Montag, 20.03.2017
Spieler im Fokus25. SpieltagSüle: Rekord mit Grüßen
an die Quarterbacks
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wieder da?
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Tuchels Allzweckwaffe
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Spieler im Fokus des 25. Spieltags: Niklas Süle

Ein Rekord mit Grüßen an die Quarterbacks

Niklas Süle ist in der Dreierkette bei 1899 Hoffenheim gesetzt. Aufgrund des Ausfalls von Kevin Vogt rutschte der 21-Jährige in eine neue Rolle - und überzeugte. Er stellte gleich zwei Rekorde auf. Beim FC Bayern wird man aufhorchen. Die Note 1,5 gab's obendrauf.

Vermutlich begann es bei Julian Nagelsmann schon vor einer Woche zu rattern. Eine scheinbar banale Aktion von Kevin Vogt sollte Folgen haben. Der Innenverteidiger sah im Spiel gegen den SC Freiburg die 5. Gelbe Karte, der Dirigent der Dreierkette und Dauerbrenner wird gegen Bayer Leverkusen fehlen. Das war zuletzt am 12. Spieltag so. Damals zwang eine Adduktorenverletzung von Vogt die TSG zur Umstellung.

Der Hoffenheimer Coach installierte damals Fabian Schär als zentralen Mann. Doch bereits zur Halbzeit musste Nagelsmann damals sein Experiment wieder beenden. Er nahm dem Schweizer vom Feld, rückte von seiner präferierten Dreierkette ab und stellte auf ein 4-3-3 um. Ohne den routinierten Vogt gibt's keine Dreierkette, lautete offensichtlich das Fazit.

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Gespannt blickten viele 1899-Fans am Wochenende deshalb auf die Formation des Taktikfuchses. Bereits unter der Woche ließ er durchblicken, dass Schär nach seiner Verletzung noch keine "tragende Rolle" spielen wird. Dennoch entschied sich der Hoffenheimer Trainer für die Variante mit drei Mann in der Abwehr - mit Nikals Süle als zentralen Mann. Er solle die Abwehr stabilisieren und aus geschützter Position heraus das Spiel eröffnen.

Niklas Süle stellte gegen Bayer Leverkusen einen neuen Rekord auf
Niklas Süle stellte gegen Bayer Leverkusen einen neuen Rekord auf
© getty

Süle stellt zwei Rekorde auf

Das Ergebnis dieser Umstellung lässt sich anhand der objektiven Fakten recht schnell ablesen. Die Abwehr der Hoffenheimer hielt 90 Minuten dicht, Leverkusen erzielte kein Tor und es gab drei Punkte für 1899. Viel kann demnach nicht schief gelaufen sein. Doch vor allem ein zweiter Blick auf die Rolle von Süle lohnt sich.

Denn der Innenverteidiger überzeugte in der neuen Rolle in ungeahnter Manier. Geschickt zog er die Partie immer wieder auf sich, verteilte die Bälle stark und spielte gekonnt mit der Geschwindigkeit. Er war der zentrale Akteur im Spielaufbau, kaum ein Angriff bekam nicht seinen Stempel aufgedrückt. Das führte dazu, dass der Nationalspieler am Ende der Partie auf 150 Ballaktionen kam - kein Spieler hatte in der inzwischen fast zehnjährigen Bundesliga-Historie der Hoffenheimer mehr in einem Spiel.


Vor allem seine Kritiker strafte er Lügen. Der Innenverteidiger, der mit seinem wuchtigen und muskulösen Körper stets wie ein Innenverteidiger der alten Schule wirkt, sei stark und entschlossen im Zweikampf, habe jedoch hier und da Probleme mit dem Ball am Fuß, ist von einigen Seiten zu hören. Speziell das Aufbauspiel sei verbesserungswürdig. Gegen Leverkusen legte er eine beeindruckende Passsicherheit an den Tag. Nur fünf (!) seiner insgesamt 145 Pässe kamen nicht zum Mitspieler. Seit der detaillierten Datenerfassung im Jahr 2004 spielte noch kein Spieler so viele Pässe mit einer so hohen Passquote (97 Prozent).

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Leitplanken sind gelegt

Die Leistung passt zur allgemeinen Entwicklung des Innenverteidigers. Süle hat in dieser Saison nochmals einen ordentlich Schritt nach vorne gemacht. Trotz seiner 21 Jahre wirkt er extrem reif und abgeklärt am Ball. Auch im Stellungsspiel hat er sich zuletzt stark weiterentwickelt. Das führte im Spiel gegen Leverkusen beispielsweise dazu, dass er in der ersten Halbzeit in keinen einzigen Zweikampf gehen musste. Am Ende waren es lediglich vier direkte Duelle.

Die Leitplanken für den weiteren Karriereweg des Innenverteidigers scheinen vorgezeichnet. Bundestrainer Joachim Löw ist von den Fähigkeiten Süles überzeugt und lud ihn bereits Ende August zu einem Freundschaftsspiel gegen Finnland erstmals ein. "Jetzt muss es das nächste Ziel sein, sich im DFB-Team zu etablieren und wieder nominiert zu werden", erklärte Süle damals. Ein Ziel, das der Innenverteidiger bereits erreichte. Er weilt derzeit bei der Nationalmannschaft und gehört in den Spielen gegen England und Aserbaidschan zum Kader.

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Auch auf Vereinsebene ist mit dem Wechsel zum FC Bayern der nächste Schritt bereits getan. Dort wartet mit dem Weltmeisterduo Mats Hummels und Jerome Boateng ein ganz anderes Kaliber. Doch es zeichnet Süle auch charakterlich aus, dass er neue Aufgaben stets mit einer gesunden Mischung aus Respekt und Selbstvertrauen angeht. "Ich freue mich auf die Aufgabe. Ich möchte dort den nächsten Schritt machen, indem ich täglich mit den besten Spielern trainiere", sagte er beispielsweise der Bild nach dem Wechsel zum FC Bayern.

Situation beim FC Bayern

Er nahm Abstand von jugendlich unbedachten Kampferklärungen, sondern ordnete seine Rolle im Gesamtkonstrukt der Bayern gut ein. "Ich bin ja erst 21 und kann von Hummels und Boateng noch viel lernen und aufsaugen, um mich weiter zu verbessern", so Süle, der es sich aber zutraut, sich "irgendwann durchzusetzen". Sollten die beiden Quarterbacks fit sein, wird er sich hinten anstellen müssen. Das weiß Süle. Dennoch ist es ihm zuzutrauen, dass die Bayern nach seiner Verpflichtung die Personalplanungen anpassen. Holger Badstuber und Javi Martinez könnten - in welcher Rolle auch immer - davon betroffen sein.

"Vor 70.000 Fans, die einen ständig auspfeifen, so clever und routiniert aufzutreten ist schon beeindruckend", sagte Vater Georg Süle nach dem Olympia-Finale in Rio gegenüber SPOX: "Je mehr die Fans gegen ihn sind, desto besser wird er." Keine schlechten Voraussetzungen für einen Wechsel zum FC Bayern.

Alle Infos zu Niklas Süle

SPOX

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