Mittwoch, 12.03.2008

Hamburg - Leverkusen 3:2

Aufholjagd nicht belohnt

Hamburg - Bayer Leverkusen hat sich in einem UEFA-Pokal-Krimi ins Viertelfinale gezittert.

Fußball, UEFA-Cup, Hamburg, HSV, Leverkusen
© Getty

Eine Woche nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel verlor der Bundesliga-Vierte beim HSV mit 2:3 und schaffte dank der Auswärtstor-Regel den Einzug in die Runde der letzten Acht.

In einer packenden Partie vor 38.083 Zuschauern im Hamburger Dauerregen trafen der frühere HSV-Stürmer Sergej Barbarez (18. Minute) und der wiedererstarkte Grieche Theofanis Gekas (55.) für Bayer. Trotz einer begeisternden Aufholjagd und der Tore durch den eingewechselten Piotr Trochowski (53.), Paolo Guerrero (64.) und Kapitän Rafael van der Vaart (80.) musste der HSV nach dem Aus im DFB-Pokal die nächste Titel-Hoffnung in dieser Saison begraben.

Stevens lobt sein Team

"Das ist eine große Enttäuschung", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdofer. "Das 4:2 war möglich." Doch bereits in der ersten Hälfte waren die Gastgeber mehrmals an Adler gescheitert, der seine Ambitionen auf einen Einsatz in der Nationalmannschaft eindrucksvoll unterstrich.

"Wir sind unverdient ausgeschieden", kommentierte Klubchef Bernd Hoffmann. HSV-Trainer Huub Stevens eilte nach dem Abpfiff stinksauer an den Fernsehkameras und den Reportern vorbei in die Kabine und gab zunächst keine Stellungnahme ab. Bei der Pressekonferenz fand er dann jedoch versöhnliche Worte. "Wir haben mit viel Leidenschaft gespielt. Was die Spieler international geleistet haben, ist enorm. Sie haben ein großes Lob verdient." 

Sein Kollege Michael Skibbe dagegen räumte unverblümt ein: "Wir sind glücklich weitergekommen. So ganz verdient war das heute nicht." Der Gegner des UEFA-Pokal-Siegers von 1988 für die Viertelfinal-Partien am 3. und 10. April wird am 14. März in Nyon ausgelost.

Viele Umstellungen beim HSV

Wegen der angespannten Personallage war Stevens beim 200. Hamburger Auftritt auf europäischer Bühne zu einigen Umstellungen gezwungen. Im Vergleich zum torlosen Remis in Nürnberg rückten Miso Brecko, der nach seinen Eskapaden begnadigte Thimothee Atouba, Guy Demel und der 19 Jahre alte Belgier Vadis Odjidja-Ofoe in die Startformation.

Vincent Kompany und Nigel de Jong fehlten wegen Gelb-Sperren, der Namibier Collin Benjamin wegen eines Todesfalls in seiner Heimat, Mohamed Zidan verletzt. Überraschend musste auch Nationalspieler Trochowski zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Adler wieder überragend

Obwohl sich die B-Elf anfangs unbeeindruckt von der umfassenden Rotation zeigte, fehlte dem HSV am Ende das nötige Quäntchen Glück. Die formstarken Leverkusener zeigten zunächst die reifere Spielanlage, mussten nach einem Leistungseinbruch in der zweiten Hälfte aber noch um das Weiterkommen zittern.

In Rene Adler hatten sie einen überragenden Rückhalt zwischen den Pfosten. Der 23-Jährige vereitelte Großchancen von Guerrero (8.), Ivica Olic (35.) und van der Vaart (42.) reaktionsschnell. "Wir hatten durchaus die eine oder andere Hundertprozentige", sagte Beiersdofer in der Pause. "Wir könnten heute 2:0 führen."

Barbarez trifft inder alten Heimat

Doch ausgerechnet Barbarez, der sechs Jahre lang das Trikot mit der Raute getragen hatte und vom Publikum mit freundlichem Applaus empfangen wurde, versetzte den Hamburger Hoffnungen früh einen Dämpfer.

Nach einem scharf getretenen Freistoß von Tranquillo Barnetta staubte der 36-Jährige aus kurzer Distanz ab und ließ dabei HSV-Schlussmann Frank Rost keine Abwehrchance. Wie sehr der Rückstand am Hamburger Nervenkostüm zehrte, zeigte sich wenig später bei einem nicht geahndeten Ellenbogencheck Guerreros gegen Arturo Vidal.

Nach dem Wechsel sorgte der für Odjidja-Ofoe ins Spiel gekommene Trochowski mit seinem Tor aus der Distanz kurz für einen Hoffnungsschimmer, doch der Bundesliga-Torschützenkönig der Vorsaison Gekas stellte den alten Abstand wieder her. Auch van der Vaarts Treffer änderte nichts mehr am bitteren Scheitern der Hamburger.


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