Mittwoch, 29.10.2014

Vor dem Duell gegen den HSV

Matthäus verteidigt Calhanoglu

Am Samstag kehrt Hakan Calhanoglu mit Bayer Leverkusen zu seinem Ex-Klub nach Hamburg zurück. Im Sommer trennte sich der Türke nach wochenlangen medial ausgetragenen Streitigkeiten vom HSV, bei den Hamburger Fans hat er seitdem seinen Status als vermeintlicher Verräter. Doch Rekord-Nationalspieler und TV-Experte Lothar Matthäus stellt sich jetzt vor den 20-Jährigen.

Hakan Calhanoglu kann in Hamburg mit Pfiffen rechnen
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Hakan Calhanoglu kann in Hamburg mit Pfiffen rechnen
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"Ich finde das schade. Ich verstehe zwar die Enttäuschung der Fans. Aber der Spieler hat alles richtig gemacht. Er spielt jetzt in der Champions League, ist in der Bundesliga vorne dabei statt im Keller - und er ist vom HSV enttäuscht worden, indem Zusagen nicht gehalten wurden. Der Umgang mit Hakan Calhanoglu war nicht korrekt", stellte Matthäus in der "Sport Bild" klar.

Calhanoglu hatte Hamburg nur wenige Monate nach seiner Vertragsverlängerung und einem öffentlichen Treuebekenntnis wieder verlassen. Anschließend berichtete er aber, dass das Treuebekenntnis nur ein Gefallen für den damaligen Sportchef Oliver Kreuzer gewesen sei, der ihm zugesichert habe, dass er bei einem guten Angebot wechseln könne. Als die Leverkusener Offerte kam, wollte er davon angeblich aber nichts mehr wissen.

Matthäus: "Hakan hat Respekt verdient"

"Die Fans sollten nicht vergessen", forderte Matthäus weiter: "Ohne Hakan würde der HSV jetzt nicht in der Bundesliga gegen Bayer spielen, sondern in der 2. Liga gegen Sandhausen. Er hat die Fahne des Vereins hochgehalten. Dafür hat er Respekt verdient." Auch Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler betonte jetzt erneut: "Es wird zu wenig gewürdigt, dass Hakan alles dafür getan hat, dass der Verein in der Liga bleibt."

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Mit elf Treffern hatte Calhanoglu in der Vorsaison großen Anteil am Hamburger Klassenerhalt, dennoch droht ihm am Samstag ein schwerer Nachmittag. Wie die "Sport Bild" berichtet, hat der HSV auf Anfrage den Fan-Klubs bereits gestattet, Plakate gegen den Nationalspieler aufzuhängen - sofern es sich nicht um Beleidigungen oder Beschimpfungen handelt. Pfiffe und Sprechchöre gegen Calhanoglu dürfte es ohnehin geben.

Dennoch machen sich die Leverkusener keine Sorgen um ihren Spielmacher. "Ich bin sicher, dass er die Situation gut meistern wird", betonte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade und Matthäus fügte hinzu: "Pfiffe können auch motivieren."

Hakan Calhanoglu im Steckbrief

Adrian Franke
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