten zum Spiel

 

Stefan Rommel / Martin Jahns

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