VfB Stuttgart: Vom Meister zum Absteiger

Von 100 auf 0 in neun Jahren

Freitag, 13.05.2016 | 20:04 Uhr
Der VfB Stuttgart steht nach 41 Jahren in der Bundesliga vor dem 2. Abstieg der Klubgeschichte
© getty
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Im Jahr 2007 wird der VfB Stuttgart Deutscher Meister und schrammt knapp am Double vorbei. Seitdem spielten die Schwaben sechs Mal auf europäischer Bühne und nahmen durch die Transfers von Stars wie Gomez, Khedira, Leno und Kimmich unzählige Millionen Euro ein. Dennoch steht der VfB neun Jahre nach der Meisterschaft vor einem Scherbenhaufen und könnte am Wochenende absteigen (Sa., ab 15.30 Uhr im LIVETICKER). Wie konnte es so weit kommen? SPOX blickt zurück.

19. Mai 2007: Sami Khedira köpft den VfB in den Fußball-Himmel. Dank seines Tores zum 2:1 gegen Energie Cottbus ist das Fußball-Märchen perfekt und die Schwaben werden völlig überraschend Deutscher Meister. Am Abend versammeln sich 250.000 Fans auf dem Stuttgarter Schlossplatz und jubeln der Mannschaft zu. Nur eine Woche später schrammen die Schwaben im Pokalfinale knapp am Double vorbei. Gegen Nürnberg unterliegt man nach einem Kristiansen-Traumtor erst in der Verlängerung.

1. Juli 2007: Mit Yildiray Bastürk und Ciprian Marica werden im Sommer nach der Meisterschaft zwei potenzielle Leistungsträger an den Neckar geholt und mit sündhaft teuren Verträgen ausgestattet. Speziell Bastürk gilt unter Spezialisten eigentlich als Dauerpatient. Auf Druck von Meistertrainer Veh verpflichten die Schwaben den Türken dennoch. "Hätten wir ihn nicht geholt, wäre das Tischtuch zwischen Veh und uns zerschnitten gewesen", verrät der damalige Manager Horst Heldt Jahre später. Im Tor soll Nürnbergs Raphael Schäfer den nach Spanien abgewanderten Timo Hildebrand ersetzen. Alle Transfers floppen.

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12. Dezember 2007: Dank der Meisterschaft spielt der VfB nach 2003 zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren in der Champions League und darf sich in der Gruppenphase mit dem großen FC Barcelona messen. Im Camp Nou führen die Schwaben dank eines Freistoßes von Antonio da Silva sogar kurzzeitig, werden aber letztlich mit 1:3 nach Hause geschickt. Mit drei Punkten werden die Schwaben noch hinter Lyon und Glasgow Letzter in der Gruppe.

26. Februar 2008: In der Liga kommt Stuttgart nur schwer aus den Startlöchern. Es setzt sechs Pleiten aus den ersten zehn Spielen. Gerade als sich der VfB wieder gefangen hat, gibt's eine herbe Pokal-Pleite im Viertelfinale gegen den designierten Zweitliga-Absteiger Carl-Zeiss Jena. "Das Jena-Spiel war ein Debakel", erinnert sich Cacau.

17. Mai 2008: Durch eine Serie von sechs Siegen und zwei Remis zwischen dem 20. und dem 27. Spieltag klettert Stuttgart auf Rang 5. Am Ende geht dem VfB jedoch die Puste aus. Aus den letzten drei Spielen gibt's nur einen Punkt, die direkte EL-Quali ist dahin. Dennoch rüsten die Stuttgarter im Sommer personell namhaft nach. Mit Khalid Boulahrouz (vom FC Chelsea) und Jens Lehmann (FC Arsenal) kommen zwei internationale Schwergewichte und werden mit extrem lukrativen Verträgen ausgestattet. Sie sollen den VfB wieder in die CL führen.

23. November 2008: Nach einer Sieglosserie von fünf Spielen in Folge und einem erneut holprigen Start in die Liga muss Meistertrainer Armin Veh seinen Hut nehmen. Markus Babbel wird neuer Trainer. Nach dem Umweg über die Quali setzen sich die Schwaben auch in der Gruppenphase der Europa League durch. Im Sechzehntelfinale gegen Zenit St. Petersburg ist Mitte Februar nach zwei 1:2-Pleiten allerdings Schluss.

23. Mai 2009: In der Liga schießt der VfB dank einer bärenstarken Rückrunde auf Platz drei. Am letzten Spieltag der Liga trifft Gomez ein letztes Mal im schwäbischen Trikot - ausgerechnet in der Allianz Arena bei seinem künftigen Arbeitgeber. Der gebürtige Schwabe und größtes Talente des VfB-Nachwuchses wechselt im Sommer für rund 30 Millionen zu den Bayern.

Seite 1: 2007 bis 2009 - Meister, Champions League und Gomez-Millionen

Seite 2: 2009 bis 2013 - Shopping-Tour, Khedira-Verkauf und "Am Arsch geleckt"

Seite 3: 2013 bis 2016 - Machtvakuum, Bobic-Abrechnung und Dutt-Rundumschlag

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