Gibt Thiago Neves sein Debüt?

Topspiel mit Torgarantie

Von Alexander Klucke
Freitag, 12.09.2008 | 12:01 Uhr
HSV, Bayer Leverkusen, Frank Rost, Rene Adler
© Getty
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Wenn am Samstag Bayer Leverkusen beim Hamburger SV (ab 15.30 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere) zu Gast ist, dürfen sich die Fans auf ein torreiches Bundesliga-Spitzenspiel freuen.

Zumindest dann, wenn die beiden Teams so weitermachen wie sie in den ersten drei Spielen der noch jungen Saison angefangen haben. In den Partien, an denen der HSV oder Leverkusen beteiligt waren, fielen an den ersten drei Spieltagen die meisten Treffer: 13 Mal konnten die Zuschauer jubeln, wenn der HSV auf dem Rasen stand.

Spielte die Werkself, gab es insgesamt sogar 14 Tore zu bestaunen. Dabei sorgte nicht nur die starke Offensivleistung beider Mannschaften für Unterhaltung. Auch die jeweils nicht immer sattelfeste Abwehr trug ihren Teil dazu bei. Beste Voraussetzungen also für viele Torraumszenen, die automatisch viel Arbeit für die beiden Torhüter Frank Rost und Rene Adler bedeuten würden.

Adler vor Comeback

Rost, der bisher nur am ersten Spieltag im Spiel bei Bayern München seine starke Form aus der Vorsaison abrufen konnte und sowohl gegen Karlsruhe als auch in Bielefeld nicht immer glücklich aussah, wird sich im Spiel gegen Bayers Offensivpower wieder steigern müssen. Ihm gegenüber könnte der zwölf Jahre jüngere Adler in Hamburg seinen ersten Saisoneinsatz feiern.

Nach auskurierter Schulter-Verletzung trainiert der gebürtige Leipziger wieder voll mit der Mannschaft und ist zuversichtlich, am Samstag zwischen die Pfosten zurückzukehren. "Es schaut sehr, sehr gut aus. Die Schulter macht nahezu keine Probleme mehr. Wenn es weiter so läuft, dürfte dem Einsatz beim HSV nichts im Wege stehen", sagt der 23-Jährige.

Bayer spielt auf Sieg

Unabhängig davon, ob er Samstag zum Einsatz kommt oder nicht, strebt Adler mit Leverkusen beim HSV drei Punkte an. "Auf Unentschieden zu spielen, wäre verkehrt. Wir fahren nach Hamburg, um zu gewinnen", so Bayers Nummer eins.

Coach Bruno Labbadia schließt sich seinem Keeper an, hat aber auch Respekt vor dem Bundesliga-Dino. "Der HSV ist für mich ganz klar ein Titelanwärter. Sie hatten vorher bereits eine gute Mannschaft und haben sich qualitativ, aber auch in der Breite gut verstärkt. Nichtsdestotrotz wollen wir den Dreier“, ließ der 42-Jährige verlauten.

Insbesondere auf Hamburgs neueste Verpflichtung, Thiago Neves, hält Labbadia dabei große Stücke. "Thiago habe ich im Südamerika-Pokal im Spiel bei Boca Juniors in Buenos Aires gesehen. Er war überragend", schwärmt der ehemalige Torjäger.

Spielt er oder spielt er nicht?

Ob Neves allerdings bereits gegen die Werkself von Beginn an aufläuft, ist derzeit noch offen. "Ich kann mir vorstellen, dass er spielt. Auch wenn es taktisch ein Problem ist, dass er wegen der vielen Länderspielreisen nicht einmal drei Trainings-Einheiten mit all seinen Kollegen hat“, gibt sich HSV-Trainer Martin Jol gegenüber der "Bild"-Zeitung noch bedeckt und fügt an: "Das entscheide ich am Freitagabend."

Darüber, wo er seinen Stareinkauf einsetzen könnte, ist sich der Niederländer indes schon im Klaren. "Er ist ein bisschen wie Rafael van der Vaart. Er kann Zehner spielen, zweite Spitze oder hängend rechts. Ich sehe ihn als Verbindungsanker zwischen Mittelfeld und Angriff."

"Ich bin bereit"

Der 23-jährige Brasilianer selbst macht einen entspannten, gutgelaunten Eindruck - auch, wenn ihn vier Kamerateams auf Schritt und Tritt begleiten. Er fiebert seinem Debüt in Europa auf jeden Fall entgegen. "Ich bin schon sehr aufgeregt und freue mich auf das Spiel. Ich bin bereit zu spielen, trainiere darauf hin. Letztlich wird aber der Trainer entscheiden, ob ich auch zum Einsatz komme", so der Olympiateilnehmer in der "Hamburger Morgenpost".

In der vergangenen Woche hatte Neves in den Trainingseinheiten sehr gut mit Jols "derzeit auffälligstem Spieler" Paolo Guerreo harmoniert. "Ich habe sie in den Abschlussspielen bewusst immer in eine Mannschaft gesteckt. Und richtig, beide spielen sehr gut zusammen", so der HSV-Coach gegenüber dem "Hamburger Abendblatt".

Rechtzeitig zu seinem vermeintlich ersten Bundesligaeinsatz hat der teuerste Einkauf der HSV-Geschichte übrigens eine Bleibe in Hamburg gefunden. Er bezieht in der Hafen-City eine 168-Quadratmeter-Wohnung mit zwei Balkonen und Blick auf den Hafen.

Jol hat die Qual der Wahl

Welcher der anderen namhaften Hamburger-Neuzugänge auf dem, in dieser Woche komplett neu verlegten Rasen, der Nordbank-Arena aufläuft, ist indes nicht sicher. Für Alex Silva kommt das Spiel definitiv zu früh, er trifft erst am Freitag in Hamburg ein. Sollte Marcell Jansen seinen Atemwegs-Infekt vollständig auskuriert haben, ist er bei Jol auf der linken Abwehrseite gesetzt. Atouba wäre sein Backup.

Mladen Petric wäre die erste Alternative zu den etablierten Offensivkräften Guerrero und Olic. Insgesamt ist der Konkurrenzkampf an der Elbe rauer geworden. "Eine gute Situation für den Erfolg der Mannschaft. Und eine schwierige für den einen oder anderen, der auf der Tribüne sitzt", sagt Jol.

Vidal kommt auf den letzten Drücker

Auf Leverkusener Seite ist der Einsatz von Nationalstürmer Patrick Helmes leicht gefährdet, da dieser eine Sprunggelenksverletzung vom 3:3 gegen Finnland aus Skandinavien mitbrachte. Sollte er ausfallen, stünde Theofanis Gekas bereit, der sich mit drei Länderspieltreffern in den Spielen der Griechen gegen Luxemburg und Lettland in guter Form präsentierte.

Ebenfalls nicht sicher ist der Einsatz von Karim Haggui, der mit einer Zerrung von der tunesischen Nationalelf zurückkehrte. Mit gespanntem Interesse wird zudem die Anreise Arturo Vidals verfolgt. Da der Chilene noch am Mittwochabend in Santiago gegen Kolumbien auf dem Platz stand, wird er am Freitag erst rund 20 Stunden vor Anpfiff im Mannschaftshotel in Hamburg erwartet.

Unterhaltung garantiert

Insgesamt verspricht das Spiel des Tabellenzweiten gegen den Viertplatzierten also ein unterhaltsames Spitzenspiel zu werden. Mit Kießling und Helmes reist das treffsicherste Sturmduo der Liga (5 Treffer) an, das kurioserweise direkt gegen die torgefährlichste Innenverteidigung (3) spielt.

Nicht nur deshalb sind Tore eigentlich garantiert, wobei der Ausgang völlig offen ist. Im letzten Vergleich, im Uefa-Cup-Achtelfinale im März, fielen gleich fünf Treffer, sodass eigentlich nur ein Ergebnis wirklich überraschend wäre: ein torloses Remis.

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