Montag, 03.03.2014

Der Spieltag in Zahlen

Ein Fest für Fußballphilosophen

Werder Bremen spielt wie der FC Schalke 04 und gewinnt das Nordderby gegen den Hamburger SV. Bayer Leverkusen und der 1. FC Nürnberg haben's schwer, während der FC Bayern München sich erneut in schwindelerregende Höhen spielt. Die Opta-Zahlen des 23. Spieltags.

Werder Bremen sicherte sich dem Derbysieg über den HSV Luft im Abstiegskampf
© getty
Werder Bremen sicherte sich dem Derbysieg über den HSV Luft im Abstiegskampf

Attraktion: Das 0:0 zwischen dem SC Freiburg und Hertha BSC war viel, nur keine Augenweide. Zum Glück kommt der gemeine Bundesliga-Fan zumeist über torlose Unentschieden herum. Ganze 9 Nullnulls (neun 0:0!) gab es in dieser Saison. Das ist erstaunlich wenig. Die internationale Konkurrenz ist Deutschland in Sachen Nullinger deutlich voraus: Premier League (27), Primera Division (24), Serie A (17).

Pechvögel Nr. 1: Leverkusen schießt gegen den Mainz 19 Mal aufs Tor, hat 60 Prozent Ballbesitz, sieben Ecken und versucht es mit ganzen 39 Flanken. Das Ende vom Lied ist bekannt. Die Mainzer schießen dreimal aufs Tor, flanken nur sechs Mal und gehen mit einem 1:0-Sieg vom Platz. Flanken sind eben out - auch wenn sie alle zwei Minuten und 20 Sekunden in den Strafraum segeln.

Pechvögel Nr. 2: Der 1. FC Nürnberg ist ganz klar im Aufwind. Kein Zweifel. Doch Gastspiele in Dortmund bleiben für den Club ein scheinbar unlösbares Problem, auch für Gertjan Verbeek. Mit 511 torlosen Minuten in Dortmund machte man sich auf die Reise, mit 601 torlosen Minuten in Dortmund kehrte man nach Franken zurück. Dabei war man so nah dran. Doch der 20. Aluminiumtreffer dieser Saison, natürlich Ligahöchstwert, verhinderte den lang ersehnten Erfolg.


Das eine verflixte Ding: Marc-Andre ter Stegen steht kurz vor einem Wechsel zum FC Barcelona, gilt als einer der passsichersten Torhüter der Welt und ist immer voll drin im Kombinationsspiel seiner Mannschaft. Ganze 78 Ballkontakte hatte er am Samstag gegen Braunschweig, mehr als jeder andere Keeper der Bundesliga. Und dann kommt ein verflixter Ball, der alles ruiniert. Ein einziger schlampiger Rückpass rutschte dem jungen Torhüter durch und sorgte für den Ausgleich.

Die Passmaschine: Etwa alle 37 Sekunden war Toni Kroos beim Spiel zwischen dem FC Bayern München und den Schalkern am Ball, ein neuer persönlicher Rekord. Das entspricht 144 Ballkontakten oder in etwa allen Aktionen mit Ball von Klaas-Jan Huntelaar, Julian Draxler, Roman Neustädter, Leon Goretzka, Kevin-Prince Boateng, Kyriakos Papadopoulos und Tim Hoogland zusammen.

Was sind schon Pässe? Dabei machte gerade eine Mannschaft es vor, wie es auch ganz unmodern geht. Sowohl der FC Schalke 04 als auch Werder Bremen spielten beide 262 Pässe in 90 Minuten. Die einen gewannen mit 1:0, die anderen verloren mit 1:5. Das beide damit den Tiefstwert dieses Spieltags stellten und Hunderte von Pässen von der Konkurrenz entfernt waren, dürfte beiden anhand der Ergebnisse vorerst egal sein. Ein wahres Fest für jeden Hobby-Taktiker und Fußballphilosophen.

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SPOX

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