Mittwoch, 29.01.2014

Inside Bundesliga: 5 Klubs - 5 Personalien

Das große Schalker Plus

Auch wenn es genug Grund zum Meckern gab bisher - in einer Disziplin ist Königsblau einfach unschlagbar. Augsburg macht sich fit für die Zukunft und der Club besticht mit einer ungewöhnlichen Innenverteidigung.

Klaas-Jan Huntelaar erzielte in dieser Saison drei Tore für den FC Schalke 04
© getty
Klaas-Jan Huntelaar erzielte in dieser Saison drei Tore für den FC Schalke 04

FC Schalke 04: Wenn man den Königsblauen in einer erneut turbulenten Saison bisher auch vieles vorwerfen kann - in einer Disziplin macht den Schalkern bisher niemand etwas vor: S04 hat sich zwar als eine von sieben Mannschaften der Liga bisher weniger als 100 klare Torgelegenheiten erspielt, momentan sind 91 Großchancen gelistet. Damit steht Königsblau nur knapp vor offensiv eher mittelprächtig aufgestellten Teams wie Hannover, Augsburg oder Bremen. Aber die Effizienz, mit der die Schalker ihre Möglichkeiten dann auch in Tore umwandeln, ist doch beeindruckend. 36,5 Prozent aller Chance verwertet Schalke, 35 erzielte Treffer machen die Knappen zum viertgefährlichsten Team der Liga. Nur die Bayern (44), Dortmund (40) und Hoffenheim (36) waren bisher erfolgreicher. Zum Vergleich: Schlusslicht Eintracht Braunschweig rangiert in der Tabelle der Chancenverwertung mit 13,9 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz. Wie gnadenlos kühl Schalke vor dem gegnerischen Tor ist, musste am Wochenende der HSV erfahren, als die Gäste aus ihren fünf Chancen drei Tore erzielten. Die tolle Quote schaffte das Team von Trainer Jens Keller übrigens fast gänzlich ohne die Dienste des lange verletzten Torjägers Klaas-Jan Huntelaar. Nun ist der - standesgemäß gleich mit einem Tor - aber wieder zurück. Was wiederum die Vermutung nahelegt, dass Schalke seine Chancenverwertung in Zukunft sogar noch nach oben wird steigern können.

FC Augsburg: Der FCA hat den Schwung aus der Vorrunde einfach mitgenommen und nun sogar trotz zweimaligem Rückstand bei Borussia Dortmund noch gepunktet. Viele der positiven Entwicklungen der letzten Monate konnten die Schwaben konservieren. Dass in dieser Saison aber auch nach 18 Spieltagen immer noch kein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auch nur eine einzige Minute Bundesligaluft geschnuppert hätte, ist ein kleiner Makel. Schließlich steht der FCA mit dieser Statistik ganz alleine da in der Bundesliga. Und gerade bei einem Klub wie dem FCA trägt sich das Konstrukt auf Dauer nur, wen nicht ständig von extern zugekauft werden muss, sondern selbst ausgebildet werden kann. Da überrascht es nicht, dass am Mittwoch gleich drei Nachwuchskräfte der Fuggerstädter langfristig an den Verein gebunden wurden. Mittelfeldspieler Erik Thommy (19), mit 13 Treffern Torjäger der Regionalligamannschaft, und Abwehrspieler Tim Rieder (20) unterzeichneten ihren ersten Profivertrag. Rechtsverteidiger Raphael Framberger (18) hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängert. "Ich bin überzeugt, dass es eine Frage der Zeit ist, bis der eine oder andere Nachwuchsspieler auch in der Bundesliga zu Einsatzzeiten kommen wird", freut sich Sportdirektor Stefan Reuter schon auf den ersten Bundesligaspieler "Made in Augsburg".

1.FC Nürnberg: Vor wenigen Wochen war Javier Pinola quasi schon Geschichte beim Club. Nach fast neun Jahren beim Club bat der Argentinier um ein Gespräch Manager Martin Bader, in dem es um einen möglichen Wechsel zu einem anderen Verein ging. Pinola hatte unter Trainer Gertjan Verbeek seinen Platz links in der Viererkette an Marvin Plattenhardt verloren. Der Ausfall von Emanuel Pogatetz spülte Pinola jetzt aber plötzlich wieder in die erste Elf - und der Argentinier wusste seine Chance eindrucksvoll zu nutzen. Bereits in der Zweitliga-Saison vor einigen jahren konnte sich Pinola als Innenverteidiger beweisen. Zuletzt gegen Hoffenheim machte er einen glänzenden Eindruck, spielte seine fußballerischen Fähigkeiten aus, war robust und sicher im Stellungsspiel. Da jetzt auch noch Pelle Nilsson verletzt ist, dürfte Pinola erstmal als Innenverteidiger gesetzt sein. Völlig konträr zur Entwicklung des Routiniers verliefen die letzten Wochen für Berkay Dabanli. Der war unter Michael Wiesinger immerhin noch die Nummer drei im Innenverteidiger-Ranking; unter Verbeek hat der Türke bisher noch keine Minute gespielt und derzeit auch keinerlei Chancen, daran etwas zu ändern. So wird am Sonntag in Berlin Zugang Ondrej Petrak im Abwehrzentrum auflaufen. Der Tscheche wurde zwar als defensiver Mittelfeldspieler verpflichtet, hat aber bereits bei seinem Heimatklub Slavia Prag in der Innenverteidigung ausgeholfen und auch trotz zwei, drei kleinerer wackler gegen Hoffenheim ganz ordentlich gespielt.

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Eintracht Braunschweig: Bereits zum fünften Mal hielt die Eintracht im Spiel bei Werder Bremen in dieser Saison schon die Null - keine schlechte Bilanz nach 18 Spielen für einen Aufsteiger. Das Defensivverhalten hat sich auch nach der Winterpause weiter stabilisiert und ganz hinten drin fischte dann noch Daniel Davari das weg, was doch bis zum Schlussmann durchgedrungen war. Der Iraner bekam im offenen Zweikampf mit Marjan Petkovic wieder den Vorzug. Dass nun endlich Schluss sein könnte mit dem Wechselspiel und Davari womöglich die klare Nummer eins im Braunschweiger Kasten wird, interessiert den 26-Jährigen aber trotzdem nicht. "Ich sehe das ganz gelassen. Der Trainer wird die Entscheidungen fällen, ich kann also auch weiterhin nicht mehr tun, als mich anzubieten." Dabei steht für Davari auch noch etwas mehr auf dem Spiel als "nur" die Rolle als Stammspieler und Braunschweigs Mission Klassenerhalt: Noch besteht die große Chance, im Sommer bei der WM für das Land seiner Eltern aufzulaufen. Für die beiden Spiele des Iran Anfang März gegen Kuwait und Guinea wurde Davari von Nationaltrainer Carlos Queiroz bereits nominiert. Jedes weitere Spiel in der Bundesliga über die bisherigen 14 Einsätze hinaus ist also reine Eigenwerbung für den 26-Jährigen.

Eintracht Frankfurt: Vaclav Kadlec hat im Sommer bei der Eintracht eingeschlagen wie eine Bombe. Der Tscheche brauchte kaum eine Eingewöhnungsphase, erzielte in seinen ersten drei Spielen gleich drei Treffer und war lange Zeit einer der wenigen Lichtblicke einer verkorksten Eintracht-Hinrunde. Aber schon in den letzten Spielen vor der Winterpause wurde Kadlec plötzlich ersetzbar, seit drei Spielen sitzt er nunmehr nur noch auf der Bank. Zum einen, weil Trainer Armin Veh in Joselu einen vergleichbaren Stürmertyp auf dem Zettel hat, der endlich selbst besser in Form gekommen ist. Und zum anderen, weil der Trainer verstärkt wieder auf eine Variante ohne echten Stoßstürmer setzen will und dafür eher Jan Rosenthal ins Rennen schickt als verkappten Neuner. Dass Kadlec dazu außerhalb des Platzes offenbar wenig unternimmt, um sich den Gepflogenheiten des Landes und seiner Sprache bekannt zu machen und damit eine bessere Integration in der Mannschaft nachhilft, stößt Veh ebenfalls sauer auf. Zudem monierte der Trainer unlängst, dass sich Kadlec dem rauen Spiel der Bundesliga besser anpassen müsse. "Ich sehe ja, was er kann. Aber er muss körperbetonter spielen. Er hat auch in der Bundesliga deswegen vorne viele Bälle verloren. Ich erwarte von ihm, dass er das lernt."

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