Weiser: "Denke viel nach"

Mittwoch, 14.01.2015 | 13:08 Uhr
Mitchell Weiser gehört zu den Gewinnern in Doha
© getty
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Mitchell Weiser von Bayern München gehört zu den Gewinnern des Trainingslagers in Doha. Der 20 Jahre alte Allrounder stand schon auf dem Abstellgleis, kämpfte sich aber zurück. Seine positive Entwicklung verdankt er einem Wandel und über viele Momente unter der Dusche.

Der Stadionsprecher gönnte Sebastian Rode das Tor und weil es der Bediener der Anzeigetafel es auch nicht besser wusste, schrieb dieser auch Rode - und dabei blieb es auch den restlichen Abend.

Dabei war es Mitchell Weiser, der gegen die sogenannten Stars das 1:0 erzielte und später sogar noch einen weiteren Treffer nachlegte. "Das war mein erster Doppelpack seit längerer Zeit. Bei den Amateuren ist mir mal einer gelungen, das waren aber auch meine letzten Tore", sagte Weiser nach dem 4:1 am Dienstagabend.

Dass Weiser zum Matchwinner des Abends wurde, war bezeichnend und geschah fast mit Ankündigung. Wenige Stunden zuvor lobte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer den 20-Jährigen für seine Entwicklung in den letzten Monaten.

Zwei Mal die Rückennummer verloren

"Wir erkennen seit einem halben Jahr eine Wandlung bei ihm", erzählt Sammer, "Mitchell trainiert extrem gut und arbeitet an sich. Es hat bei ihm Klick gemacht." Der Wandel erfolgte im Sommer, als Weiser keine Steine in den Weg gelegt worden wären, wenn er den Verein hätte verlassen wollen.

Weiser verlor gar seine Rückennummer 23 an Pepe Reina. Und weil das nicht genügte, schnappte sich dann auch der zwei Jahre jüngere Neuzugang Sinan Kurt die 24, die Weiser übernahm. Kleine, aber deutliche Zeichen für einen Spieler. Der ehemalige Kölner arbeitete im Urlaub dennoch hart an sich, bis er sich bei einem Freizeitspiel in der Halle schwer verletzte und lange ausfiel.

"Gib' alles, damit du hier spielen darfst"

"Da hatte ich viel Zeit nachzudenken", erzählt Weiser, "ich habe mich hinterfragt, ob ich alles mit 100 Prozent gemacht habe. Wenn man den Vergleich zieht, sieht man, dass es nicht immer 100 Prozent waren. Es haben die letzten Prozent gefehlt, die mich besser gemacht und letztlich auch zu Bayern gebracht haben", so Weiser.

Entscheidend sei vor allem das erste Training nach der unglücklichen Verletzung: "Da hat es direkt 'Boom' gemacht", sagt Weiser. Der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Spielers Patrick Weiser lebt seit seinem Wechsel zum FC Bayern alleine in München. Auch wenn anfangs die Stille im eigenen Heim ungewohnt war, half sie dem Jungprofi doch bei der persönlichen Weiterentwicklung: "Ich denke oft über das Leben nach - vor allem unter der Dusche. Da sage ich mir: 'Gib' alles, damit du hier spielen darfst'."

Vertrag läuft aus

Weiser ist jetzt auch soweit, den anderen jungen Spielern beim FC Bayern zu helfen. "Sie sind zwei Jahre jünger als ich und brauchen noch etwas Zeit. Man hat hier einen gewissen Lernprozess. Ich versuche den Jüngeren zu helfen, damit es vielleicht bei ihnen etwas schneller geht."

Im Sommer läuft Weisers Vertrag aus. Einen Winterwechsel schließt Weiser aus, was im Sommer kommt, will der Verein prüfen, Weiser weiter beobachten, aber auch dieser will erst einmal alles auf sich zukommen lassen: "Ich will erst einmal hier im Trainingslager 100 Prozent geben. Danach werden wir sehen, was kommt." Sammer wird's gerne hören.

Mitchell Weiser im Steckbrief

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