Sportdirektor fordert FCB-Youngster

Sammer: Anders müsst ihr sein

Dienstag, 13.01.2015 | 18:23 Uhr
Matthias Sammer beobachtet gerade die Nachwuchsspieler des FC Bayern mit kritischem Blick
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa
J1 League
Sa12:00
Vissel Kobe -
Vegalta Sendai
CSL
Sa13:35
Beijing Guoan -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So00:00
Corinthians -
Ponte Preta
J1 League
So11:30
Urawa -
Nigata
CSL
So13:35
Tianjin -
Shandong
Serie A
So21:00
Cruzeiro -
Palmeiras
Serie A
Mo00:00
Santos -
Sao Paulo
Allsvenskan
Mo19:00
Göteborg -
Halmstad

Vielversprechende Talente haben den FC Bayern München ins Trainingslager in Doha begleitet. Die Youngster gehen das intensive Pensum in der Wüste voll mit, doch Sportvorstand Matthias Sammer fordert den nächsten Schritt der Jüngsten. Ausgerechnet ein fast gescheitertes Talent dient als Vorbild.

Thomas Müller brüllte sich die Seele aus dem Leib, forderte vehement den Ball und überbot in der Lautstärke selbst seinen Förderer Herrmann Gerland in dessen besten Zeiten als Trainer der Bayern-Amateure.

"Spiel ab", brüllte er Richtung Michael Eberwein. Der Stürmer der U 19 des FC Bayern hielt es aber für die bessere Lösung, selbst den Weg Richtung Tor zu wählen und ihm gelang dabei dann auch ein Kunststück, das vielen Elite-Angreifern verweigert blieb. Er kam mit einem feinen Aussteiger an Jerome Boateng vorbei und brachte dann sogar noch einen brauchbaren Abschluss.

Michael Reschke über den Bayern-Nachwuchs: "Kein Chelsea-Prinzip"

Schreihals Müller quittierte die Aktion dann auch mit einem anerkennenden Daumen-Hoch für den 18-Jährigen, weil die Aktion gelungen war. Eberweins Soloangriff steht exemplarisch für viele gute Szenen der jungen Fraktion der Bayern im Trainingslager.

Neben Eberwein hat Pep Guardiola auch Marco Hingerl (18), Gianluca Guadino (18), Sinan Kurt (18), Leopold Zingerle (20) und Mitchell Weiser (20) mit ins Emirat genommen. Sie sollen nicht nur die Trainingsgruppe verstärken, sondern auch auf sich aufmerksam machen, um idealerweise in die Rotation zu rutschen.

Warten auf das Wow

Den Münchenern ist dies ein ernsthaftes Anliegen, sodass Guardiola, Gerland und Sportvorstand Matthias Sammer vor dem Trainingslager eigens die Spieler zu einem Gespräch einluden, um sie an die Intention der Einladung zu erinnern. "Es reicht nicht, dabei sein zu wollen", sagt Sammer, "du hast als junger Spieler eine Riesenchance und diese Chance musst du nutzen wollen."

Es reicht auch nicht, dass Eberwein, Kurt und Co. das Pensum voll mitgehen und alle Einheiten mit Bravour zu meistern. "Anständigkeit im Umgang ist super, aber auf dem Trainingsplatz nichts zu hinterlassen macht keinen Eindruck. Emotionalität muss nicht immer verbal sein, sondern kann auch mit einer Aktion oder einem Zweikampf sein, damit alle sagen: 'Wow!'", sagt Sammer. "Dieses 'Wow' fehlt mir manchmal."

Sammer fordert, dass die Spieler Alleinstellungsmerkmale entwickeln. "Integration alleine reicht nicht, um sich durchzusetzen. Du musst anders sein. Du musst als junger Spieler eine gewisse Frechheit haben. Das ist der letzte Schritt, den sie gehen müssen."

Pep zählt auf die Youngster

Das Gespräch vor dem Trainingslager sollte den jungen Spielern als Wegweiser für Doha dienen, um die Chance auch ja zu nutzen. Sammer kündigte auch für die Zeit nach Katar weitere Gesprächsrunden an, damit die jungen Spieler gefördert werden und idealerweise in die Mannschaft rutschen. Denn: "Unser Kader ist nicht sehr groß. Mit der einen oder anderen Blessur hat der eine oder andere junge Spieler gute Chancen, reinzurutschen."

Auch Trainer Guardiola sieht es ähnlich und würde nicht davor zurückschrecken, auf einen Teenager zu setzen, wenn es die Situation erfordert. "Die jungen Spiele sind hier, weil sie eine Qualität haben. Wenn wir die Spieler brauchen, können wir auf sie zählen", so der Bayern-Trainer.

Beim Versuch, die jungen Bayern-Talente auf die richtige Bahn zu kriegen, hilft ausgerechnet Mitchell Weiser. Der 20 Jahre alte Außenbahnspieler galt schon als gescheitert und sollte eigentlich auch schon im Sommer gehen. Doch Weiser, der 2012 vom 1. FC Köln kam, hat zuletzt eine rasante Entwicklung genommen.

Weiser-Entwicklung positiv

"Wir erkennen seit einem halben Jahr eine Wandlung bei ihm", erzählt Sammer, "Mitchell trainiert extrem gut und arbeitet an sich. Es hat bei ihm Klick gemacht." Beim Gespräch vor dem Trainingslager habe Weiser dann auch das Wort ergriffen: "Schön war, wie er von seiner Entwicklung erzählt hat, dass der Antrieb da sein muss, dass man mehr machen muss und auch mal auf die Fitnesstrainer zugehen muss."

Nicht abwegig, dass der auslaufende Vertrag Weisers zum Saisonende nun doch verlängert wird. Die Bayern wollen Weiser weiter beobachten. Gute Perspektiven hat auch Gaudino, der bereits Bundesliga-Erfahrung sammelte. Im November, so Sammer, sei der Mittelfeldspieler in ein Leistungsloch gefallen, das physischer Natur war.

Zufrieden ist man beim FC Bayern auch mit Sinan Kurt. "Er hatte ein bisschen das Problem, dass ihm jeder gesagt hat, dass er ein super Spieler ist. Ein paar Dinge muss er noch lernen", so Sammer. Hingerl und Eberwein seien dagegen noch zu anständig. Dennoch ist sich Sammer sicher: "Das Potenzial haben sie alle."

Der Kader des FC Bayern in der Übersicht

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung