Mittwoch, 14.01.2015

BVB-Boss Watzke spricht im Trainingslager

Watzke: "Sehen, wohin die Reise geht"

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist am Dienstag im Trainingslager im spanischen La Manga angekommen. Bereits am nächsten Tag saß er bei der täglichen Pressekonferenz auf dem Podium. Watze sprach über die Facetten der sportlichen Krise, Trainer Jürgen Klopp, die begehrten Ilkay Gündogan und Marco Reus sowie weitere Transfers im Winter

Hans-Joachim Watzke reiste er am Dienstag ins BVB-Trainingslager nach La Manga
© getty
Hans-Joachim Watzke reiste er am Dienstag ins BVB-Trainingslager nach La Manga

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über...

...das Testspiel gegen Sion: Man hat gemerkt, dass wir noch in ersten Phase der Vorbereitung sind. Ich habe gute Ansätze gesehen, aber es gibt natürlich noch Luft nach oben. Es war gut, dass wir zu Null gespielt haben, das war durchaus positiv.

...Neuzugang Kevin Kampl: Er hat gestern 45 Minuten lang so gespielt, wie wir uns das gedacht haben und wie er auch bei Salzburg gespielt hat. Er hat dort in Österreich einen extrem guten Namen gehabt und war dort ein riesiges Thema. Er hat dort generell gut gespielt und ist ein interessanter Spieler.

...die Erkenntnisse der Hinrunde: Ich hatte in den Weihnachtsferien nicht jeden Tag gute Laune und bin nicht breit grinsend durch die Gegend gelaufen. Das Tabellenbild hat sich ja nicht geändert. Das, was wir an Erkenntnissen aus der Hinrunde glaubten gesammelt zu haben, haben wir auch nach dem Bremen-Spiel analysiert und daraus die eine oder andere Ableitung getroffen. Seitdem ist aber nichts Neues mehr passiert.

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...seinen Appell an die Mannschaft auf der Jahreshauptversammlung: Man sollte so etwas nicht zu häufig tun. Es war in dem Sinne auch kein Appell. Das was ich der Mannschaft zu sagen hatte, habe ich am Abend nach dem Bremen-Spiel gemacht. Das andere war der Tatsache geschuldet, dass die beiden Versammlungen anstanden. Die Mannschaft war da, aber das war auch für die Menschen, die anwesend waren. Damals konnte man nach dem Paderborn-Spiel nicht zur Tagesordnung übergehen. Es ging diesmal nicht anders.

...Jürgen Klopp: Ich halte ihn nach wie vor für einen exzellenten Trainer. Es wäre auch komisch, wenn man sechs Jahre erfolgreich zusammenarbeitet und dann innerhalb kürzester Zeit seine Meinung ändert. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass er der Richtige für Borussia Dortmund ist. Unsere Situation ist außergewöhnlich und schwer. Sie war auch schwer zu analysieren, weil es dafür keine Blaupausen gibt. Fakt ist auch: Wir wurden jahrelang dafür kritisiert, dass wir zu pessimistisch wären, zu schwermütig. Wir haben immer gesagt, dass wir im obersten Level agieren müssen, um mit der nationalen und internationalen Spitze mithalten zu können. Da hieß es immer, das wäre Zweckpessimismus - aber das war so. Ich bin sicher kein Natur-Pessimist, aber wenn man sechs Jahre im Prinzip von einem Erfolg zum anderen eilt, dann kann es schon passieren, dass es einmal komplett in die andere Richtung läuft. Wir sind jetzt gefordert und müssen damit umgehen.

...die Ziele in der Rückrunde: Unsere Mission ist völlig klar: Das ist der Klassenerhalt. Alle anderen Dinge, die von außen herangetragen werden, zählen bei uns nicht. Für mich zählt der Klassenerhalt - und zwar in einer Art und Weise, dass wir es anschließend als Leistung verbuchen können und nicht, weil zwei oder drei andere noch schlechter sind.

...mögliche Transfers in der Winterpause: Möglich ist im Leben fast alles - selbst, dass wir dort stehen, wo wir jetzt stehen. Sagen wir es so: Es ist wenig wahrscheinlich, aber auch nicht komplett unmöglich.

...die Krise: Es wäre eine eingeengte Sichtweise, wenn man meint, alle Steine umzudrehen bedeutet, dass fünf Köpfe rollen sollen, sieben Neue kommen und das dann als Beweis gelten würde, akribisch analysiert zu haben. Es gibt ja viele Gelehrte des deutschen Fußballs, aber selbst da gibt es nicht einen einzigen Zweifel, dass dieser Kader in der Lage ist, weiter oben zu stehen. Es muss nicht zwingend Änderungen im gesamten Kader geben. Das waren auch Dinge, die wir besprochen haben. Die Tiefe der Analyse werden wir aber nicht in der Öffentlichkeit diskutieren.

...Probleme für die langfristige Planung: Es ist grundsätzlich so, dass es uns der Status Quo nicht wirtschaftlich erschwert. Der einzig positive Aspekt ist, dass wir beim BVB schon zahlreiche Krisen hatten, es uns aber wirtschaftlich so gut wie nie geht. Natürlich sind Gespräche immer einfacher, wenn man erfolgreich ist. Vielleicht ist es aber auch mal gar nicht so schlecht, dass sich in einer solchen Situation ein Spieler weiterhin zu dir bekennt oder jemand neu dazukommt wie jetzt Kevin Kampl. Vielleicht hat derjenige dann am Ende auch die Mentalität, die man in einer solchen Phase braucht. Daher sehe ich das entspannt. Ich hatte beispielsweise auch nicht den Eindruck, dass Manchester United im letzten Sommer, als sie sich auch nicht für Europa qualifizierten, kurz vor der Vereinsauflösung stand.

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...Ilkay Gündogan und Marco Reus: Ein Ultimatum an Ilkay Gündogan hat es nie gegeben. Da sprechen schon alleine zwei Dinge dagegen: Erstens setzen wir so gut wie nie ein Ultimatum. Und: Wenn wir eines gesetzt haben, hätten sie sicherlich davon erfahren. Was Marco Reus angeht: Ich kann ihn natürlich verstehen, dass er erst einmal wieder spielen möchte und dann irgendwann schaut, in welche Richtung die Reise geht. Dann wird er irgendwann die Entscheidung treffen. Das ist das normalste der Welt und das wird zeitnah kommen. Ob das aber vier oder acht Wochen sind, davon hängt die Seligkeit beim BVB nicht ab. Ich habe die Hoffnung, dass er langfristig bei uns bleibt. Wenn es anders kommen sollten, dann ist es eben so. Eine der Herausforderungen im Fußball ist es, aus jeder personellen Veränderung auch in irgendeiner Form einen Nutzen zu ziehen oder andere dinge zu kreieren.

...die Asien-Tour im kommenden Sommer: Die Reise wird auf jeden Fall durchgeführt. Wir haben dort unsere Repräsentanz in Singapur. Die Attraktivität des BVB in Asien ist ungebrochen. Dort interessiert es nicht so sehr wie in der Champions League, was in der Bundesliga passiert. Für Asien ist entscheidend, dass wir gegen Juventus Turin spielen, das ist dort ein total interessantes Spiel. Wir haben großartige Angebote für die zwei Spiele im Sommer, die wir dort machen werden. Wir haben auch eines zu einem wirtschaftlich guten Kurs bereits zugesagt, das werde aber noch nicht verraten.

Der BVB-Kader im Überblick

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Für SPOX in La Manga: Jochen Tittmar

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Jochen Tittmar(Redakteur)

Jochen Tittmar, Jahrgang 1982, arbeitet seit 2008 in der Fußball-Redaktion für SPOX.com. Aufgewachsen in der Nähe von Stuttgart, ging es für ihn nach dem Studium der französischen sowie englischen Literatur und Sprache an der Universität Konstanz mit einem Praktikum beim Kicker weiter. Bei SPOX verantwortet er u.a. die Berichterstattung über Dortmund und Schalke. Zudem koordiniert er redaktionelle Projekte.

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