Dienstag, 10.04.2012

Bundesliga, der 30. Spieltag

Hertha und Köln zum Punkten verdammt

Hertha BSC und der 1. FC Köln sind im Abstiegskampf zum Punkten verdammt. Der VfB Stuttgart will in Augsburg den fünften Tabellenplatz festigen. Borussia Mönchengladbach kämpft in Bremen um den Anschluss an Tabellenplatz drei. Die Vorschau für den 30. Spieltag der Bundesliga.

Herha BSC und der 1.FC Köln sind heute im Abstiegskampf im Einsatz
© Getty
Herha BSC und der 1.FC Köln sind heute im Abstiegskampf im Einsatz

Hertha BSC - SC Freiburg (19.45 Uhr im LIVE-TICKER)

Hertha-Trainer Otto Rehhagel sieht sich an diesem Dienstag in den Krieg ziehen, wenn seine arg bedrohten Berliner den gleichfalls um den Klassenverbleib kämpfenden SC Freiburg empfangen.

Es geht um viel. Genauer: Um maximal drei Punkte. Auf dieses stinknormale Niveau spielt der Freiburger Erfolgstrainer Christian Streich vermeintliche Auseinandersetzungen um Leben und Tod herunter. Mit dem Begriff Sechs-Punkte-Spiel kann der passionierte Fußballlehrer, der in der Coaching Zone seine Emotionen auslebt und ansonsten die Unaufgeregtheit in Person verkörpert, nichts anfangen.

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Streich: "Ich habe noch nie mehr als drei Punkte gewonnen." Dem Sein oder Nichtsein setzt er das Beisammensein entgegen: "Wir arbeiten alle zusammen und haben daran Freude."

Mit seiner gelebten Mischung aus Begeisterung und Nüchternheit hat das frische Gesicht das Vorrunden-Schlusslicht auf Rang 13 geführt. Mit 32 Punkten haben die nun seit sechs Spieltagen unbesiegten Freiburger aktuell fünf Zähler mehr auf dem Konto als der Tabellenvorletzte aus Berlin.

Freiburg kann voller Selbstvertrauen im Berliner Olympiastadion auflaufen. Aus den letzten sechs Spielen holte das Team 14 Punkte. Mit einem Sieg können sich die Breisgauer weiter Luft im Abstiegskampf verschaffen.

"Wir haben uns nach einer furchtbaren Vorrunde von relativ vielen Spielern getrennt, haben neue geholt und die wichtigste Entscheidung getroffen, nämlich - wie das hier unüblich ist - dass wir uns vom Trainer getrennt haben", begründet Manager Dirk Dufner die starke Rückrunde des Sportclubs.

Für Streich macht diese Differenz keinen großen Unterschied, wie allen Gegnern zollt er auch der Hertha Respekt: "Wir sind uns schon bewusst, was auf uns zukommt."

Zumal die Badener die Doppelsechs neu besetzen müssen. Cedrick Makiadi fehlt gelbgesperrt, Julian Schuster fällt nach dem beim 2:2 gegen den beinharten Tabellennachbarn 1. FC Nürnberg erlittenen Nasenbeinbruch und Gesichtsknochenfraktur für den Rest der Saison aus. Schuster wurde am Montag operiert. "Teilweise an der Grenze der Fairness" hätten die Franken gespielt, klagte Johannes Flum.

Der nächste Härtetest steht dem SC in Berlin bevor. "Wir haben gekämpft, gekratzt, so kommen wir da unten raus", beschrieb Andreas Ottl das (Teil-)Erfolgsrezept beim 0:0 in Mönchengladbach. Zum Repertoire gehörte auch ein früher Tritt von Hertha-Verteidiger Christian Lell gegen den dann verletzt ausgeschiedenen Marco Reus.

Rehhagel befand nach der dritten respektablen Vorstellung hintereinander: "Das stimmt uns zuversichtlich, dass wir am Dienstagabend gegen Freiburg gewinnen können."

FSV Mainz 05 - 1. FC Köln (19.45 Uhr im LIVE-TICKER)

"Der Kampf war sehr gut, aber das Ergebnis war in unserer Situation schlecht. In Mainz müssen wir drei Punkte holen", sagte der Kölner Trainer Stale Solbakken nach dem 1:1 gegen Werder Bremen.

Lukas Podolski mahnt nach dem Wirbel um den Alkoholexzess von Slawomir Peszko um Ruhe: "Es hilft jetzt keinem hier, das Team und den Verein in den Dreck zu ziehen. Es geht jetzt darum, in der Liga zu bleiben. Es ist viel passiert, aber es geht um viel mehr: Der FC muss erstklassig bleiben." Poldi ergriff zudem Partei für seinen Teamkameraden: "Peszko hat sich entschuldigt. Er hat sich hier noch nie etwas zuschulden kommen lassen. Ich denke, man sollte das Thema jetzt ruhen lassen", so Podolski.

Mit 29 Punkten liegt der FC auf dem Relegationsrang. Trotz der 1:4-Pleite beim VfB Stuttgart nahm auch 05-Trainer Thomas Tuchel das Positive mit ins Kellerduell: "Für den Auftritt hier brauchen wir uns nicht zu schämen."

FC Augsburg - VfB Stuttgart (19.45 Uhr im LIVE-TICKER)

Beim FC Augsburg zeigt die Formkurve trotz der Niederlage gegen den FC Bayern deutlich nach oben. Vor der Niederlage gegen die Münchner blieb man sechs Spiele in Folge ungeschlagen. Zur Zeit rangiert man auf einem guten 15. Tabellenplaz.

Auch Trainer Jos Luhukay ist zuversichtlich: "Es gibt keinen Grund zur Verunsicherung. Im Gegenteil: Mit unserer Heimstärke und unseren Fans im Rücken können wir mit einem Heimsieg einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Das ist unser Ziel".

Beim VfB Stuttgart ist die Stimmung prächtig, blieb man doch zuletzt sieben mal in Folge ungeschlagen. Mit 43 Punkten und somit Rang fünf, darf der VfB weiter von der Europa League träumen.

"Für mich ist der FCA das heimliche Team der Rückrunde und eine harte Nuss, die wir zu knacken haben. Sie arbeiten gut gegen den Ball. Es wird sehr schwer, aber mit unseren Fans im Rücken werden wir versuchen, auch dort einen Dreier zu landen", so Sportdirektor Fredi Bobic.

Personalentscheidungen fallen dem Trainer zur Zeit nicht leicht. "Im Moment ist es sehr schwer, Spieler auf die Bank oder die Tribüne zu setzen. Gegen Mainz musste Mamadou Bah auf die Tribüne. Er hat in den letzten beiden Spielen nach seiner Einwechslung klasse gespielt, aber im Heimspiel wollten wir eine offensivere Variante. Auch bei Maza war es keine leichte Entscheidung, da er in den letzten Wochen seine Sache ordentlich gemacht hat. Letztendlich war es eine Entscheidung für unseren Kapitän Serdar Tasci. Ich kann die Enttäuschung der Spieler verstehen, aber wir sind im Kader sehr gut besetzt und brauchen diese Breite auch in der Zukunft", sagte Bruno Labbadia.

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Werder Bremen - Bor. Mönchengladbach (19.45 Uhr im LIVE-TICKER)

Gerade mal 12 Punkte aus den vergangenen 12 Spielen stehen auf dem Konto von Werder Bremen. Damit kann an der Weser niemand zufrieden sein. Nach dem schwachen 1:1 gegen Köln stellte Keeper Tim Wiese klar: "Das war zu wenig für unsere Ansprüche".

Dass Werder jedoch trotz vier siegloser Spiele nacheinander noch immer im Rennen um die Europa-League-Plätze ist, liegt an der Schwäche der Konkurrenz. Würde man die Rückrunde als Maßstab ansetzen, müsste Bremen wie in der vergangenen Saison um den Verbleib in der Bundesliga fürchten. Nur einen Heimsieg (3:0 gegen Hannover) und einen Auswärtssieg (3:1 beim HSV) verbuchten die Grün-Weißen seit Weihnachten.

Einzig die Konkurrenten um die internationalen Plätze machen es nicht besser. Hannover (0:3 auf Schalke), Leverkusen (1:1 beim HSV) und Wolfsburg (1:3 gegen Dortmund) sorgen durch schwache Resultate dafür, sodass der Kampf um Europa spannend bleibt. Auch Stuttgart, das als Fünfter zwei Zähler vor den punktgleichen Leverkusen und Bremen rangiert, ist noch nicht durch. Allerdings ist Werder am nächsten Samstag in Stuttgart zu Gast.

"Wir müssen zusehen, dass wir auf den Platz gehen, den Kopf oben haben und durch die Wand gehen", sagte Wiese, der Bremen am Saisonende verlassen wird.

Auch in Gladbach waren die Resultate zuletzt nicht zufriedenstellend. In den letzten drei Spielen holte man nur einen mageren Punkt und ist dabei, die auf Platz drei stehenden Schalker aus den Augen zu verlieren.

Trainer Lucien Favre sagte beim heutigen Pressegespräch: "Wir haben 52 Punkte, das ist sehr gut. Aber wir sind ehrgeizig und wollen weiter punkten. Ich bereite jedes Spiel vor, um es zu gewinnen".

Unsicher ist der Einsatz von Marco Reus. Der Nationlspieler erlitt am vergangenen Wochenende einen Pferdekuss und konnte, ebenso wie Oscar Wendt, nur individuell trainieren. Nicht im Kader stehen wird definitiv Tony Jantschke, der wegen muskulären Problemen im Oberschenkel ausfällt.

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